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Russland

Gefangene Asowstal-Kämpfer kommen nach 4 Monaten frei

Ihre Bilder gingen um die Welt – jetzt sind viele Kämpfende aus Asowstal wieder frei

Sie hielten lange die letzte Bastion in Mariupol: die Kämpfenden des Stahlwerks Asowstal. Mitte Mai gerieten sie in russische Gefangenschaft, jetzt sind sie wieder auf freiem Fuss. Im Gegenzug kam dafür aber auch ein Putin-Vertrauter frei.
22.09.2022, 04:0722.09.2022, 07:08

Nach fast sieben Monaten Krieg haben die Ukraine und Russland einen grossen Gefangenentausch verkündet. 205 Ukrainer kehrten aus russischer Gefangenschaft zurück, wie der Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, Andrij Jermak, in der Nacht auf Donnerstag mitteilte. Die von Moskau gesteuerten Separatisten in der Ostukraine gaben zehn Ausländer frei, die nach Vermittlung Saudi-Arabiens nach Riad ausgeflogen wurden.

Asowstal-Gefangene kommen frei
Freigelassene Soldaten winken nach ihrer Ankunft in der Ukraine in die Kamera.Bild: twitter

Zu den ukrainischen Heimkehrern zählten laut Jermak die Kommandeure der Verteidigung von Mariupol, die verschanzt im Stahlwerk Azovstal bis Mitte Mai Widerstand gegen die russischen Eroberer geleistet hatten. Am 16. Mai ergaben sie sich und gerieten in russische Gefangenschaft. Während über vier Monaten war kaum etwas über ihren Verbleib bekannt. Immer wieder wurde auf Twitter ihre Freilassung gefordert:

Gestern war es nun so weit. «Unsere Helden sind frei», schrieb Jermak auf Telegram. Insgesamt 108 Mitglieder des Asow-Regimentes sind wieder auf freiem Fuss. Einige von ihnen hatten das Stahlwerk Asovstal in Mariupol verteidigt. Vor der vollständigen Besetzung Russlands im Mai war es die letzte Bastion des ukrainischen Militärs in Mariupol (Gebiet Donezk).

Unter den jetzt Freigelassenen ist unter anderem auch der Oberstleutnant der ukrainischen Nationalgarde, Denys Prokopenko sowie der Vize-Kommandeur Swjatsolaw Palamar. Letzterer gewährte der Öffentlichkeit mit seinen Videos einen Einblick in die düsteren Zustände im Stahlwerk. Unter anderem dieses, indem er Anfang Mai um die sofortige Evakuierung der Zivilisten bittet:

Prokopenko, Palamar, sowie drei andere Kommandeure befinden sich jetzt in der türkischen Hauptstadt Ankara, wo sie gemäss dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj bis zum Ende des Krieges bleiben werden.

Ebenfalls freigekommen ist die Sanitäterin Kateryan Polishchuck. Sie war während ihres Einsatzes in Mariupol zu einem Gesicht der Kämpfenden in Asowstal geworden:

Ebenso Mykhailo Dianov. Auch sein Bild ging um die Welt. Jetzt ist er in Sicherheit.

Das Gesicht von Mariupols Polizeichef ist gezeichnet vom Krieg und der Gefangenschaft.

Auch bei Swjatslaw Yermolov, einem Polizisten aus Mariupol, hat die Gefangenschaft deutliche Spuren hinterlassen.

Der Gefangenenaustausch soll in der Tschernihiw Region stattgefunden haben.

Bilder zeigen, wie die Soldaten die Busse verlassen.

Unter den Freigelassenen befindet sich auch Dmytro Kozatsky. Er erlangte mit einem eindrücklichen Foto Bekanntheit. Es zeigt einen Soldaten, der sich mit ausgestreckten Armen von Sonnenstrahlen bescheinen lässt. Viele Menschen harrten im Stahlwerk während Wochen ohne Sonnenlicht aus.

Die freigelassenen Soldaten werden in Empfang genommen.

Die führenden Kommandeure des Asow-Regimes sprachen nach ihrer Freilassung mit Selenskyj.

Vertrauter Putins kommt frei

Die Ukraine liess Jermak zufolge ihrerseits 55 russische Soldaten frei, die in der Offensive im Gebiet Charkiw Anfang September gefangen genommen worden waren. Demnach durfte auch der festgenommene prorussische Politiker Viktor Medwedtschuk, ein Vertrauter von Präsident Wladimir Putin, ausreisen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte, der Austausch sei unter Vermittlung der Türkei zustande gekommen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwochabend meldete. Erdogan nannte die Einigung demnach einen «wichtigen Schritt» hin zu einer Beendigung des Kriegs in der Ukraine. (saw)

Mit Material der Nachrichtenagentur sda.

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Russen werfen angeblich Phosphorbomben auf Asowstal
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