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Kuba begnadigt mehr als 2000 Gefangene

«Humanitäre Geste während der Karwoche»: Kuba begnadigt mehr als 2000 Gefangene

03.04.2026, 08:2403.04.2026, 08:24

Kurz vor Ostern hat die kubanische Regierung eigenen Angaben nach mehr als 2000 Gefangene begnadigt. Es handele sich um eine humanitäre Geste während der Karwoche, teilte die kommunistische Regierung auf X mit. Unter den Begnadigten seien junge Menschen sowie Über-60-Jährige, Frauen und Ausländer. Nicht entlassen werden sollen demnach aber unter anderem Sexualstraftäter oder Mörder. Weitere Details nannte die Regierung zunächst nicht. Unklar war, ob politische Gefangene unter den Begnadigten waren.

Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund massiver Spannungen mit den USA. Der kommunistische Inselstaat steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise, die seit drei Monaten durch ein US-Ölembargo dramatisch verschärft wird. Washington fordert unter anderem immer wieder die Freilassung von Häftlingen und hatte zuletzt den Druck auf Kuba erhöht, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen zuzustimmen.

epa12866275 Cuban President Miguel Diaz-Canel (C) participates in an event ahead of the 'Youth Anti-Imperialist Parade on Wheels' in Havana, Cuba, 02 April 2026. The island continues to stru ...
2. April 2026 in Havanna, Kuba: Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel (Mitte) nimmt an einer Veranstaltung im Vorfeld der «Antiimperialistischen Jugendparade auf Rädern» teil.Bild: keystone

Zweite Begnadigungswelle innerhalb kurzer Zeit

Bereits Mitte März hatte Havanna überraschend die Freilassung von 51 Häftlingen angekündigt – mit dem Hinweis, dies sei das Ergebnis der engen Kontakte mit dem Vatikan. Zuletzt hatte es Zeichen einer möglichen Vermittlerrolle der Kirche im Konflikt zwischen Havanna und Washington gegeben.

Es handele sich bereits um die zweite Freilassung von Inhaftierten in diesem Jahr im Zusammenhang mit den religiösen Feierlichkeiten der Karwoche, hiess es nun aus Havanna zur erneuten Begnadigung. Einen Bezug zu den Spannungen mit Washington stellte die Regierung nicht her.

Die Entscheidung zur Begnadigung beruht der kubanischen Regierung zufolge auf einer sorgfältigen Analyse unter anderem der begangenen Straftaten, des guten Verhaltens im Gefängnis und des Gesundheitszustandes. Entlassen würden Menschen, die einen erheblichen Teil ihrer Strafe bereits verbüsst hätten. (sda/dpa)

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