Internat verliert Lizenz – wegen Vorwürfen von Paris Hilton
Die Behörde für Gesundheit und Soziales hat der privaten Einrichtung Provo Canyon School in Springville die Lizenz entzogen, wie US-Medien berichteten. Dafür habe sie «gekämpft und gebetet», schrieb die Sängerin auf Instagram. Sie dankte Betroffenen, die sich über Jahre hinweg «mutig» zu Wort gemeldet hätten. Endlich würden die Kinder dort herausgeholt werden. Dies sei «ein starker Schritt zum Schutz zukünftiger Generationen».
«Mehr als fünfzig Jahre lang haben Kinder Geschichten von Missbrauch, Vernachlässigung und Trauma vorgebracht», sagte Hilton der US-Zeitschrift «People». Sie sei eines dieser Kinder gewesen. «Das kleine Mädchen in mir, dem gesagt wurde, dass man ihm nie glauben würde, fühlt sich heute so bestätigt.»
Als Begründung für die Schliessung der Schule führte die Behörde Verstösse und Versäumnisse der Einrichtung an, darunter eine mangelnde medizinische Versorgung von Schülern und Schülerinnen. Laut des Senders ABC hatten Eltern Klagen eingereicht.
Hilton berichtete schon vor Jahren vom Missbrauch
In ihrer Dokumentation «This is Paris» (2020) hatte Hilton öffentlich gemacht, dass sie in ihrer Jugend Missbrauch und Gewalt in Schulen für verhaltensauffällige Teenager erlebt habe. Im Kongress in Washington forderte die Hotelerbin wiederholt bessere Kontrollen und Schutzmassnahmen für Jugendliche in derartigen Einrichtungen.
«Diese Programme versprachen Heilung, Wachstum und Unterstützung», führte Hilton 2024 bei einer Anhörung in Washington aus. Stattdessen aber habe sie zwei Jahre lang weder frei sprechen noch sich frei bewegen dürfen, berichtete die zweifache Mutter. «Ich wurde zwangsweise mit Medikamenten vollgepumpt und vom Personal sexuell missbraucht.» Ihre Eltern hätten von alldem nichts gewusst, erzählte Hilton weiter. Sie seien getäuscht worden von den Betreibern der Einrichtungen – von einer «gewinnorientierten Industrie», wie Hilton sagte. (sda/dpa)
