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Lehrerin in Florida drohen Konsequenzen wegen «Don't say gay»-Gesetz

Lehrerin in Florida zeigt Disney-Film: Konsequenzen wegen «Don't say gay»-Gesetz drohen

Ermittlungen wegen eines Disney-Films: Einer Lehrerin in den USA drohen Konsequenzen, weil sie einen Film mit einer homosexuellen Hauptfigur zeigte.
16.05.2023, 05:5516.05.2023, 09:30
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Ein Artikel von
t-online

Eine Lehrerin im US-Bundesstaat Florida hat ihren Schülern einen Disney-Film gezeigt – jetzt drohen ihr Konsequenzen. Denn gegen die Lehrerin wird ermittelt, weil sie gegen das Gesetz über elterliche Rechte im Bildungswesen – auch «Don't say gay»-Gesetz («Sag nicht homosexuell»-Gesetz) genannt – verstossen haben soll. Das berichtet unter anderem die US-amerikanische Zeitung «Tallahassee Democrat».

This image released by Disney shows Ethan, voiced by Jaboukie Young-White, left, with Splat, in a scene from the animated film "Strange World." (Disney via AP)
Der 16-jährige Ethan ist der offen homosexuelle Hauptcharakter eines Disney-Films.Bild: keystone

Jenna Barbee zeigte den Fünftklässlern den Film «Strange World» von 2022, den ersten Disney-Film mit einer offen homosexuellen Hauptfigur. Daraufhin war sie von der Mutter einer Schülerin wegen angeblicher Indoktrination beim Bildungsministerium angezeigt worden.

Floridas republikanischer Gouverneur Ron DeSantis hatte vergangenes Jahr durchgesetzt, dass an Schulen kein Unterricht mehr über sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität erlaubt ist. Das galt zunächst für Grundschüler, mittlerweile wurde es auf alle Altersklassen ausgeweitet. Als Reaktion bezeichnete unter anderem US-Präsident Biden das Gesetz als hasserfüllt.

Barbee liess in einem Statement auf TikTok verlauten, der Film beinhalte keinen sexuell unangemessenen Inhalt. «Das Wort ‹Indoktrination› wird im Moment viel benutzt, aber es scheint, dass diejenigen, die es benutzen, es als Verteidigungstaktik für ihre eigenen, auf Angst basierenden Überzeugungen benutzen, ohne die wahre Bedeutung des Wortes zu verstehen», sagte sie.

Die Mutter, Shannon Rodriguez, ist auch Mitglied des Bildungsausschusses des Countys und Mitglied des rechts-konservativen Vereins «Moms for Liberty». Rodriguez hat schon früher für Aufsehen gesorgt, als sie Bücher in den Schulbibliotheken als Schmutz und Pornografie bezeichnete. Sie setzt sich weiter dafür ein, dass ihrer Meinung nach unpassende Bücher – wie zum Beispiel «Tote Mädchen lügen nicht» – aus den Schulbibliotheken entfernt werden.

(t-online, cck, ear)

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155 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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urs herti
16.05.2023 07:31registriert April 2023
Denke mal, dass diese Lehrerin ihren Beruf nach dem Verfahren in diesem Bundesstaat nicht weiter ausüben darf, oder auch nicht mehr möchte.
So wird ganz einfach auch die Jugend auf den rechten Kurs gebracht. Leider zeigen sich bereits auch bei uns solche Anzeichen.
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Menel
16.05.2023 07:42registriert Februar 2015
Ich frag mich immer; wo hören diese Leute dann auf? Wenn sie alle LGBTQ+ Leute vertrieben haben? Geht es ihnen überhaupt um die "Sache" oder darum, Macht auszuüben? Falls Letzteres, dann wird das wohl in noch was ganz Üblem ausarten.
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DanielaK
16.05.2023 08:11registriert November 2016
Immer wieder krass zu sehen, wie 1 Person so ein Theater auslösen kann. Vor 20 Jahren hätten wir im Religionsunterricht der Oberstufe (also eig. eher Ethikunterricht) Aufklärung haben sollen. Alle 4 Klassen des Jahrgangs haben sich drauf gefreut. Man wusdte ja von einigen älteren Geschwistern schon Bescheid was kommt. Dummerweise hat eines der Mädchen den 'falschen' Eltern freudig davon berichtet, was dazu führte, dasd der ganze Jahrgang darauf verzichten musste. Das war dem armen Mädel ganz schön peinlich, dabei konnte sie ja nix für ihre Eltern.
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