Junge und Latino-Regionen kippen nach links: So entstand der «Bluenami»
Die USA haben gewählt. Die Demokraten übernehmen ab dem nächsten Jahr die Kontrolle über den Senat und das Repräsentantenhaus. Die blaue Welle schwappte sogar auf Hochburgen der Republikaner wie Iowa, Kansas oder South Carolina über.
Für diesen Wahlerfolg der Demokraten musste eine überwältigende Mehrheit der Counties und Districts seit Trumps Sieg 2024 in die demokratische Richtung rutschen, wie eine Karte von «The Washington Post» zeigt.
Auf der anderen Seite gab es nur sehr wenige Counties, etwa in Maine, Illinois, South Dakota und Minnesota, die leicht nach rechts rutschten. Der grosse Rest entwickelte sich in die andere Richtung, weil Wählende die Partei wechselten oder den Wahllokalen fernblieben. Das zeigt sich selbst in Regionen, in denen Trump und die Republikaner bisher unangefochten waren.
Fast alle ländlichen Counties rückten nach links
2024 feierte Trump noch grosse Erfolge in ländlichen Regionen und kleinen Städten. Nun wandten sich ländliche Wählende zu grossen Teilen von der Wirtschaftspolitik des Präsidenten und von seinem Umgang mit dem Krieg im Iran ab, heisst es in «The Washington Post». Ländliche Bundesstaaten wie Alaska und Kansas seien für die Demokraten in Schlagdistanz gerückt.
In den ländlichen Gebieten und Kleinstädten haben sich die Wählenden um 15,3 Prozentpunkte in die demokratische Richtung verschoben. Natürlich sind viele davon weiterhin republikanisch, eine grosse Anzahl wechselte dennoch die Farbe von rot zu blau.
Demokraten legen in der Stadt und auf dem Land fast gleich stark zu
Verschiebung gegenüber der Präsidentschaftswahl 2024 in Prozentpunkten. Nur Counties bzw. Districts mit mindestens 90 Prozent ausgezählten Stimmen.
Hinweise: Live-Resultate: Associated Press. Resultate 2024: Dave Leip’s Atlas of U.S. Presidential Elections. Einteilung nach dem Stadt-Land-Schema 2023 des National Center for Health Statistics; mittelgrosse Städte liegen in Metropolregionen mit 250’000 bis 1 Million Einwohnern. Werte für Districts aus Blockgruppen-, Tract- und County-Daten hochgerechnet. Stand: 5.11.2026, 10:40 Uhr.
Hispanisch geprägte Regionen machten den grössten Sprung nach links
Weitere grosse Unterschiede zur Präsidentschaftswahl 2024 zeigen sich beim Blick auf die Counties nach ethnischer Mehrheit. In Counties, in denen die Mehrheit der Bürger im wahlberechtigten Alter hispanischer Herkunft ist, verschob sich das Pendel um über 28 Prozentpunkte in Richtung der Demokraten. Die meisten davon liegen in Texas und New Mexico.
Auch Gegenden ohne ethnische Mehrheit schwingen zu den Demokraten
Verschiebung gegenüber der Präsidentschaftswahl 2024 in Prozentpunkten, nach ethnischer Mehrheit der Wahlberechtigten. Nur Counties bzw. Districts mit mindestens 90 Prozent ausgezählten Stimmen.
Hinweise: Live-Resultate: Associated Press. Resultate 2024: Dave Leip’s Atlas of U.S. Presidential Elections. Mehrheit bezogen auf die US-Staatsangehörigen im Wahlalter (U.S. Census Bureau). Werte für Districts aus Blockgruppen-, Tract- und County-Daten hochgerechnet. Stand: 5.11.2026, 10:40 Uhr.
Alle Gruppen rücken nach links
Die County-Daten zeigen, wo sich etwas bewegte. Wer sich bewegte, zeigen die Exit-Polls: Die Demokraten legen gegenüber 2024 in jeder Wählergruppe zu. Die Zahlen geben an, um wie viele Punkte sich der Abstand zwischen den Parteien verschoben hat. 2024 lagen die Demokraten bei den 18- bis 29-Jährigen 11 Prozentpunkte vorne, nun sind es 48. Das ergibt ein Plus von 37 Prozentpunkten.
Die Grafik unten zeigt nur Verschiebungen und keine absoluten Anteile. Schwarze Frauen beispielsweise wählten schon 2024 zu 92 Prozent Harris, mehr liegt kaum drin. Deshalb legen die Demokraten bei ihnen nur um zwei Prozentpunkte zu.
Kaum bewegt haben sich die über 65-Jährigen. 2024 lag Trump bei ihnen knapp vorne, nun herrscht Gleichstand: 50 zu 50. Die Älteren stellen über ein Drittel der Wählenden. Den «Bluenami» bremsten sie nicht, angetrieben haben sie ihn aber auch kaum.
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