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Sturm aufs Kapitol in den USA: «Wenn das alles Schwarze gewesen wären …»

epa08924633 A man looks at the US Capitol at sunrise in Washington, DC, USA, 07 January 2021. Members of Congress certified the 2020 Electoral College early this morning following more than six hours  ...
Das Kapitol in Washington am Morgen danach.Bild: keystone

US-Sportler zur Schande von Washington: «Wenn das alles Schwarze gewesen wären …»

Der Sport in den USA hat entsetzt auf den Sturm von Anhängern des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump auf das Kapitol in Washington reagiert und eine offensichtliche Ungleichbehandlung angeprangert. Vor allem in der NBA war der Aufschrei gross.
07.01.2021, 15:2307.01.2021, 15:27

Im Gegensatz zur Absicherung der Regierungsgebäude im Sommer wegen der Demonstrationen unter dem Motto «Black lives Matter» habe er weder die Armee noch die Nationalgarde gesehen, sagte der Trainer des NBA-Teams Philadelphia 76ers, Doc Rivers, vor dem Heimspiel gegen die Washington Wizards. «Das ist in vielerlei Hinsicht ein Beweis für ein privilegiertes Leben», sagte Rivers.

«Können Sie sich heute vorstellen, was passiert wäre, wenn das alles Schwarze gewesen wären, die das Kapitol gestürmt hätten?», fragte Rivers. «Keine Polizeihunde, die gegen Menschen eingesetzt wurden, keine Schlagstöcke, die Menschen treffen. Leute, die friedlich aus dem Kapitol eskortiert werden. Also zeigt das, dass man eine Menge auch friedlich auflösen kann.»

Kniende Basketballer

Der Trainer der Orlando Magic, Steve Clifford, sagte: «Unser Land wird in der ganzen Welt ausgelacht. Angefangen damit, wie wir mit der Pandemie umgegangen sind, bis zu dem jetzt. Es ist ein trauriger Tag für jeden.»

Die Basketball-Spieler der Boston Celtics um Nationalspieler Daniel Theis und von Playoff-Finalist Miami Heat knieten beim Abspielen der Nationalhymne vor der Partie. Zudem veröffentlichten die Spieler eine gemeinsame Stellungnahme. «Der drastische Unterschied zwischen dem Weg, wie Demonstranten im vergangenen Frühjahr und Sommer behandelt wurden, und der Ermunterung für die Demonstranten heute, die illegal gehandelt haben, zeigt, wie viel mehr Arbeit wir zu erledigen haben», hiess es.

The Boston Celtics and the Miami Heat teams kneel during the playing of the National Anthem before the start of an NBA basketball game, Wednesday, Jan. 6, 2021, in Miami. (AP Photo/Marta Lavandier)
In Miami setzen die Basketballer ein Zeichen.Bild: keystone

«Sie arbeiteten mit einer ‹Gewinne-um-jeden-Preis›-Attitüde», kritisierte Celtics-Coach Brad Stevens die Trump-Administration. Es werde ein schlimmes Ende mit der Regierung nehmen, worauf er sich freue, sagte der NBA-Coach. Celtics-Star Jaylen Brown verlor nach dem 107:105-Sieg zunächst kein Wort über die Partie, sondern sprach von der Ungleichbehandlung von weissen und schwarzen Amerikanern.

«Es sind verdammte Terroristen»

Die Spieler der Milwaukee Bucks und der Detroit Pistons gingen nach dem Sprungball auf ein Knie und wiederholten die Geste nach dem Wechsel des Ballbesitzes ein zweites Mal. Die Phoenix Suns und die Toronto Raptors hakten sich bei der Hymne in einem grossen Kreis unter, vor dem Duell der Golden State Warriors mit den Los Angeles Clippers gingen die Teams ebenfalls auf ein Knie. «Sie sind keine verdammten Demonstranten, es sind verdammte Terroristen», sagte Draymond Green von den Golden State Warriors.

Reaktionen gab es aber auch aus anderen Sportarten. Fussballerin Megan Rapinoe und Turnerin Simone Biles teilten mehrere Tweets, die das Verhalten der Sicherheitskräfte im Vergleich zu deren Umgang mit den Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt kritisierten. Der Quarterback der Seattle Seahawks, Russell Wilson, appellierte, die USA «müssten als Nation zusammenkommen».

Für Mittwoch waren elf NBA-Spiele angesetzt, jede Partie wurde zu Ende gespielt. Noch ist unklar, ob die Teams, die während der Hymne knieten, eine Strafe befürchten müssten. Die NBA hat seit Jahrzehnten eine Regel, wonach Spieler und Trainer beim Spielen der Nationalhymne stehen müssen. (ram/sda/dpa)

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