International
Spanien

Rücktritt von Rubiales: Spanischer Fussballverbands-Chef tritt zurück

FILE - The president of the Spanish soccer federation Luis Rubiales speaks during an emergency general assembly meeting in Las Rozas, Spain, Friday Aug. 25, 2023. The kiss by Luis Rubiales has unleash ...
Luis Rubiales tritt zurück.Bild: keystone

«Weil ich meine Arbeit nicht fortsetzen kann» – Rubiales legt seine Ämter nieder

11.09.2023, 00:4511.09.2023, 12:52

Luis Rubiales wird von seinem Amt als Präsident des spanischen Fussballverbandes zurücktreten. Dies gibt der 46-Jährige in einem Interview mit dem britischen TV-Moderator Piers Morgan bekannt.

«Ja, ich werde zurücktreten. Weil ich meine Arbeit nicht fortsetzen kann.»
Luis Rubiales

«Ja, ich werde zurücktreten. Weil ich meine Arbeit nicht fortsetzen kann», erklärte Rubiales im Gespräch mit Morgan, das noch nicht ausgestrahlt wurde, von dem Morgan aber am späten Sonntagabend auf dem Portal X (vormals Twitter) einen schriftlichen Auszug aufschaltete. Auch seine Tätigkeit als Vizepräsident der UEFA werde er nicht fortführen, kündigte der umstrittene Funktionär an.

Rubiales hatte am 20. August bei dem Gewinn des WM-Titels des spanischen Frauen-Nationalteams für einen Skandal gesorgt, indem er bei der Siegerehrung die spanische Spielerin Jennifer Hermoso auf den Mund küsste. Trotz einer globalen Welle der Entrüstung, der Suspendierung durch die FIFA, einer strafrechtlichen Untersuchung durch die spanischen Gerichte sowie eines Streiks der Nationalspielerinnen und einer Rücktrittswelle im Staff des Frauen-Nationalteams hielt der Spanier zunächst an seinem Amt fest.

Seitens der spanischen Justiz droht Rubiales eine Anklage wegen «sexueller Nötigung». Seit einer kürzlichen Reform des spanischen Strafgesetzbuchs kann ein nicht einvernehmlicher Kuss als sexueller Übergriff angesehen werden – eine Kriminalitätskategorie, die alle Arten sexueller Gewalt umfasst.

Jennifer Hermoso a d�pos� plainte contre Luis Rubiales.
Jorge Vilda, ehemaliger Trainer des spanischen Weltmeister-Teams, und Jennifer Hermoso bei einer Pressekonferenz.Bild: fxp-fr-sda-rtp

Luis Rubiales verteidigte sich zunächst mit der Behauptung, es habe sich um einen «einvernehmlichen kleinen Kuss» gehandelt. Zugleich geisselte er das Echo auf den Vorfall als «falschen Feminismus» und weigerte sich deshalb zurückzutreten. Seine Version wurde von Hermoso bestritten. Diese sagte, sie fühle sich als «Opfer einer impulsiven und sexistischen Handlung, die unangemessen war und ohne jegliche Zustimmung ihrerseits erfolgte». Daraufhin erstattete sie Anzeige.

Die Affäre stürzte den spanischen Fussball ins Chaos und überschattete den WM-Titel des Frauen-Nationalteams. Der von den Spielerinnen ebenfalls kritisierte Trainer Jorge Vilda, der Rubiales nahe steht und sich lange hinter diesen stellte, war am Dienstag vom Verband entlassen und durch seinen ehemaligen Assistenten Montse Tomé ersetzt worden. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Viva España? Hier ein paar lustige Bilder aus Spanien
1 / 24
Viva España? Hier ein paar lustige Bilder aus Spanien
Es kann dort ziemlich heiss werden.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Aufregung nach WM-Final: Spanischer Verbandspräsident küsst Spielerin auf den Mund
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Westjordanland: Israel vertreibt Palästinenser nach Angriff und reisst Häuser ab
Nach einem Terrorangriff auf Soldaten hat die israelische Armee die Stadt Hebron im Westjordanland abgeriegelt. Tausende sollen ihre Häuser verlassen.
Die israelische Armee hat Hebron und das benachbarte Halhul im besetzten Westjordanland abgeriegelt und mit dem Abriss von Gebäuden begonnen. Bewohner mehrerer Viertel müssen ihre Häuser verlassen. Armee und Inlandsgeheimdienst sprechen von einem begrenzten «Anti-Terror-Einsatz», der mehrere Tage dauern solle. Die israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem warnt dagegen vor Kollektivstrafen und Vertreibung.
Zur Story