International
Ukraine

Ukraine: USA wollen Präsident Selenskyj retten – doch der lehnt ab

USA wollen Präsident Selenskyj retten – doch der lehnt ab

Russische Truppen haben ihren Angriff auf Kiew in der Nacht fortgesetzt, der Sturz von Präsident Selenskyj ist ihr erklärtes Ziel. Der richtete sich mit mehreren Videobotschaften an seine Landsleute.
26.02.2022, 10:47
Mehr «International»
Ein Artikel von
t-online

Die US-Regierung hat dem ukrainischen Präsidenten Hilfe bei der Flucht aus Kiew angeboten, aber Wolodymyr Selenskyj will in der umkämpften Hauptstadt bleiben. Das berichtet die «Washington Post» und beruft sich auf amerikanische und ukrainische Quellen. In einer nächtlichen Videobotschaft rief Selenskyj die Bevölkerung zur Verteidigung von Kiew auf.

«Das Schicksal des Landes entscheidet sich gerade jetzt, der Feind wird alle seine Kräfte einsetzen, um unseren Widerstand zu brechen», sagte Selenskyj gegen Mitternacht ukrainischer Zeit. «In dieser Nacht setzen sie zum Sturm auf Kiew an.» Er rief alle Ukrainer auf, «den Feind wo auch immer möglich aufzuhalten». Die Bevölkerung solle alle Markierungen entfernen, die Saboteure an Strassen und Häusern anbrächten. «Verbrennt die feindliche Militärtechnik mit allem, was zur Verfügung steht! Wir können die Hauptstadt nicht verlieren.»

In einem weiteren Video am frühen Morgen sagte er, die ukrainische Armee werde die Waffen nicht niederlegen, sie werde sich verteidigen. Er wünsche «allen einen guten Morgen», sagte er mit einem Lächeln. Er wolle kursierende Falschnachrichten widerlegen, wonach er das Land verlassen habe. «Ich bin hier. Wir werden die Waffen nicht niederlegen. Wir werden unseren Staat verteidigen, denn unsere Waffe ist die Wahrheit. Und die Wahrheit ist: Dies ist unser Land. Unser Land, unsere Kinder – und wir werden alles verteidigen.»

Offenbar russischer Truppentransporter abgestürzt

Der russische Präsident Wladimir Putin hat unterdessen die ukrainische Armee aufgefordert, die Macht in Kiew zu übernehmen und Präsident Selenskyj zu stürzen. «Nehmt die Macht in eure Hände. Mir scheint, Verhandlungen zwischen euch und uns wären einfacher», sagte Putin am Freitag in einer an die ukrainischen Streitkräfte gerichteten Rede, die im russischen Fernsehen übertragen wurde.

Am Samstagmorgen waren in der Nähe des Regierungsviertels in Kiew laut Augenzeugen Schüsse zu hören. Die ukrainische Armee erklärte, einen Angriff russischer Streitkräfte auf eine wichtige Stellung in der Hauptstadt abgewehrt zu haben.

In einer weiteren Erklärung teilte die Armee mit, dass in der Stadt Wassylkiw südlich der Hauptstadt «schwere Kämpfe» im Gange seien. Ein russischer Truppentransporter mit 200 Soldaten an Bord soll dort abgestürzt sein . Das Militär verkündete ausserdem den Abschuss eines russischen Hubschraubers und eines SU-25-Kampfflugzeuges gegen Mitternacht im Osten des Landes.

Verwendete Quellen:

((AFP,dpa,rtr,t-online ))

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Anti-Kriegs-Proteste in mehreren russischen Städten – die Polizei greift ein
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
65 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Garp
26.02.2022 11:37registriert August 2018
Die Ukraine führt diesen Krieg für alle, die an die Demokrtie glauben. Würde Selenskyi gehen, würde er doe Demokratie in Stich lassen. Seien wir ihm und den Unkrainern dankbar und unterstützen ihn da, wo wir können.
23611
Melden
Zum Kommentar
avatar
Salvatore_M
26.02.2022 11:15registriert Januar 2022
In einer Krise darf ein Präsident das Land nicht verlassen. Auf einem Schiff geht der Kapitän zuletzt von Bord. Wenn das stimmt, was die Washington Post schreibt, dann ist es ungeschickt, was die Amerikaner da angeboten haben. Vermutlich fürchten die Amerikaner um das Leben von Selenskyi; und das ist richtig. Denn wenn die Saboteure ihn finden, werden sie ihn „ausschalten”. Trotz dieser Gefahr ist wichtig, dass die Amerikaner die Ukrainer weiter mit präzisen Geheimdienstinformationen sowie Sanitäts- und Verteidigungsmaterial unterstützen. Was die Russen tun, ist inakzeptabel.
1767
Melden
Zum Kommentar
avatar
fireboltfrog
26.02.2022 13:14registriert Januar 2018
Der Mann hat mehr Eier als alle Regierung im Westen zusammen, welche dauernd Moralpredigen halten aber nicht für das Kämpfen wollen, was sie erzählen. Es ist eine Schande, dass wir es soweit kommen lassen haben.
715
Melden
Zum Kommentar
65
UN-Chef: «Naher Osten steht am Rande des Abgrunds» – das Nachtupdate ohne Bilder
Israel diskutiert weiter über die Art und Weise der Reaktion auf die iranischen Luftangriffe mit Drohnen und Raketen. Derweil legt die Hamas offenbar einen weiteren Gegenvorschlag für den Geiselaustausch vor – hier ist das Nachtupdate.

Nach dem beispiellosen Angriff des Irans auf Israel behält sich der jüdische Staat eine militärische Reaktion vor. Der Iran habe «jede rote Linie überschritten», sagte Israels Vertreter bei den Vereinten Nationen, Gilad Erdan, bei einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats am Sonntag in New York. Sein Land habe nun wiederum das Recht, Vergeltung zu üben. Eine Entscheidung darüber habe das israelische Kriegskabinett bei mehr als dreistündigen Beratungen am Nachmittag aber noch nicht gefällt, berichtete die Zeitung «Times of Israel». In den kommenden Tagen sollten weitere Gespräche geführt werden, meldete auch das Nachrichtenportal «Axios» unter Berufung auf einen israelischen Beamten. Bei der Sitzung seien mehrere Optionen für einen möglichen Vergeltungsschlag erörtern worden.

Zur Story