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US-Wahl: Erster Parteitag der Demokraten – das waren die Highlights

In this combination image from video, former first lady Michelle Obama, Sen. Bernie Sanders, I-Vt., and former Republican Ohio Gov. John Kasich speak during the first night of the Democratic National  ...
Michelle Obama, Bernie Sanders und der ehemalige republikanische Gouverneur John Kasich verbindet eins: Der Kampf gegen Trump.Bild: keystone

Alle gegen Trump – die Highlights von Tag 1 des Demokraten-Parteitags

Wie alles in diesem Jahr war auch der US-Demokraten-Parteitag ein bisschen anders als das letzte Mal. Hier also die Zusammenfassung des ersten Tages inklusive der Highlights.
18.08.2020, 07:0418.08.2020, 08:27

Was bedeutet dieser Parteitag?

Beim Parteitag küren die US-Demokraten Joe Biden offiziell zu ihrem Präsidentschaftskandidaten, der am 3. November gegen den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump antreten soll. Die Nominierung soll am Dienstagabend (Mittwochfrüh MESZ) stattfinden.

Umfragen sehen Biden im Präsidentschaftsrennen derzeit in Führung, allerdings haben diese wegen des komplizierten Wahlsystems in den USA nur begrenzte Aussagekraft. Ausserdem lag Hillary Clinton bei den Umfragen vor vier Jahren ebenfalls bis zum Schluss in Führung.

Traditionell sind die Parteitage Mega-Events im US-Wahlkampf und sollen den Enthusiasmus für die Kandidaten anheizen. Wegen der Corona-Pandemie veranstalten die Demokraten ihren dieses Jahr weitgehend virtuell: Aufgezogen war das zweistündige Abendprogramm wie eine TV-Show, durch die die Schauspielerin Eva Longoria Bastón führte. Auch die Republikaner haben ihre Planungen für den Parteitag kommende Woche umgeworfen, das Programm ist aber noch weitgehend unklar.

Donald Trump vs Joe Biden: Wer hat noch mehr Saft in den Knochen

Video: watson/Lino Haltinner

Was sagt Michelle Obama?

Für Biden haben mehrere prominente Demokraten die Werbetrommel gerührt. So zum Beispiel die frühere First Lady Michelle Obama. Sie hat vernichtende Kritik an US-Präsident Donald Trump geübt: «Donald Trump ist der falsche Präsident für unser Land», sagte die Ehefrau von Ex-Präsident Barack Obama.

Trump habe mehr als genug Zeit gehabt zu beweisen, dass er der Aufgabe gewachsen sei, er sei aber «ganz klar überfordert». Obama fügte hinzu: Als Präsident «kannst du dich einfach nicht durch diesen Job hindurch schwindeln».

«Präsident zu sein ändert nicht, wer du bist. Es offenbart, wer du bist», sagte Obama. Unter dem Republikaner Trump herrschten «Chaos, Spaltung und ein totaler und völliger Mangel an Empathie» im Weissen Haus. «Wenn Sie glauben, dass die Dinge unmöglich noch schlimmer werden können, vertrauen Sie mir, das können sie. Und das werden sie, wenn wir bei dieser Wahl nichts ändern. Wenn wir irgendeine Hoffnung haben, dieses Chaos zu beenden, dann müssen wir für Joe Biden stimmen, als ob unsere Leben davon abhängen.»

Obama fügte hinzu, dass sie nach wie vor zu ihrem vielfach gefeierten Satz auf dem Parteitag der Demokraten von 2016 stehe: «In den letzten vier Jahren haben mich viele Leute gefragt: ‹Wenn andere so tief sinken, klappt das dann wirklich mit dem Darüberstehen?› Meine Antwort: Darüberstehen ist das Einzige, was funktioniert.»

Michelle Obama prägte beim Parteitag 2016 in ihrer Rede, die viele als beste der «Convention» bezeichneten, den Satz «When they go low, we go high». Damit meinte sie so viel wie, dass man sich nicht auf das Niveau des Gegners herabbegeben sollte. Sie wiederholte diesen Gedanken auch dieses Jahr.

Was ist dieses Jahr anders?

Obamas Auftritt machte deutlich, wie anders sich der diesjährige Parteitag im Vergleich zu den vergangenen Jahren gestaltet: Ihre Rede dauerte nur wenige Minuten, war vorab aufgezeichnet worden, Obama war in einem Wohnraum zu sehen. Ursprünglich sollte der Parteitag mit Tausenden Delegierten und Zehntausenden Gästen in Milwaukee (Wisconsin) stattfinden. Die Ansprachen prominenter Vertreter der Demokraten dauern üblicherweise schon deswegen länger, weil sie durch Jubel und Zwischenrufe aus dem Publikum unterbrochen werden.

Was machen Republikaner da?

Von Auftritten mehrerer Republikaner erhoffen sich die Demokraten, auch andere Anhänger von Trumps Partei auf ihre Seite zu ziehen. Der ehemalige Gouverneur von Ohio, John Kasich, sagte: «Ich bin ein lebenslanger Republikaner, aber diese Verbundenheit steht an zweiter Stelle hinter meiner Verantwortung für mein Land.»

Was sagt Bernie Sanders?

«Bei dieser Wahl geht es um den Erhalt unserer Demokratie», sagte der linke Senator Bernie Sanders am Montagabend (Ortszeit) in seiner Parteitagsrede in Burlington. «Wir müssen zusammenkommen, Donald Trump besiegen und Joe Biden und Kamala Harris zu unserem nächsten Präsidenten und unserer nächsten Vizepräsidentin machen.»

Sanders warnte vor einer Niederlage der Demokraten bei der Wahl. «Diese Wahl ist die wichtigste in der modernen Geschichte dieses Landes», sagte der linke Senator. Er verwies auf eine «beispiellose Reihe an Krisen», auf die es eine beispiellose Antwort geben müsse: «Eine nie dagewesene Bewegung an Menschen, die bereit sind, aufzustehen und für Demokratie und Anstand zu kämpfen.»

In Anspielung auf Trumps Krisenmanagement ergänzte er das Sprichwort: «Nero fiedelte, während Rom brennt. Trump golft.»

Sanders war Bidens letzter ernstzunehmender Rivale im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur. Nach seinem Rückzug hatte Biden ihm inhaltliche Mitsprache bei dem Parteitag zugesagt, um die Partei so zusammenzuführen. Sanders hat eine klar linke Agenda, Biden gehört zum moderaten Flügel der Partei.

Der Senator hatte sich schon bei der Wahl 2016 um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bemüht, unterlag damals bei den Vorwahlen aber seiner internen Konkurrentin Hillary Clinton. Damals hatte es bis zuletzt harte interne Kämpfe zwischen beiden Lagern gegeben. Manche sahen Trumps Wahlsieg 2016 dadurch begünstigt. Ein ähnliches Szenario wollen viele Demokraten diesmal unbedingt vermeiden.​

Was steht noch an?

Nach der Nominierung Bidens am zweiten Tag der «Convention» steht am Mittwoch eine Rede von Ex-Präsident Obama auf dem Programm. Zudem soll sich Bidens Vize-Kandidatin, die Senatorin Kamala Harris, in Wilmington (Delaware) äussern. Dort ist Biden zu Hause. Er soll dort am Donnerstag, dem letzten Abend des Parteitags, seine Nominierungsrede halten.

Die Organisatoren des Parteitags hatten am Montag in einer Pressekonferenz betont, dass es bei dem Parteitag um Joe Biden, nicht um Donald Trump gehen soll. Trump kam in den Reden aber immer wieder vor und wurde direkt angegriffen: zum Beispiel für seinen Umgang mit Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt in der Hauptstadt Washington, für seine Warnungen vor der Briefwahl, für die Spaltung des Landes, die Trump nur noch weiter verschärft habe.

Was macht Trump?

Trump war unmittelbar vor dem offiziellen Start des Parteitags am Montag drei Mal vor Anhängern aufgetreten - zwei Mal in Minnesota und einmal in Wisconsin. Für die nächsten Tage sind weitere Auftritte geplant, ebenfalls in sogenannten Swing States, die bei der Wahl besonders umkämpft sind. Trump machte deutlich, dass er eine Niederlage bei der Wahl nur im Fall von Wahlmanipulationen für möglich hält: «Der einzige Weg, wie wir diese Wahl verlieren werden, ist, wenn die Wahl manipuliert wird.»

(jaw/sda/dpa)

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41 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Jo Kaj
18.08.2020 08:14registriert Juli 2019
«Der einzige Weg, wie wir diese Wahl verlieren werden, ist, wenn die Wahl manipuliert wird.»
Wie er es schafft auch wirklich ALLES zu verdrehen, unglaublich nervig, wie ein immerwährendes trotziges Kind, mühsam!
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DieFeuerlilie
18.08.2020 08:01registriert März 2017
«Der einzige Weg, wie wir diese Wahl verlieren werden, ist, wenn die Wahl manipuliert wird.»

Aha.. Trump liefert also bereits den Grund dafür, wieso er im November _nicht_ abtreten wird..

Ich freu mich jetzt schon auf die Bilder, wenn er gewaltsam -unter lautem Geschrei und Gejammer- aus dem Weissen Haus getragen wird.
In einer Zwangsjacke.. 😁
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rodolofo
18.08.2020 08:12registriert Februar 2016
Am überzeugendsten wirken auf mich die Worte von Bernie Sanders. Schade, dass die DemokratInnen nicht den Mut hatten, ihn zu ihrem Präsidentschaftskandidaten zu küren!
Aber vermutlich sind sie auch pragmatisch und erfahren genug, um zu wissen, wie allergisch der "Immer noch wilde Westen" bereits auf leise Andeutungen von "Sozialismus", oder "staatliche Regulierung" reagiert...
Jedenfalls freut es mich, zu sehen, wie jetzt alle an einem Strick ziehen, um erst mal "den Lukaschenko des Westens" los zu werden, so dass die arg ramponierten demokratischen Institutionen repariert werden können.
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