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Krieg Russland Ukraine: USA hoffen auf direkte Gespräche

Ukraine's President Volodymyr Zelenskyy, right, stands with Steve Witkoff, center, and Jared Kushner, U.S. President Donald Trump's envoys, at the end of their joint news conference in Kyiv, ...
Die US-Gesandten Jarde Kushner und Steve Witkoff trafen am Sonntag auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymir Selenskji.Bild: keystone

USA hoffen auf direkte Gespräche zwischen Moskau und Kiew

07.09.2026, 06:3707.09.2026, 06:37

Auch nach den Gesprächen der US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau und Kiew ist weiterhin unklar, welche Vorschläge für eine Friedenslösung sie den Kriegsparteien vorgelegt haben. Offen ist auch, ob es zur Wiederaufnahme direkter Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland unter US-Vermittlung kommen wird. Die Rückkehr zum trilateralen Format könnte Fortschritte bringen, sagte Kushner zum Abschluss des ersten Besuchs der US-Gesandten in der ukrainischen Hauptstadt.

Zuletzt hatten die USA im Februar bei direkten Unterredungen zwischen Russland und der Ukraine in der Schweiz als Vermittler am Tisch gesessen. In den vergangenen Monaten lagen die Gespräche auf Eis – auch weil die USA durch den Iran-Krieg abgelenkt waren. Sowohl die ukrainische Führung als auch ihre europäischen Verbündeten werfen der Regierung in Washington vor, nicht genügend Druck auf Russland auszuüben.

US-Präsident Donald Trump hatte vor der Reise seiner Unterhändler gesagt, Witkoff und sein Schwiegersohn Kushner würden einen neuen Vorschlag mitbringen, um den Krieg zu beenden. Zwar traten Selenskyj und die beiden US-Gesandten in Kiew vor die Presse, doch konkrete Details aus ihren Gesprächen wurden nicht bekannt. Kushner gab zu: «Es ist wirklich ein schwieriges Problem.» Er betonte aber immer wieder, wie viel Trump – der sich einst damit gebrüstet hatte, den Krieg binnen 24 Stunden beenden zu können – daran liege, eine Lösung zu finden.

Treffen mit Europäern «in Kürze»?

An den Verhandlungen in Kiew hatten zeitweise auch die Sicherheitsberater der Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich und Grossbritannien teilgenommen. «Wir haben vereinbart, dass sich die Ukraine, Europa und Amerika in Kürze treffen werden», sagte Selenskyj im Anschluss. Einen konkreten Termin nannte er nicht.

Selenskyj bekräftigte die Ansicht, dass zur Lösung der wichtigsten Fragen im Ukraine-Konflikt, wie etwa der Aufteilung umkämpfter Gebiete, ein Treffen auf höchster Ebene nötig sei.

Beim Empfang Kushners und Witkoffs in Moskau hatte Präsident Wladimir Putin erklärt, Trumps Unterhändler hätten inzwischen das Vertrauen der russischen Seite. «Für uns ist die Zusammenarbeit mit ihnen komfortabel», sagte er.

Selenskyj bezeichnete die Gespräche mit Witkoff und Kushner als «äusserst inhaltsvoll». Allerdings machte er deutlich, dass unter dem Strich wenig Zählbares herausgekommen sei. «Sollte sich der Krieg bis zum Winter ziehen, und danach sieht es aktuell aus, brauchen wir ein «Winterpaket», wurde er von den ukrainischen Medien zitiert.

In Kiew wird angesichts fehlender Munition für die eigenen Flugabwehrsysteme befürchtet, dass ungehinderte ballistische Raketenangriffe der Russen die kritische Infrastruktur des Landes schwer schädigen könnten. Moskau zielt immer wieder auf die Energieversorgung der Ukraine. Damit könnte die kalte Jahreszeit – mit drohenden Strom – und Heizungsausfällen – für die nach gut viereinhalb Jahren Krieg ohnehin zermürbte Zivilbevölkerung noch härter werden.

Die Ukraine brauche für die nächsten Monate einen «Plan A» und einen «Plan B», erklärte Selenskyj. Sollten verstärkte diplomatische Bemühungen und nichtmilitärische Druckmittel gegen Russland keinen Erfolg bringen, brauche es möglichst schnell eigene Schutzvorkehrungen gegen Raketen- und Drohnenangriffe. Über seine Gäste aus Washington hatte Selenskyj zuvor im Scherz gesagt, die Anwesenheit Witkoffs und Kushners habe «besser funktioniert als die Patriot-Flugabwehrsysteme» aus amerikanischer Produktion. Die beiden sollten öfter nach Kiew kommen, damit die Bewohner der Stadt ohne die ständigen russischen Angriffe ein wenig Luft holen könnten.

Kämpfe an der Front gehen weiter

Kremlchef Putin hatte für die Dauer des Besuchs der US-Unterhändler eine dreitägige Pause bei den Angriffen auf Kiew verkündet. Die Ukraine verzichtete dafür darauf, die russische Hauptstadt Moskau zu attackieren. Abseits der beiden Millionenmetropolen dauerte das Kampfgeschehen an der Front an. Der Generalstab in Kiew berichtete am Abend von über 200 russischen Angriffen entlang diverser Frontabschnitte, die abgewehrt worden seien.

In Dnipro kam bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Logistikzentrum ein Arbeiter ums Leben, drei weitere Personen wurden verletzt, wie der regionale Militärverwalter Olexander Ganscha auf Telegram mitteilte. Von der russisch besetzten Halbinsel Krim wurden mehrere ukrainische Drohnenangriffe gemeldet. Dabei wurden nach Angaben der Behörden drei Menschen verletzt. In der grenznahen russischen Stadt Belgorod wurden nach russischen Angaben zwei Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden. (sda/dpa)

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quelle: keystone / bo amstrup
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