International
USA

Trumps Stabchefin Susie Wiles erklärt Rücktritt

Trumps Stabschefin Susie Wiles geht

06.11.2026, 20:0606.11.2026, 20:44

Wenige Tage nach dem verheerenden Wahldebakel der Republikaner baut US-Präsident Donald Trump seinen engsten Machtzirkel im Weissen Haus um. Stabschefin Susie Wiles, die auch Trumps Präsidentschaftswahlkampf geleitet hatte, gibt den Posten ab, wie Trump auf der Plattform Truth Social mitteilte. Auf die Stelle setzt er ab Montag den bisherigen Vizestabschef Stephen Miller, der hinter der aggressiven Migrationspolitik des Präsidenten steht.

Bei den Kongresswahlen hatten die Republikaner ihre Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus an die Demokraten verloren. Das ist ein verheerendes Ergebnis für Trump, der die Wahlen zu einer Abstimmung über seine Politik gemacht hatte. Seither laufen Positionskämpfe in der Republikanischen Partei um die künftige Ausrichtung. Zudem gingen Spekulationen los, ob Trump sein Kabinett und seinen Machtzirkel im Oval Office umbauen wird.

Wiles ist nun offensichtlich der erste Fall. Sie soll allerdings im politischen Umfeld Trumps bleiben. Wiles habe bereits am Donnerstagabend ihren Rücktritt eingereicht, berichtete der US-Sender CBS News unter Berufung auf einen Insider.

Der 41-jährige Miller ist für seine Hardliner-Positionen bekannt. Er ist einer der wenigen Berater Trumps, der die erste Amtszeit komplett überstanden hat. Die Jahre der Präsidentschaft von Joe Biden nutzte Miller, um die Grundlage für Trumps neuen Anlauf zu legen. Er schrieb als einer der ganz engen Vertrauten Trumps viele seiner Reden und gilt als intellektuelle Wurzel von dessen Politik. In Trumps zweiter Amtszeit fiel Miller vor allem mit umstrittenen Aussagen zu Migration und Geburtsrecht auf.

Wiles übte auch Kritik an Trump

Als Stabschefin war Wiles verantwortlich dafür, den Regierungsalltag des Präsidenten zu organisieren. Die 69-jährige politische Strategin gilt als extrem loyal und diskret. Wiles war die erste Frau auf dem Posten und war zuvor unter anderem Trumps Wahlkampfmanagerin.

Im Frühjahr war bekanntgeworden, dass Wiles an Brustkrebs erkrankt war. «Susie ist als eine meiner engsten und wichtigsten Beraterinnen eine starke Persönlichkeit und zutiefst dem Dienst am amerikanischen Volk verpflichtet», schrieb Trump damals. Im September gab Wiles bekannt, den Kampf gegen die Krankheit gewonnen zu haben.

In den Fokus der Öffentlichkeit geriet Wiles im Dezember wegen eines Artikels der «Vanity Fair». Wiles hatte darin überraschend unverblümt und auch harsch über ihren Chef geurteilt. Trump habe die «Persönlichkeit eines Alkoholikers», sagte sie beispielsweise. Das Magazin zitierte an dieser Stelle nicht den kompletten Satz aus dem Gespräch. Wiles warf dem Magazin später vor, Aussagen aus dem Kontext gerissen zu haben.

(sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Erste Ansprache nach den Midterms: Trump spricht spricht über Ballsaal, als wäre nichts gewesen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Massive Bombardements
Video zeigt: So brachial bombt die Koalition die IS-Kämpfer um Kobane weg
Schauplatz: Ein Hügel im Umland von Kobane, wo die IS-Dschihadisten ihre schwarze Fahne gehisst haben – ein fast schon ikonografisches Setting in der Belagerung der Kurdenstadt, ein untrügerisches Symbol des IS-Vormarsch. Dessen ist sich offenbar auch die US-geführte Anti-IS-Koalition bewusst.
Zur Story