International
Russland

Russland plant gemäss Lettland Raketenangriffe auf Nato-Ostflanke

News Themen der Woche KW17 News Bilder des Tages Ukraine-Konflikt, Russisches Verteidigungsministerium ver�ffentlicht Bilder Ukraine Russia Military Operation 8174913 25.04.2022 In this handout photo  ...
Eine russische Iskander-Rakete beim Start (Archivbild): Solche ballistischen Raketen setzt Russland häufig gegen die Ukraine ein.Bild: www.imago-images.de

Lettland warnt: Russland plant Raketenangriffe auf Nato-Ostflanke

Lettische Geheimdienste warnen vor möglichen russischen Provokationen an der Nato-Ostflanke. Hybridangriffe könnten Teil einer Strategie sein, um die Unterstützung für die Ukraine zu schwächen.
25.06.2026, 00:1125.06.2026, 00:11
Simon Cleven / t-online
Ein Artikel von
t-online

Lettland hat vor möglichen russischen Provokationen gegen die Nato-Ostflanke gewarnt. Laut einer Einschätzung des lettischen Geheimdiensts bereitet Moskau hybride Angriffe vor, darunter Drohnen- und Raketenangriffe, um Druck auf die baltischen Staaten und Polen auszuüben.

«Wir sehen Hinweise darauf, dass Russland militärische Provokationen gegen die baltischen Länder oder Polen vorbereitet», sagte ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter des Geheimdienstes dem US-Sender Fox News. «Keine konventionelle Kriegsführung, da Russland dazu derzeit nicht in der Lage ist, sondern hybride Angriffe wie Raketen, Drohnen oder andere Aktionen, die ein Signal senden sollen: Hört auf, die Ukraine zu unterstützen, oder ihr werdet eure eigenen Probleme haben», so der Geheimdienstler weiter.

Die grösste Sorge der lettischen Behörden sei dabei nicht ein konventioneller Krieg, sondern eine Fehleinschätzung durch Kremlchef Putin. «Russische Institutionen vermitteln Putin die Realität, die er hören möchte, was zu gefährlichen Fehlentscheidungen führen kann», erklärte der Geheimdienstler weiter. Die Isolation Putins und verzerrte Berichte aus seinem Umfeld könnten die Risiken für Provokationen erhöhen.

Hybride Angriffe und ihre Folgen

Laut dem Bericht könnten hybride Angriffe, wie sie bereits in Polen beobachtet wurden, die Sicherheitslage weiter destabilisieren. Im vergangenen September drangen mehrere russische Drohnen in den polnischen Luftraum ein, was als gezielte Provokation gewertet wurde. Solche Vorfälle zeigen, wie Moskau versucht, Spannungen an der Nato-Ostflanke zu schüren.

Zusätzlich setzt Russland laut Lettlands Verfassungsschutz verstärkt auf sogenannte «Lawfare» (zu Deutsch in etwa «juristische Kriegsführung»). Dabei nutzt Moskau internationale Gerichte und rechtliche Mechanismen, um westliche Staaten unter Druck zu setzen und die Unterstützung für die Ukraine zu schwächen.

Keine unmittelbare Bedrohung, aber Risiken

Ein aktueller Bericht des lettischen Geheimdiensts beschreibt, wie Russland die Erfahrungen des Iran mit internationalen Sanktionen analysiert, um ähnliche Strategien gegen den Westen zu entwickeln. Zudem hat Moskau eine Beschwerde beim Internationalen Gerichtshof vorbereitet, in der es die baltischen Staaten der Diskriminierung russischer Minderheiten beschuldigt. Lettland warnt, dass solche rechtlichen Schritte nicht nur auf den Gerichtssaal abzielten, sondern auch als Vorwand für weitere Provokationen dienen könnten.

Obwohl Lettland derzeit keine direkte militärische Bedrohung sieht, warnt der Geheimdienst vor der nähren Zukunft. «Russland benötigt drei bis fünf Jahre, um seine militärischen Kapazitäten wieder aufzubauen, selbst wenn der Krieg in der Ukraine heute enden würde», heisst es in der Einschätzung.

Die westlichen Sanktionen gegen Russland zeigen laut lettischen Behörden Wirkung. «Intern zeigt sich, dass die Sanktionen Russlands Wirtschaft stark belasten und schwierige Entscheidungen erzwingen», so der Geheimdienst. Dennoch sei unklar, ob dies Putins Haltung gegenüber der Ukraine beeinflussen könne.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
4 Jahre Ukraine-Krieg in 52 Bildern
1 / 54
4 Jahre Ukraine-Krieg in 52 Bildern

Von ihrem Nachbarn überfallen, kämpft die Ukraine ums Überleben. In dieser Bildstrecke schauen wir auf die Ereignisse seit der Invasion Russlands zurück ...

quelle: keystone / bo amstrup
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Russland greift die Ukraine mit Oreschnik-Rakete an
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
3 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
3
Stolpert Trump über den Reflecting Pool?
Die Obsession des Präsidenten befeuert die Spekulationen, wonach er dement sei.
Im New Yorker Central Park gibt es im Winter ein kleines Eisfeld, den Wollman Rink. In den Achtzigerjahren war er jahrelang ausser Betrieb, da die Stadtverwaltung unfähig war, ihn wieder instand zu setzen. 1986 nahm ein junger Immobilienunternehmer namens Donald Trump die Sache in die Hand, schickte ohne Erlaubnis seine Bauleute vor Ort und stellte das Eisfeld wieder instand. Damit schuf er die Basis für seinen Ruf als Macher, der sich weder von pingeligen Bürokraten noch von unfähigen Politikern abhalten lässt, das zu tun, was der gesunde Menschenverstand gebietet.
Zur Story