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Vance greift Demokraten an: So lief Tag 2 beim Republikaner-Parteitag

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Der amerikanische Vizepräsident JD Vance geniesst in der Nacht auf Freitag seinen Auftritt am Parteitag der Republikaner in Dallas (Texas).Bild: keystone

Vance pöbelt gegen Demokraten und wird gefeiert – so lief Tag 2 des Republikaner-Treffs

Der US-Vizepräsident empfiehlt sich am Parteitag der Republikaner mit einer Grundsatzrede als Nachfolger von Donald Trump. Dieser hat für einmal nicht viel zu sagen.
11.09.2026, 06:4711.09.2026, 06:52
Renzo Ruf
Renzo Ruf

Donald Trump musste in der Nacht auf Freitag das letzte Wort haben. Auch zum Abschluss des republikanischen Parteitags in Dallas (Texas) hielt der amerikanische Präsident eine Rede – obwohl er doch eigentlich am Vorabend in einer extra-langen Ansprache bereits alles gesagt hatte.

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Auch Donald Trump liess sich einen weiteren Auftritt nicht nehmen.Bild: keystone

Immerhin sprach Trump dieses Mal nur 25 Minuten lang. Er fasste noch einmal zusammen, warum die Republikaner die anstehende Parlamentswahl im November unbedingt gewinnen müssten. Und warum nur er die USA vor einer drohenden Machtübernahme der Demokraten, die er als Kommunisten beschimpfte, retten könne. Dabei war er erneut bester Laune, und genoss es sichtlich, wie die Tausenden von Anwesenden ihm zujubelten. Auch nahm er den Anwesenden den Eid ab, dass sie sich an der kommenden Wahl beteiligen würden.

Dann hatte Trump plötzlich genug und sagte zum Publikum: «Ich will ein bisschen Musik hören, wenn Sie nichts dagegen haben.» Und sein Lieblingssänger, der Tenor Christopher Macchio, stimmte einige Klassiker an. Dazu schunkelte Trump zufrieden auf der Bühne, während Luftballons zu Boden schwebten.

Vance beschimpft Demokraten

Aber eigentlich war der Schlussabend des republikanischen Parteitags seinem potenziellen Nachfolger gewidmet. Bevor Macchio zu singen begann, hatte JD Vance das Wort.

Der Vizepräsident, 42 Jahre alt, ist überzeugt davon, dass er die Zukunft seiner Partei verkörpert. Im Gegensatz zu Trump, den Vance nach der nächsten Präsidentenwahl 2028 ablösen möchte, ist der vierfache Familienvater aber kein Bauchpolitiker. Er sieht sich vielmehr als ein Vordenker eines modernen Konservatismus mit nationalistischem Einschlag.

Ein wichtiger Aspekt dieser Ideologie sei die traditionelle Kernfamilie, sagte Vance, der kürzlich zum vierten Mal Vater geworden ist. Wer anderer Meinung sei, sagte Vance, «hat eine tiefe Leere in seiner Seele». Auch beschimpfte er die Demokraten als die Partei des Hasses.

So richtig Stimmung kam in der Sportarena aber erst auf, als ein Demonstrant nach etwa 15 Minuten Vances Ansprache unterbrach und auf der Zuschauertribüne eine Flagge schwenkte, die wie die mexikanische aussah. In der Halle waren wütende Zwischenrufe zu hören und die Sicherheitskräfte stoppten den Mann umgehend. Die Kameras blieben dabei auf Vance gerichtet. Als dieser wieder das Wort ergriff, erklärte er in einfachen Worten, «für die Zuschauer zu Hause», was sich gerade abgespielt habe. Seine Ausführungen schloss er mit den Worten: «Mein Freund, wenn du Mexiko so sehr liebst, dann verpiss dich doch dorthin.»

Die Reaktion des Publikums war ohrenbetäubend. Kein anderer Moment während des Parteitags wurde in Dallas derart bejubelt wie Vances semi-spontaner Ausbruch. Derart begeistert waren einige Anwesende, dass sie den Sprechchor «48, 48» anstimmten – wäre Vance doch der 48. US-Präsident, würde er tatsächlich kandidieren und im November 2028 die nächste Wahl gewinnen. Der Vizepräsident grinste und sagte: Nun müssten erst einmal die Republikaner die Parlamentswahl im November gewinnen. «Dann sehen wir weiter.»

Umfrage am Parteitag zeigt: Vance ist nicht unbestritten

In der Tat ist Vance noch nicht der nächste Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Zwar scheint Trump ihn nun energischer zu unterstützen, nachdem er sich vor einigen Monaten noch begeistert über Aussenminister Marco Rubio geäussert hatte. Der populistische Kurs, den Vance einschlagen will, stösst allerdings bei vielen Aktivisten in der Republikanischen Partei auf Widerstand. Sie werfen ihm vor, sich zu stark auf die Innenpolitik zu fokussieren und aussenpolitische Verbündete wie Israel im Stich zu lassen. Auch gibt es einflussreiche Stimmen, die Vance vorwerfen, er ignoriere den ständig wachsenden amerikanischen Schuldenberg.

Auch unter den Trump-Fans, die am Donnerstag in der Sportarena die Mehrheit des Publikums stellten, gilt Vances Kandidatur nicht als Selbstläufer. «Nur weil du Vizepräsident bist, wirst du nicht automatisch gewählt», sagte Amie Super, eine lokale Parteifunktionärin in Fort Worth (Texas), im Gespräch. Sie jedenfalls hoffe darauf, dass es auch bei den Republikanern zu einer umkämpften Vorwahl kommen werde.

Tammy Delucia, eine republikanische Aktivistin aus Pennsylvania, sagte: Die Wahl werde auf Marco Rubio fallen. Letztlich müsse aber Präsident Trump die Entscheidung treffen, wer ihn ersetzen solle.

Der texanische Abgeordnete Pat Fallon wiederum gab im Gespräch mit CH Media die Parole aus: «First things first», das Wichtigste zuerst. In einem ersten Schritt müssten die Republikaner nun ihre Mehrheiten im Repräsentantenhaus und Senat in Washington sichern. Anschliessend bleibe genug Zeit, um über den nächsten Präsidentschaftskandidaten der Republikaner zu diskutieren, sagte Fallon.

Der Auftritt von Vance am Parteitag der Republikaner zeigt also: Er hat das Zeug zum Publikumsliebling, auch dank seiner Geistesgegenwart. Ob das aber reicht, um Nachfolger von Trump zu werden, ist eine andere Frage. (schweizheute.ch)

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13 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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wurzeli
11.09.2026 07:09registriert April 2020
Wenn Vance so bibeltreu ist, sollte er vielleicht auch darin lesen. Ich empfehle die Bergpredigt.
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Pontifax
11.09.2026 07:08registriert Mai 2021
Klar muss er pöbeln um davon abzulenken, dass er bisher NICHTS geleistet hat.
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Rethinking
11.09.2026 07:08registriert Oktober 2018
Vance wäre erneut eine völlige Katastrophe
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