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USA

Vor Midterms: Wahlkreiskrach in Missouri schaukelt sich hoch

«Midterms»: Rückschlag für Trumps Wahlkreisplan in Missouri

10.09.2026, 17:3710.09.2026, 22:39

Weniger als zwei Monate vor den US-Parlamentswahlen ist der Bundesstaat Missouri zum Schauplatz eines Streits um den Neuzuschnitt von Wahlkreisen geworden. Nach juristischem Hin und Her teilte ein Vertreter der dortigen Regierung mit, dass die örtlichen Wahlbehörden angewiesen würden, die alte Wahlkreiskarte aus dem Jahr 2022 zu verwenden - anstelle der von Republikanern bevorzugten neueren Version. Es ist allerdings unklar, ob das der letzte Stand vor der Wahl sein wird, oder ob die Entscheidung weiter vor Gericht ausgefochten werden wird.

This photo taken with a smartphone shows Steve Perry, of Kansas City, holding a sign in opposition to Missouri’s congressional redistricting plan on Wednesday, Sept. 2, 2026, outside the state Capitol ...
Gegner sehen den Versuch der Republikaner, sich durch einen für sie günstigen Neuzuschnitt der Stimmbezirke Vorteile zu verschaffen.Bild: keystone

Der Fall erzeugt bei den Wählerinnen und Wählern in Missouri im Mittleren Westen vor allem grosse Verwirrung. Für US-Präsident Donald Trump bedeutet die jüngste Entwicklung einen Rückschlag. Er unterstützte den Neuzuschnitt, weil sich seine Partei dadurch bessere Chancen auf einen weiteren Sitz im US-Repräsentantenhaus erhofft. Derzeit wird Missouri in der US-Hauptstadt Washington von sechs Republikanern und zwei Demokraten vertreten. Missouri hat rund 6,3 Millionen Einwohner.

Das Phänomen «Gerrymandering»

Ein Neuzuschnitt von Wahlkreisen ist nichts Ungewöhnliches und kommt auf Basis von neuen Volkszählungen öfter vor. Vor wichtigen Wahlen versuchen Demokraten wie Republikaner immer wieder, die Bezirke zu ihren Gunsten neu zu ziehen - das nennt man «Gerrymandering». Kritiker werfen den Republikanern vor, sich in Missouri durch einen für sie günstigen Neuzuschnitt der Stimmbezirke Vorteile zu verschaffen. Es geht konkret um einen möglichen zusätzlichen Sitz im Repräsentantenhaus. Auch in weiteren Bundesstaaten wurden neue Wahlkreiszuschnitte verabschiedet.

Am 3. November stimmen die Amerikanerinnen und Amerikaner über die Neubesetzung des Repräsentantenhauses sowie einen Teil der Sitze im Senat im US-Kongress ab. Die Republikaner wollen ihre dünne Mehrheit in den beiden Parlamentskammer verteidigen. Verlieren sie ihre Mehrheit, wird es für Trump deutlich schwieriger, seine Politik durchzusetzen.

Supreme Court grätschte rein

Die Anordnung des Bundesstaats, die alte Wahlkreiskarte zu nutzen, war am Donnerstag eine Reaktion auf eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA. Der Supreme Court in Washington hatte nur kurz davor vorläufig eine Entscheidung eines Bezirksrichters ausser Kraft gesetzt, der angeordnet hatte, dass die neu zugeschnittene Wahlkreisaufteilung bei den «Midterms» gelten soll.

Doch jetzt tut sich womöglich ein neues Problem auf. Bei den parteiinternen Vorwahlen wurden laut US-Medienberichten bereits die neuen Wahlkreise verwendet. Ob es rechtlich zulässig ist, zwei unterschiedliche Karten in dem Wahlprozess einzubinden, ist fraglich.

Missouri-Regierung wurde vor Gericht zitiert

Der Oberste Gerichtshof in dem Bundesstaat hatte in einem ungewöhnlichen Akt die Regierung zu einer Anhörung zitiert. Diese hatte sich einer Entscheidung der Richter widersetzt, die den Neuzuschnitt untersagt hatten. Die Regierung habe trotz des Urteils die unteren Wahlbehörden angewiesen, den Neuzuschnitt der Wahlkreise heranzuziehen, hiess es vom Gericht. (hkl/sda/dpa)

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18 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Pontifax
10.09.2026 18:48registriert Mai 2021
das US Wahlsystem ist schlichtweg eine Katastrophe und hat mit Demokratie schon mal gar nichts zu tun.
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dega
10.09.2026 18:11registriert Mai 2021
Einfaches Mittel Gerrymandering auszuhebeln. Alle Demokraten registrieren sich als Republikaner und wählen dann die andere Partei. Sie müssen ja nur registriert sein.

Ohne die Infos, kein Gerrymandering möglich.
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rindi
10.09.2026 18:39registriert November 2023
Es gibt eine einfach Lösung. Gerrymandering muss in der Verfassung als illegal erklärt werden.

Zudem muss auch das Präsidenten Wahlverfahren so abgeändert werden, das dieser durch eine einfache Mehrheit elected wird, nicht mit "Wahlmänner".

Auch die Briefwahl muss vereinfacht werden, jeder Bürger soll automatisch das Wahlrecht erhalten, ohne sich registrieren zu müssen. Aber dies wird wahrscheinlich erst möglich sein wenn die GOP nicht mehr an der macht ist.
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