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Ukraine-Krieg: So wenig hat sich an der Front im letzten Jahr verändert

A Ukrainian soldier goes along a street in the frontline town of Kostyantynivka, the site of heavy battles with the Russian troops in the Donetsk region, Ukraine, Friday, Nov. 28, 2025. (Oleg Petrasiu ...
Ein ukrainischer Soldat an der Front in der Nähe der Stadt Kostjantyniwka.Bild: keystone

Wie sich der Frontverlauf in der Ukraine in den letzten 12 Monaten verändert hat

Die Ukraine steht im Krieg gegen Russland weiterhin schwer unter Druck. Trotz massiven Offensiven rücken die russischen Truppen jedoch nur langsam voran. Wie wenig sich der Frontverlauf in den letzten zwölf Monaten verändert hat, zeigt unser Kartenvergleich.
24.02.2026, 04:5624.02.2026, 10:15

Genau vier Jahre dauert der russische Angriffskrieg auf die Ukraine nun schon an. Zwar gibt es immer wieder Friedensverhandlungen, doch an der Front wird unter hohen Verlusten auf beiden Seiten weiterhin erbittert um jeden Quadratmeter Boden gekämpft. Aus Wladimir Putins Traum, mit einem Blitzkrieg die gesamte Ukraine in wenigen Tagen einzunehmen, ist längst ein zermürbender Abnutzungskampf für Mensch und Material geworden.

Die aktuelle Lage

Russland hat seit Kriegsbeginn im Februar 2022 fast die komplette Oblast Luhansk sowie grosse Teile der Oblaste Donezk, Saporischschja und Cherson erobert. Seit 2014 ist zudem die Halbinsel Krim komplett in russischer Hand. Der Kreml hat diese ukrainischen Regionen bereits 2022 formell annektiert. Seither fordert Putin den kompletten Rückzug der ukrainischen Truppen aus den noch nicht besetzten Teilen dieser Gebiete.

Die militärische Lage bleibt für die Ukraine verzwickt. Im Donbass hat Russland seinen langsamen, aber stetigen Vormarsch in den letzten Wochen unentwegt fortgesetzt. Trotz harter Gegenwehr der ukrainischen Streitkräfte konnten die Russen im Dezember 2025 die strategisch wichtige Stadt Pokrowsk unter ihre Kontrolle bringen. Und auch auf anderen Frontabschnitten bei Saporischschja und Slowjansk herrschen erbitterte Kämpfe.

Wie gross (oder klein) die russischen Gebietsgewinne in den vergangenen zwölf Monaten waren, zeigt ein Blick auf die Daten der ukrainischen OSINT-Plattform Deep State UA, die auf Grundlage öffentlich zugänglicher Quellen die aktuellen Frontverläufe kartiert. Demnach hat Russland seit dem 24. Februar 2025 eine Fläche von 4188 Quadratkilometern erobert.

Die russischen Gebietsgewinne der letzten 12 Monate:

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Frontverlauf 24. Februar 2025 und 23. Februar 2026.quelle: Deepstate

Das entspricht ungefähr zweimal der Fläche des Kantons St. Gallen oder 0,7 Prozent der Gesamtfläche der Ukraine. Insgesamt hält Russland vier Jahre nach Kriegsbeginn 116'521 Quadratkilometer oder 19,2 Prozent des ukrainischen Territoriums besetzt. Rund sieben Prozent – die Krim und ein Teil des Donbass – standen bereits vor Beginn des russischen Angriffskrieg im Februar 2022 unter russischer Kontrolle.

Die Lage bei Pokrowsk

Besonders schmerzhaft war für die Ukraine der Fall von Pokrowsk im Dezember 2025. Die Stadt ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt im westlichen Teil der Region Donezk, über den wichtige Strassen- und Bahnverbindungen für Nachschub, Truppenbewegungen und Evakuierungen laufen. Wer die Stadt kontrolliert, kontrolliert auch die Logistik im Donbass und kann von dort weitere militärische Aktionen planen.

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Frontverlauf 24. Februar 2025 und 23. Februar 2026.quelle: deepstate

Noch immer ist die Lage rund um Pokrowsk aber unübersichtlich. Gemäss Berichten des US-Thinktanks Institute for the Study of War (ISW) rückten ukrainische Kräfte zuletzt wieder auf die Stadt vor. Zugleich greift die russische Armee aber Ortschaften rund um die Stadt an.

Möglich gemacht haben soll die neuen ukrainischen Gegenangriffe das Abschalten des Satellitennetzwerks Starlink durch Elon Musk für die russischen Truppen. Laut russischen Militärbeobachtern ist die Verbindung seit dem 5. Februar unterbrochen. Starlink wird eine wichtige Funktion bei der Kommunikation und Drohnensteuerung der Truppen auf beiden Seiten zugeschrieben.

Der ukrainische Festungsgürtel

Doch längst nicht überall gibt es ukrainische Erfolgsmeldungen. In der Region Luhansk rücken die Russen langsam, aber stetig vor. Das Ziel ist dort, den ukrainischen Festungsgürtel bestehend aus den Städten Slowjansk, Kramatorsk, Druschkiwka und Kostjantyniwka zu durchbrechen. Derzeit versuchen die russischen Truppen diesen mit Vorstössen aus dem Raum Pokrowsk in Richtung Norden und aus dem Raum Lyman in Richtung Süden einzukesseln.

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Frontverlauf 24. Februar 2025 und 23. Februar 2026.quelle: deepstate

Noch halten die ukrainischen Verteidiger aber dagegen. Wichtig bleibt für sie die finanzielle und militärische Unterstützung ihrer Bündnispartner. Die USA haben diese unter Präsident Donald Trump fast komplett eingestellt, dafür ist Europa in die Bresche gesprungen. Neue Waffenlieferungen sind geplant und dringend nötig. Denn gegen eine schlecht ausgerüstete ukrainische Armee wird Russland immer mehr die Oberhand gewinnen.

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quelle: keystone / vadim ghirda
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24 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Wolfgang Bumbuy
24.02.2026 06:31registriert November 2024
Im letzten Jahr hat Russland also 4200 qkm erobert.
Seit Januar die Ukraine immerhin 400qkm wieder zurück.
Die letzten 100meter sind seit Clausewitz für die Infanterie. Ein eribertes Gebiet muss ja auch besetzt und gehalten werden.
Aber das ist im Drohnen Krieg für keine Seite möglich.
Zu schnell wird eine Truppe beim vorrücken entdeckt und im Vorfeld vernichtet ohne dass man irgendwas erreicht hat.
Was im WW1 die zahllosen Maschinengewehre verursachten, machen heute die Drohnen.
Sinnloser geht's nicht mehr.
Alles Gute den Ukrainern.
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Frank der Stein
24.02.2026 07:57registriert Juni 2022
Ich hoffe für die Ukraine, dass der Krieg bald vorbei ist und zu einem halbwegs akzeptablen Frieden führt. Und ich bin froh, dass die russische Armee so unfähig ist. Es hätte wohl noch schlimmer kommen können.
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0ldNicehand
24.02.2026 08:48registriert März 2020
Die gleichen Grafiken, aber von 2022-2026 statt nur 2025-2026 wären noch aufschlussreich..
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