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US-Delegation in Moskau: Russland kündigt Kiew-Feuerpause an

Kirill Dmitriev (Mitte), Sonderbeauftragter des russischen Präsidenten Wladimir Putin, heisst Jared Kushner (links) und Steve Witkoff (rechts) in Moskau, Russland, willkommen.
Kirill Dmitriev (Mitte), Sonderbeauftragter des russischen Präsidenten Wladimir Putin, heisst Jared Kushner (links) und Steve Witkoff (rechts) in Moskau, Russland, willkommen.Bild: x.com/thetect0nic

US-Delegation in Moskau: Russland kündigt Kiew-Feuerpause an

Während eine US-Delegation in Moskau über ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs spricht, kündigt Russland eine dreitägige Angriffspause auf Kiew an. Für den Rest des Landes gilt diese jedoch nicht.
05.09.2026, 17:5105.09.2026, 17:51

Russlands Präsident Wladimir Putin hat eine dreitägige Pause der Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew angeordnet. Die Feuerpause soll in der Nacht auf Sonntag beginnen. Sie gilt nach Angaben des Kremls allerdings nur für Kiew – nicht für andere Teile der Ukraine.

Die Ankündigung fällt mit dem Besuch einer US-Delegation in Moskau zusammen. Wie CNN berichtet, sind Trumps Sondergesandter Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner in der russischen Hauptstadt eingetroffen, um über ein mögliches Ende des Kriegs zu sprechen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, die Pause hänge mit den geplanten Kontakten der Amerikaner in Kiew zusammen. Putin soll die US-Delegation noch am Samstag treffen. Danach wollen Witkoff und Kushner erstmals in die ukrainische Hauptstadt reisen.

Ukraine bietet ebenfalls Pause an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, er habe bereits mit Witkoff und Kushner gesprochen. Die Ukraine sei bereit, bis Montag auf Angriffe auf Moskau zu verzichten – sofern Russland dasselbe gegenüber Kiew tue.

Selenskyj zeigte sich offen für Gespräche mit der US-Delegation. Man sei bereit für eine substanzielle Unterhaltung und wolle realistische Wege finden, um den Krieg zu beenden.

Kurz zuvor hatte Selenskyj jedoch russische Angriffe auf zwei Flughäfen nahe Kiew gemeldet, darunter Boryspil, den früheren internationalen Flughafen der Hauptstadt. Er deutete an, die Angriffe könnten mit Vorbereitungen für eine mögliche Anreise der US-Delegation per Flugzeug zusammenhängen.

Moskau zeigt wenig Kompromissbereitschaft

Die US-Mission kommt in einer angespannten Phase. Kiew wird seit Wochen immer wieder von russischen Raketen und Drohnen angegriffen. Erst am Freitag wurde das Hauptquartier des ukrainischen Geheimdienstes SBU in Kiew direkt getroffen.

Trump sagte am Freitag im Weissen Haus, Witkoff und Kushner brächten einen Vorschlag zur Beendigung des Kriegs mit. Es gebe eine gute Chance, dass man vorankomme.

Moskau klang zurückhaltender. Peskow verwies darauf, dass Trump selbst gesagt habe, es gebe keine neuen Ideen. Auch andere russische Vertreter machten deutlich, dass sie wenig Bereitschaft zu Zugeständnissen sehen. Die USA müssten die «Realitäten vor Ort» berücksichtigen, sagte Vizeaussenminister Sergej Rjabkow der russischen Staatsagentur Tass.

Kämpfe gehen andernorts weiter

Während Kiew vorübergehend verschont werden soll, gingen russische Angriffe in anderen Teilen der Ukraine weiter. In der Nacht auf Samstag meldete die Ukraine unter anderem Raketenangriffe auf Häfen am Schwarzen Meer sowie auf eine Fabrik in der zentralukrainischen Region Dnipropetrowsk.

Auch militärisch steht die Ukraine unter Druck. In der ostukrainischen Region Donezk rücken russische Truppen seit Monaten langsam vor. Mehrere wichtige Industriestädte geraten zunehmend in Gefahr.

Ob die angekündigte Pause in Kiew tatsächlich ein diplomatisches Signal ist oder vor allem den Besuch der US-Delegation absichern soll, bleibt offen. Für Selenskyj ist klar: Entscheidend sei nun, ob aus den Gesprächen mehr werde als eine kurze Feuerpause über der Hauptstadt. (mke)

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