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FILE - In this Saturday, May 20, 2000 file photo, two Russian soldiers make a routine check of metal containers with toxic agents at a chemical weapons storage site in the town of Gorny, 124 miles (200 kms) south of the Volga River city of Saratov, Russia. The Novichok _ a lethal nerve agent that nearly killed a former Russian spy and his daughter in March and recently sickened another couple in England, is a product of a highly secretive Soviet chemical weapons program. (AP Photo, File)

Ein russisches Chemiewaffen-Lager in Saratov im Jahr 2000 (Archivbild). Bild: AP/AP

Nowitschok – was du über den russischen Killer wissen musst

Es ist eines der tödlichsten Nervengifte, verursacht einen grausamen Tod und stammt ursprünglich aus sowjetischen Labors: Nowitschok. Nun wurde Putin-Gegner Alexej Nawalny damit vergiftet.



Der russische Kreml-Kritiker Alexej Nawalny ist seit zwei Wochen im Koma. Er wurde zunächst im sibirischen Omsk behandelt, bevor er auf Drängen seiner Familie ins Berliner Universitätsspital Charité versetzt wurde.

Gestern Mittwoch gab nun die deutsche Bundesregierung bekannt, dass bei Nawalny «der zweifelsfreie Nachweis» eines chemischen Nervenkampfstoffes aus der Nowitschok-Gruppe erbracht wurde.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach am Mittwoch von einem «versuchten Giftmord» an einem der führenden Oppositionellen Russlands: «Er sollte zum Schweigen gebracht werden.» Gemeinsam mit den Partnern in der Nato und EU werde man nun beraten und über eine gemeinsame Reaktion entscheiden.

Aber was sind Nowitschok-Nervengifte überhaupt und wie wirken sie? Wir haben die wichtigsten Fragen dazu zusammengetragen.

Was ist Nowitschok?

Nowitschok bedeutet auf Russisch so viel wie Anfänger oder Neuling. Der Begriff steht für eine Gruppe stark wirksamer Nervengifte und -kampfstoffe. Es existieren hunderte chemische Varianten davon – alle sind um ein Vielfaches toxischer als zum Beispiel Sarin.

Das Nervengift kann entweder als Gas, Flüssigkeit oder feines Pulver eingesetzt werden. Das letzte Mal, als ausführlich über Nowitschok berichtet wurde, war im Jahr 2018, als in Grossbritannien der russische Ex-Agent Sergej Skripal und dessen Tochter damit vergiftet wurden.

Wie wirkt Nowitschok?

Die Nowitschok-Nervengifte blockieren die Produktion des Enzyms Cholinesterase. Dieses Enzym wird im Stoffwechsel benötigt, um den Abbau des Neurotransmitters Acetylcholin voranzutreiben. Wird dieser Botenstoff nicht mehr abgebaut, wird das Nervensystem ungehemmt mit Reizen bombardiert, die Signalwege werden völlig überlastet und spielen verrückt.

Körpergewebe, Muskeln und Organe werden mit Nerveninformationen überschüttet. Es kommt zu einem verstärkten Speichelfluss und zu Atemproblemen, weil der Vergiftete seine Atemmuskulatur nicht mehr kontrollieren kann. Die Hemmung der Atmung und Lähmung des Herzmuskels können zum Tod führen, wenn die Vergiftung nicht behandelt wird. Zu den typischen Symptomen werden auch Erbrechen und Schaum vor dem Mund gezählt.

Nowitschok zählt zu den stärksten Nervengiften überhaupt, die mittlere letale Dosis bei Hautkontakt liegt etwa bei einem bis zehn Milligramm, je nachdem welche Nowitschok-Verbindung vorliegt. Zum Vergleich: Bei Sarin sind dafür über 1000 Milligramm nötig.

Wie wird eine Vergiftung behandelt?

Zuerst muss sichergestellt werden, dass der Patient durch die Muskelverkrampfungen der Atemwege nicht erstickt. Deswegen wurde Nawalny sofort künstlich beatmet.

22.08.2020, Berlin: Sanitaeter vom Bundeswehr Rettungsdienst bringen die Spezialtrage, mit der Nawalny in die Charite eingeliefert wurde, zurueck in den Krankenwagen. Der moeglicherweise vergiftete Kremlkritiker ist laut seiner Sprecherin mit einem Spezialflug zur Behandlung in Berlin eingetroffen. Der 44-Jaehrige landete am Samstagmorgen am Flughafen Tegel. (KEYSTONE/DPA/Kay Nietfeld)

Sanitäter tragen die Spezialtrage, mit der Nawalny ins Charité eingeliefert wurde, zurück in den Krankenwagen. Bild: keystone

Die eigentliche Vergiftung kann man relativ gut mit Gegengiften wie Atropin behandeln, sofern sie schnell genug entdeckt wurde, sagt etwa Toxikologe Martin Göttlicher, Leiter des Instituts für Toxikologie des Helmholtz Zentrums in München gegenüber «T-Online».

Die Sorge bestehe aber, dass langfristige Schäden wie beispielsweise eine Muskelschwäche oder eine Gedächtnisstörung bleiben. Im Fall Nawalny ist der Ausgang noch offen, er befindet sich momentan im Koma. Eine vollständige Erholung kann aber dauern, Göttlicher spricht von etwa einem halben bis ganzen Jahr.

Was ist der Ursprung der Nervengifte?

Sowjetische Chemiker tüftelten seit Anfang der 70er Jahre an den Nowitschok-Verbindungen. Ziel war es, eine neue Generation von Kampfstoffen zu entwickeln, die nur schwer nachweisbar sein sollten. Resultat der Forschung ist eine ganze Reihe an Nervengiften, die unter dem Namen Nowitschok zusammengefasst werden. Allerdings waren viele dieser Gifte für den tatsächlichen Einsatz ungeeignet, unter anderem weil sie zu instabil waren.

In this handout photo taken on May, 2011 by Russian chemical experts Vladimir Uglev poses for a photograph at an undisclosed location. Uglev told The Associated Press said he was the scientist who in 1975 first synthesized A-234 _ an odorless liquid deadlier than any other chemical weapons that existed at the time, that apparently turned up in an English town and nearly killed a former Russian spy and his daughter. (Vladimir Uglev via AP)

Wladimir Uglew war der erste Chemiker, der die Nowitschok-Verbindung A-234 im Jahr 1975 synthetisierte. Bild: AP/Vladimir Uglev

Gemeinsam haben alle, dass sie die Acetylcholinesterase hemmen und auf organischen Phosphorverbindungen basieren. Letzteres, weil die Produktion der Nervengifte so als ziviles Forschungsprogramm getarnt werden konnte und damit nicht von ausländischen Geheimdiensten oder forensischen Experten nachgewiesen werden konnte.

Die Existenz der Nervengifte wurde erst im Oktober 1991 durch die Enthüllungen des russischen Chemikers Wil Mirsajanow der Öffentlichkeit bekannt.

Kann man den Giftstoff in der Küche produzieren?

Nein, so einfach geht es nicht. Man braucht für die Herstellung ein gut ausgerüstetes chemisches Labor und fundiertes chemisches Wissen – ein Hochsicherheitslabor werde aber nicht benötigt, sagt Toxikologe Göttlicher. Vor allem aber brauche man jemanden, der bereit ist, viel Energie in die Herstellung zu investieren. Und weiter: «Das muss nicht unbedingt ein Staat sein. Aber es braucht eine gewisse Logistik dafür – und dass das langfristig unentdeckt bliebe, wäre wirklich schwer.»

Ralf Trapp, ehemaliger Berater bei der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), sieht es ähnlich: In einem Interview mit «Vice» sagt er, dass man zwar relativ einfach an die Grundstoffe kommt – vorausgesetzt, man hat Zugriff auf eine Chemieindustrie –, die grösste Schwierigkeit bestehe hingegen bei der richtigen Zusammensetzung des Giftstoffs. Man müsse sich gut auskennen und lange forschen, bevor es klappe. Er bilanziert: «Ich glaube, dass nicht allzu viele Labore so etwas können.»

Ob es der gleiche Stoff war, mit dem Skripal im Jahr 2018 vergiftet wurde, kann man noch nicht sagen. Göttlicher dazu: «Der Nachweis dürfte aber schwer sein. Nowitschoks sind eine Klasse von Substanzen. Die Analytiker haben sich darauf festgelegt, dass der Stoff in diese Klasse gehört. Ob das ganz genau derselbe Stoff ist, wissen wir derzeit noch nicht.»

Russland weist Anschuldigungen zurück

Die russische Staatsführung hat Anschuldigungen zu einer möglichen Verwicklung in den Fall des vergifteten Kremlkritikers Alexej Nawalny zurückgewiesen. «Es gibt keinen Grund, dem russischen Staat etwas vorzuwerfen», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Tass zufolge. Peskow sagte weiter, dass der Fall niemandem Vorteile bringe. «Ich glaube nicht, dass das für irgendjemanden nützlich ist – wenn man ganz nüchtern auf das Geschehene blickt.» Es gebe keinen Anlass für eine Erklärung des Staatschefs, zudem seien auch keine Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu geplant. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Fandall 04.09.2020 10:44
    Highlight Highlight 100-mal toxischer als Sarin, und die Person lebt noch?!? Und man hat auch sofort eingewilligt, ihn nach Deutschland zu verlegen?
    Das stinkt doch gewaltig.
    Wenn die russische Regierung ihn wirklich weghaben wollte, wäre er einfach bei einem Verkehrs"unfall" gestorben. Auch dass nicht nur die Russen solche Stoffe herstellen können, wurden schon gebeichtet (Skripal).
    Das Ganze eignet sich aber sehr gut um Deutschland doch noch davon abzubringen Nordstream 2 zu Ende zu bauen. Gleichzeitig festigt man nochmals den Hass auf Russland.
    Zutrauen kann man es beiden Seiten, aber klar ist hier gar nichts.
  • landre 03.09.2020 18:06
    Highlight Highlight Ein Wladimir (Goliath) und ein Alexei (David) überschätzen oder unterschätzen sich gegenseitig. Warum diese zwei sich gegenseitig unbedingt killen möchten, wissen nur sie.
  • Amarillo 03.09.2020 17:47
    Highlight Highlight Ist ja nicht so, dass Regimekritiker nicht auch "unauffällig" beseitigt werden könnten. Ein gewöhnlicher Raubüberfall mit Todesfolge ist problemlos zu inszenieren. Nur ist das gar nicht das Ziel der Übung. Mit der Verwendung von Giften oder radioaktiven Stoffen, welche extrem schwierig zu organisieren und zu handhaben sind, soll vielmehr ein klares Signal an alle "Ketzer" gesendet werden. Zu befürchten hat Putin dabei nichts. Die EU moralisiert zwar etwas, aber am Ende ist ihr halt Gas aus RUS bzw. Nordstream2 wichtiger als ein paar tote Regimekritiker, der Krieg in der Ukraine oder die Krim.
  • Fizjak 03.09.2020 16:02
    Highlight Highlight Also grundsätzlich müsste man es ja nicht unbedingt herstellen klauen reicht ja. Und bei den massen an waffe welche die soviet union überall verteilt hat, kann es meiner meinung nach durchaus sein, dass mal etwas abhanden kam. Es wäre schliesslich ziemlich dumm von den russen ein gift für welches sie bekannt sind bei einer geheimdienst operation einzusetzen.
    • Grohenloh 03.09.2020 17:21
      Highlight Highlight Das ist nicht dumm. Das ist ein Signal.

      Den Russen ist das Signal an Oppositionelle wichtiger als die Reaktion der als schwach eingestuften Europäer.

      Sonst würden sie die Leute intelligenter umbringen, wie andere Staaten auch.
    • Swen Goldpreis 03.09.2020 22:00
      Highlight Highlight Theoretisch ja. Aber erstens war nicht absehbar, dass er im Ausland in einem unabhängigen Krankenhaus behandelt werden würde. Wäre alles nach Plan gegangen, wäre er vermutlich noch im Flieger gestorben und irgendwo in Sibirien hätte es die Autopsie gegeben.

      Zweitens ist eigentlich fast jeder Mord irgendwie nachweisbar. Abschuss des Fliegers? Erschiessen auf der Strasse? Durchtrennen der Bremskabel wie im Spielfilm? Fönen in der Badewanne? Bei allem liesse sich feststellen, dass es ein Mord war.

      Und drittens hat eben niemand ein so starkes Motiv wie die russische Regierung.
    • Fandall 04.09.2020 10:46
      Highlight Highlight Was soll denn das Motiv der russischen Regierung sein?
      Ist ja sowieso gesetzt das Putin weiterregieren kann mit der kürzlichen Gesetzesänderung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Triple A 03.09.2020 14:37
    Highlight Highlight Also, keine Geschäfte mit Russland, mit China, .....
  • Toerpe Zwerg 03.09.2020 13:50
    Highlight Highlight In einigen Tagen werden werden anhand der Ereignisse in Belarus sehen, wovon der Kreml ablenken will.
    • Basti Spiesser 03.09.2020 14:06
      Highlight Highlight Und Merkel spielt mit bei der Ablenkung und füllt sich seit langem wiedermal gezwungen eine Pressekonferenz abzuhalten?
    • BöserOnkel 03.09.2020 14:13
      Highlight Highlight Und wer genau blitzt hier? Genauso wird es sein. Eine Taktik von Putin, welche im übrigen ein Trump genauso anwendet. Steht man in der Defenisve und wird es heikel, eröffnet man einfach eine neue Front und schon verschiebt sich Interesse und Diskussionen in eine andere Richtung. Frei nach Marchiavelli...
    • Shabbazz 03.09.2020 15:14
      Highlight Highlight Eine Gegenfrage, egal wie unsympathisch Putin ist, haltet ihr ihn wirklich für so dumm, dass er so was durchführen lässt und dann noch mit einem Nervengift, dass aus Russland bekannt ist? Das wäre schon ein ziemlich amateurhaftes Vorgehen für einen Geheimdienst!

      Was ich damit sagen will: Wildes Herumspekulieren ohne Fakten kann ich auch :) Das sagt aber nix über die Realität aus...ohne Beweise ist alles nur Spekulation gemischt mit persönlichen Vorurteilen!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Skeptischer Optimist 03.09.2020 13:27
    Highlight Highlight "Ziel war es, eine neue Generation von Kampfstoffen zu entwickeln, die nur schwer nachweisbar sein sollten."

    Das ist für den Kontext dieses Artikel nicht sehr hilfreich, weil grob irreführend.

    Ziel war es anscheinend einen binären Kampfstoff zu entwickeln, dessen Einzelsubstanzen nicht nicht auf einen Kampfstoff hindeuten. Dies um Waffenabkommen zu umgehen.

    Die Idee, dass es Ziel war den medizinischen Nachweis nach erfolgter Anwendung zu erschweren ist abstrus.
    • Ah_geh 03.09.2020 14:28
      Highlight Highlight Ich denke, die Aussage fusst darauf, dass die Strukturen der Novichok-Familie weit genug von Sarin, VX und Co. entfernt sind, damit sie durch herkömmliche Prüfmethoden, die nach "bekannten" Kampfstoffen suchen, nicht miterkannt werden. Das war mW damals auch Ziel, da der Westen, falls niemand von der Entwicklung Wind gekriegt hätte, mit seinen existiernden Prüfröhrchen nichts hätte anfangen können.

      Und falls einige Verbindungen für den Geheimdienst, nicht aber für den Masseneinsatz konzipiert wurden, dann wäre das mit dem Wunsch nach fehlender Nachweisbarkeit eigentlich auch nicht unlogisch.
  • Bruno Meier (1) 03.09.2020 13:03
    Highlight Highlight Da haben die Russen einen Kampfstoff, der 100-1000 x wirksamer ist als Sarin und bringen es ein weiteres Mal nicht fertig einen Menschen umzubringen. Er muss ja bereits in Russland mit Atropin behandelt worden sein, sonst würde er nicht mehr leben (gemäss Artikel, Sofortbehandlung) und der FSB hat auch da nicht zugeschlagen sondern lassen ihn auch noch ausreisen, damit der Anschlag/Gift nachgewiesen werden kann. Natürlich verwenden Sie Mittel, welche nur auf sie schliessen lässt, alles andere wäre nicht passend.
    Wir müssen keine Angst vor denen haben, solange solche Dilettanten am Werk sind
    • Toerpe Zwerg 03.09.2020 13:49
      Highlight Highlight Sie haben eine Unterzuckerung mit Antropin behandelt?

      Krass.
    • Skeptischer Optimist 03.09.2020 14:12
    • BöserOnkel 03.09.2020 15:02
      Highlight Highlight Skeptiker du hast wie offensichtlich viele hier die Zusammenhänge nicht verstanden, auf welche Toerpe anspielt...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Michael Heldner 03.09.2020 12:51
    Highlight Highlight Und wieso berät jetzt die EU über eine gemeinsame Reaktion 🤔 der Kranke war zum Zeitpunkt der Vergiftung weder in der EU noch ist er EU Bürger. wobei mehr als einen Fingerzeig wird’s wohl eh nicht geben. Sonst stünde es in keinem Verhältnis zum Fingerzeig in Hongkong oder als der Typ in Berlin auf offener Straße hingerichtet wurde (da hätte ich am ehesten noch eine wirkliche Reaktion erwartet)
    • Hans Jürg 03.09.2020 13:01
      Highlight Highlight Der Einsatz von chemischen Waffen ist international verboten. Somit hat Russland offenbar gegen dieses Verbot verstossen. Deshalb.
  • Andre Buchheim 03.09.2020 12:35
    Highlight Highlight Ich glaube, es geht mit der Menschheit weiter bergab bis zur Totalvernichtung, wenn wir weiter mit Massenvernichtung mehr Zeit und Energie vergeuden, anstatt in Frieden und Zusammenarbeit zu investieren. Allein das atomare Vernichtungspotential, das bisher produziert wurde, genügt um mehrfach das Leben von diesem Planeten zu pusten. Klar brauchen wir für unser toxisches Verhältnis zu uns und der Natur da noch bissl Gift. Und zur Abrundung noch ein paar biologische Waffen?
    Der Mensch ist krank und verteidigt seine Krankheit als "Normalzustand". Und die Frieden erschaffen, das sind Verrückte.
  • Frankygoes 03.09.2020 12:27
    Highlight Highlight Na ja. Russland hat -es ist noch nicht lange her- einen Teil der Ukraine besetzt und dabei ein Passagierflugzeug abgeschossen. Ein kleiner Giftmordversuch macht da den Braten nicht mehr heiss..
    Deutschland bezieht ausserdem Erdgas von Russland, bastelt grad an einer dicken Pipeline. Zu viel Empörung wird da nicht drin liegen. Oh.. und wir beziehen unser Erdgas auch tw. aus Russland, oder irre ich mich da?
    • Fandall 04.09.2020 10:58
      Highlight Highlight Genau darum geht es doch.
      Das Weibeln gegen die Pipeline auf (auch nicht so) diplomatischem Weg brachte nicht die gewünschte Wirkung, also versucht man auf anderem Weg einen Keil zwischen Deutschland und Russland zu treiben. Bis jetzt scheint es aufzugehen.
      Putin hatte ja von Nawalny politisch wenig zu fürchten, bot sich aber als medienwirksames Opfer dafür an.
      Seit dem Skripal-Fall ist ja bekannt dass nicht nur die Russen über diese Kampfstoffe verfügen.
      Hinterfrage alles, glaube niemandem!
  • {Besserwisser} 03.09.2020 12:20
    Highlight Highlight Russland wird eine Strafuntersuchung einleiten und einen Täter liefern, der nicht in Verbindung zum Kreml steht. Danach verschwindet der Täter im einem Gefängnis, aber eigentlich lebt er mit falschem Namen unentdeckt in Russland sein normales Leben weiter...
    Traurig, wie wenig heute ein Menschenleben noch wert ist!
  • rolf.iller 03.09.2020 12:15
    Highlight Highlight Die Frage ob das ein Staatsmord war, und ob Putin persönlich dahinter steht muss man sich nicht stellen. Die Antwort ist ja und ja.

    Bei den Skripal Morderversuchen konnte ganz klar gezeigt werden, dass es der Geheimdienst/FSB war. Als die Beweislage erdrückend genug war, sind die beiden Mörder sogar in einem RT-Interview aufgetreten. Aufgeklärt werden konnte das ganze, weil die Russen halt dilentantisch Kaltkriegsmethoden nutzen:
    https://www.bellingcat.com/tag/skripal/

    Und Putin steht dahiner, weil es ist schlicht undenkbar, dass der russische Geheimdienst so was ohne sein wissen macht.
    • tinu77 03.09.2020 12:37
      Highlight Highlight Ich glaube nicht, dass ein Putin so etwas selbst anordnen muss. Der hat ziemlich sicher genügend aufstiegswillige Spiessgesellen in seinem Machtapparat die so etwas selbst in die Hand nehmen um zu gefallen und den grossen Manitou zu schützen.
      Aber dass die Täter oder die Tat enge Verbindungen zum Staat haben glaube ich auch.
    • dontknow 03.09.2020 13:15
      Highlight Highlight "Aufgedeckt" wird das ganze wohl eher weil Putin/Russland ein Interesse daran haben. Das dürfte eine klare Warnung an alle Regimekritiker im Inland gewesen sein. Wer zu weit geht, wird eliminiert.

      Wenn der FSB jmnd vergiften/verschwinden lassen will ohne dass der "Westen" es mitkriegt, dann kriegen die das auch hin. Wäre ja zu schön wenn der FSB so unfähig wäre...
  • Antichrist 03.09.2020 12:04
    Highlight Highlight Es hätte ihn auch einfach jemand auf der Strasse erschiessen können. Niemand hätte herausgefunden, wer es war.
    • Toerpe Zwerg 03.09.2020 12:52
      Highlight Highlight Und?
    • Komsomol 03.09.2020 13:18
      Highlight Highlight @Antichrist: Darum geht es ja, es sollte mit hauptsächlich eine Warnung sein. Je länger Navalny leidet, desto nachhaltiger die Warnung an andere. Stirbt er dann am Schluss, stört es vielleicht sogar, weil er dann zum Märtyrer und "unsterblich" wird. Warnungen sind besonders jetzt im Kontext der Demonstrationen in Belarus, Burjätien und schon länger in Chabarovsk (russischer Ferner Osten) ein wichtiges Instrument staatlicher Macht. Ausserdem hat er genug anderen "Mächtigen" ans Bein gepinkelt. Bin kein Freund von Navalny, aber es braucht Leute wie ihn, die Korruption in Russland aufdecken.
    • Bits_and_More 03.09.2020 13:29
      Highlight Highlight "Niemand hätte herausgefunden, wer es war"

      Es geht hier nicht nur um einen Morden, sondern um Macht und deren zur Schau Stellung.

      Wirklich Macht hast du aber erst, wenn du jemanden beseitigen kannst, alle wissen das du es warst, niemand kann es beweisen und dir passiert nichts.
  • Antichrist 03.09.2020 12:04
    Highlight Highlight Corona hat man ausgeschlossen?
    • Varanasi 03.09.2020 12:28
      Highlight Highlight Was ein selten dämlicher Kommentar.
  • TheGoblin 03.09.2020 11:58
    Highlight Highlight Es ist bekannt was passiert ist. Alle sind empört und dann wird, zumindes vordergründig, nichts passieren.
    Eigentlich schrecklich, wenn man bedenkt dass hier offensichtlich ein Verbrechen passiert ist.
  • Heidi Weston 03.09.2020 11:54
    Highlight Highlight Es zeigt sich wieder einmal wie Krank ein Teil der Menschheit ist. Der Mensch braucht keinen Satan! Das ist er schon selber!
    • landre 03.09.2020 20:15
      Highlight Highlight "Der Mensch braucht keinen Satan! Das ist er schon selber!"

      Falls Sie (mit Ihren durchgeknallten? 190? Herzchen) auch ein "Mensch" sind, sind Sie sich auch bewusst dass Sie hier mit Ihrem Kommentar nicht nur Sie selbst, sondern auch Mich und viele andere "Menschen" wortwörtlich als "Satan" klassifiziert haben...

      @Heidi W Who WTF?
    • Heidi Weston 03.09.2020 21:03
      Highlight Highlight @landre
      Naja. Wenn die Menschheit so Lieb und Barmherzig wären, wie all die tollen Religionen und Gottheiten es von der Kanzel verkünden, warum gab es in den letzten 3500 Jahren, gerade mal 230 Jahre ohne Krieg. Warum werden jedes Jahr ca. Eine halbe Million Menschen ermordet. Warum wird jede dritte Frau Weltweit, einmal im Leben verprügelt, Vergewaltigt oder Sexuell Belästigt? Man schätzt, das 4 Millionen Frauen jährlich versklavt oder zur Prostitution gezwungen werden.
      Der Mensch ist ein Fehlerhaftes Konstrukt. Und ja. In der Gesamtheit ist die Menschheit gleichzusetzen mit dem Teufel.
  • Liselote Meier 03.09.2020 11:51
    Highlight Highlight 1991 der Öffentlichkeit bekannt. Den westlichen Geheimdiensten aber schon länger.

    Der BND konnte sich noch aus der Sowjetunion eine Probe beschaffen, welche mittels einer Pralinenschachtel nach Deutschland gebracht wurde. Dachten es wäre ein Gross Coup, teilten die Infos an die NATO Partner, die wussten aber schon längst davon und hatten auch die Formel.
  • Ah_geh 03.09.2020 11:36
    Highlight Highlight Ich möchte spitzfindig sein: Natürlich kann man Phosphorsäureester in der Küche herstellen, die Synthese ist (leider) sehr leicht. Nur erlebt man seinen Erfolg in einer Küche halt nur kurz, weil das Zeug so giftig ist...

    Das Beschaffen einiger Grundchemikalien ist aber unter Umständen schwierig, da gewisse Edukte richtigerweise einer strengen Kontrolle unterstehen (daher kommt auch die Novichok-Idee, Ausgangssubstanzen zu verwenden, die auf keiner Embargoliste stehen).
  • Basti Spiesser 03.09.2020 11:22
    Highlight Highlight Also haben die Russen ihm bereits das Gegengift verabreicht?
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