International
Spanien

Polizei in Spanien fasst einflussreichen Kriminellen aus Schweden

Komplize von «Pablo Escobar Schwedens» in Spanien gefasst

04.08.2026, 06:5404.08.2026, 06:54

Die spanische Polizei hat nach eigenen Angaben einen der meistgesuchten flüchtigen Straftäter Schwedens festgenommen. Der Mann sei nach tagelanger Beobachtung im Badeort Sitges rund 30 Kilometer südwestlich von Barcelona gefasst worden, teilte die Nationalpolizei mit. Der Festgenommene soll demnach enge Verbindungen zu einem der bekanntesten Kriminellen Schwedens unterhalten haben – dieser gilt auch als «Pablo Escobar Schwedens», in Anlehnung an den einstigen kolumbianischen Drogenbaron.

epa12562130 A police car blocks the entrance to the Natural Parc of Collserola in Barcelona, Spain, due to the presence of swine fever in the local wild boars in the area, 01 December 2025. More than  ...
Die spanische Polizei hat einen einflussreichen schwedischen Kriminellen gefasst. (Symbolbild) Bild: keystone

Der Drogenkriminelle war bereits im August 2024 ebenfalls im katalanischen Nobelbadeort Sitges auf Ersuchen der schwedischen Behörden festgenommen worden. Inzwischen wurde er in Stockholm wegen grossangelegten Kokainschmuggels zu neun Jahren Haft verurteilt und verbüsst seine Strafe.

Dem nun Festgenommenen wird vorgeworfen, an mehreren Morden und Tötungsdelikten im Milieu der organisierten Kriminalität beteiligt gewesen zu sein. Nach Erkenntnissen der schwedischen Ermittler sollten die Angriffe rivalisierende Banden destabilisieren und Konflikte zwischen ihnen anheizen. Zudem soll der Mann junge Täter für gezielte Tötungen und organisierte Angriffe ausgebildet sowie sie mit Waffen und Sprengstoff versorgt haben.

Schwedens langer Kampf gegen Gang-Gewalt

Die Ermittlungen begannen im Juni 2025 im Rahmen einer Zusammenarbeit der spanischen und schwedischen Behörden. Nach monatelangem Informationsaustausch lokalisierten die Ermittler laut der Mitteilung der Policía Nacional den Gesuchten in einem Einfamilienhaus in Sitges. Weil die Behörden vermuteten, dass sich dort Waffen oder Sprengstoff befanden, griffen Spezialkräfte in den frühen Morgenstunden des Samstags zu.

Schweden kämpft seit Jahren mit einer Welle schwerer Bandengewalt, bei der auch Minderjährige für Auftragsmorde rekrutiert werden. Seit dem 1. August gilt dort ein Gesetz, das für Straftaten im Zusammenhang mit organisierter Bandenkriminalität deutlich höhere Strafen vorsieht. Kritiker bezweifeln allerdings die abschreckende Wirkung der Reform. (dab/sda/dpa)

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«Eigentlich sind wir überfordert» – Russland-Experte zum hybriden Krieg
In den letzten Monaten sichteten europäische Staaten immer wieder ausländische Drohnen in ihrem Luftraum. Die Vermutung: Sie kommen aus Russland. Warum der Kreml auf Drohnen setzt und ob seine Einmischung in den aktuellen Abstimmungskampf hybride Kriegsführung ist, sagt Russland-Experte Jeronim Perovic.
Seitdem man am Leipziger Flughafen eine Drohne gefunden hat, mit welcher Russland gemäss Bundeskanzler Friedrich Merz einen Angriff auf Deutschland geplant haben soll, scheinen die Mikro-Aggressionen des Kremls auf europäische Länder zuzunehmen. Manche Fachleute befürchten, dass Russland die Angst vor einem Angriff auf Nato-Staaten verliert. Sie auch?
Jeronim Perovic:
Solche Provokationen sind nichts Neues. Der Kreml verfolgt damit das Ziel, den Westen beschäftigt zu halten und auszutesten, wie weit er gehen kann. An einer direkten militärischen Konfrontation mit der Nato hat Putin jedoch kein Interesse. Das wäre ein potenziell grosser Krieg mit völlig unsicherem Ausgang, zumal Russland militärisch in der Ukraine festgefahren ist. Viele Russinnen und Russen wollen sich nicht mit dem Krieg in der Ukraine beschäftigen, solange sie nicht unmittelbar davon betroffen sind. Eine Massenmobilisierung wäre dagegen unpopulär, und das will Putin möglichst verhindern.
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