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Russland

«Ein Haufen Kacke»: Moskau streitet über Skulptur von Schweizer Künstler

«Wie ein Haufen Kacke»: Moskau streitet über Skulptur von Schweizer Künstler

02.09.2021, 07:2302.09.2021, 07:23

Eine Skulptur des bekannten Schweizer Künstlers Urs Fischer hat in Russlands Hauptstadt Moskau einige Diskussionen ausgelöst. «Big Clay #4» («Grosser Lehm #4») heisst das zwölf Meter hohe Werk aus Aluminium und Stahl – und soll, wie der Name schon sagt, einen Haufen aus Lehmklumpen darstellen. Es sei ein Symbol für Unvollkommenheit und Transformation, erklärte die russische Stiftung für zeitgenössische Kunst V-A-C. Das Problem: Viele Moskauer erinnert der Brocken eher an einen gigantischen Kackhaufen.

A couple share a moment next to "Big Clay #4" artwork by the Swiss artist Urs Fischer on Bolotnaya embankment in Moscow, Russia, Monday, Aug. 23, 2021. A 12-meter aluminum sculpture copies f ...
Voilà: «Big Clay #4»Bild: keystone

«Big Clay» sehe aus wie «ein Haufen nicht besonders akkurater Kacke», spottete der Komiker Maxim Galkin, kurz nachdem die Skulptur an der Bolotnaja Nabereschnaja am Ufer der Moskwa aufgestellt worden war. Er hoffe, dass sie bald wieder aus dem Stadtzentrum verschwinde. Der Architekturkritiker Grigori Rewsin schrieb unlängst etwas versöhnlicher: «Schönheit liegt im Auge des Betrachters, und das gilt auch für Scheisse.» Auch die Reaktionen in den sozialen Netzwerken reichen von Zustimmung über Belustigung bis hin zu Ablehnung.

epa09416513 A view of the sculpture 'Big clay No. 4' by Swiss artist Urs Fischer in Moscow, Russia, 16 August 2021. The 12-meter composition 'Big clay No. 4' cast from aluminium is ...
Die Skulptur steht an der Bolotnaja Nabereschnaja am Ufer der Moskwa.Bild: keystone

Der Streit um den Riesen-Klumpen ist auch zwei Wochen nach seiner Installation nicht abgerissen – ebenso wenig wie das Interesse vieler Moskauer. An einem sonnigen Spätsommertag posieren dort immer wieder Menschen für Fotos und Selfies.

Auch Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin schaltete sich kürzlich in die Diskussion ein – wenn auch sehr diplomatisch: Der Metall-Haufen sei ein kreatives Kunstwerk und weltweit gefragt, erklärte er. In neun Monaten solle das Werk, das zuvor bereits in Florenz und Manhattan ausgestellt war, in ein anderes Land weiterreisen. (sda/dpa)

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