International
USA

Vergewaltigungsvorwürfe – neue Details erhöhen Druck auf Uni Cornell

Vergewaltigungsvorwürfe – neue Details erhöhen Druck auf Uni Cornell

06.10.2026, 05:5106.10.2026, 05:51

Nach den Vergewaltigungsvorwürfen an der US-Eliteuniversität Cornell verschärfen sich die Reaktionen auf den Umgang der Hochschule mit dem Fall. Mehrere Medien berichteten von eingeschlagenen Fensterscheiben und Graffiti an den Wänden eines Gebäudes auf dem Campus, die der Universität vorwerfen, Vergewaltiger zu schützen. «Wir verstehen die Frustration und die starken Emotionen in unserer Universitätsgemeinschaft. Diese Bedenken verdienen Gehör, doch Sachbeschädigung ist nicht die Lösung», hiess es in einer Mitteilung der Cornell.

Im Zentrum des Falls steht der Vorwurf einer ehemaligen Studentin, im Oktober 2024 im Haus einer Studentenverbindung von mehreren Männern vergewaltigt worden zu sein. Strafrechtliche Konsequenzen gab es zunächst nicht. Nach einer neuen Zivilklage und wachsender öffentlicher Kritik wird der Fall inzwischen von New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James untersucht.

Während die Solidarität mit der Frau wächst, berichtete ihr Anwalt dem Sender CNN zugleich von Drohungen gegen sich und seine Mandantin.

Die Polizei der Cornell-Universität begann im November 2024 mit der Untersuchung des Vorfalls und hielt schriftlich fest, dass die Frau, die nur unter dem Pseudonym Jane Doe bekannt ist, kürzlich in dem Haus einer Verbindung namens Chi Phi von mehreren Männern vergewaltigt worden sei.

New York Times legt Bestrafungen offen

Die «New York Times» hat die Unterlagen der Universitätsuntersuchung des Falles ausgewertet. Demnach wurden zwei Beschuldigte der Universität verwiesen, zwei suspendiert und mit Disziplinarmassnahmen auf Bewährung belegt, ein Beschuldigter wurde zur Persona non grata erklärt. Zwei Männer hätten Kontaktverbote erhalten, «Schulungsmodule» absolvieren und «Reflexionspapiere» schreiben müssen. Die Unterlagen stellen demnach auch fest, dass die Männer per Chat im Haus dazu aufriefen, sich am Sex mit der Frau zu beteiligen, und dass sie zum Drogenkonsum gezwungen wurde.

Der Bezirksstaatsanwalt sagte in einer Erklärung vergangene Woche, dass nichts auf Straftaten in der ursprünglichen Aussage hingedeutet habe. Die New Yorker Gouverneurin Kathy Hochul entzog ihm kurz darauf die Zuständigkeit für den Fall und beauftragte Generalstaatsanwältin Letitia James mit der Leitung der strafrechtlichen Ermittlung.

US-Präsident Donald Trump sagte in einer ersten Reaktion auf den Fall, die Person, zu der James ermittle, tue ihm leid, «denn sie wird keine faire Chance bekommen». Die Demokratin James führte als New Yorker Generalstaatsanwältin einen grossen zivilrechtlichen Betrugsprozess gegen Trump. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Hurrikan «Polo» in Mexiko
1 / 10
Hurrikan «Polo» in Mexiko

Der Hurrikan «Polo» hat die mexikanische Halbinsel Niederkalifornien (Baja California) erreicht.

quelle: keystone / eduardo verdugo
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Brutale Szenen bei Schülerprotesten in Frankreich
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Warum die Briten wieder in die EU wollen
Der Brexit war ein monumentaler Fehler – doch der Weg zurück nach Brüssel ist sehr steinig.
Die jüngsten Umfragen auf der Insel zeigen ein klares Bild: 59 Prozent der Briten möchten zurück in die EU, nur 32 Prozent sind dagegen. Diese Zahlen sind nicht wirklich überraschend, denn der Brexit war ein Flop der Superklasse. Das Vereinigte Königreich musste dafür einen hohen Preis bezahlen. Wäre es in der EU geblieben, wäre das Bruttoinlandsprodukt um sechs Prozent stärker gewachsen. Der Gegenwert hingegen liegt bei Null.
Zur Story