International
Russland

Ukraine-Konflikt: Separatisten rufen zur Flucht nach Russland auf

Ukraine-Konflikt: Separatisten rufen zur Flucht nach Russland auf

18.02.2022, 16:3418.02.2022, 16:34

Wegen der Gefahr einer militärischen Eskalation in der Ostukraine haben die moskautreuen Separatisten Zivilisten zur Flucht in das Nachbarland Russland aufgefordert.

Zuerst sollten «Frauen, Kinder und ältere Leute» in Sicherheit gebracht werden, sagte der Chef der Donezker Separatisten, Denis Puschilin, in einer am Freitag veröffentlichten Ansprache. «Eine zeitweise Ausreise bewahrt Ihnen und Ihren Verwandten das Leben.»

Die Separatisten warfen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor, er wolle «in nächster Zeit» eine Offensive starten. Puschilin sagte, dass die Kampftruppen bereit seien, das «Staatsgebiet» gegen einen Angriff der Ukraine zu verteidigen. «Wir werden siegen», sagte er zum Ende der Videobotschaft.

Kiew hat wiederholt Angriffsvorbereitungen zurückgewiesen. Erst am Freitag wies die ukrainische Armee Vorwürfe der Aufständischen strikt zurück, dass Soldaten Siedlungen beschiessen würden. Am Donnerstag hatte eine massive Zunahme von Schusswechseln zwischen Separatisten und Regierungseinheiten international für Beunruhigung gesorgt.

Puschilin wandte sich an die Bewohnerinnen und Bewohner mit der «inständigen Bitte», die «massenhafte, zentralisierte Ausreise» wahrzunehmen. In Absprache mit den russischen Behörden seien im benachbarten Gebiet Rostow im Süden Russlands Unterkünfte bereitgestellt worden. Die Luhansker Separatisten ordneten ebenfalls solche Massnahmen an.

In dem seit 2014 andauernden Konflikt um die abtrünnigen Gebiete Luhansk und Donezk starben nach UN-Schätzungen bisher mehr als 14'000 Menschen, die meisten von ihnen in den von den Separatisten kontrollierten Gebieten. Der Westen sieht Russland in der Verantwortung für die Gewalt in der Ostukraine. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das wahre Gesicht des Krieges in der Ukraine
1 / 19
Das wahre Gesicht des Krieges in der Ukraine
Ein Pro-russischer Soldat zwischen den Trümmern des Flughafens Donezk wo die erbittertsten Kämpfe stattgefunden haben.
quelle: epa/epa / luca piergiovanni
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das könnte dich auch noch interessieren:
Dieses kleine Flugzeug kann Migranten retten
Auf dem Mittelmeer entscheiden manchmal wenige Minuten darüber, ob Menschen gerettet oder gegen ihren Willen nach Libyen zurückgebracht werden. watson ist mit einem Flugzeug von SOS Méditerranée mitgeflogen, das nach Menschen in Seenot sucht. Dabei wurde klar: Zwischen dem Rettungsschiff und der libyschen Küstenwache entbrennt ein Wettlauf gegen die Zeit. Eine Reportage.
Es ist 5.02 Uhr, als uns das Telefon aus dem Schlaf reisst. Am anderen Ende meldet sich Lucrezia Fabretti, taktische Koordinatorin von SOS Méditerranée. Der Tag beginnt früher als gedacht. Unser Ziel ist der Flughafen von Lampedusa. Die gerade einmal 20 Quadratkilometer grosse Kalksteininsel liegt näher an Tunesien als an Sizilien. Und ist längst ungewollt zu einem Symbol für die irreguläre Migration im Mittelmeer geworden.
Zur Story