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Witkoff und Kushner reisen laut Selenskyj am Sonntag nach Kiew

Witkoff und Kushner reisen laut Selenskyj am Sonntag nach Kiew

Russische Warnungen und die anhaltenden Angriffe auf Kiew hatten Zweifel an ihrem Besuch geweckt. Präsident Selenskyj zumindest erwartet die beiden Trump-Gesandten am Sonntag.
04.09.2026, 21:1004.09.2026, 22:41
Simon Cleven / t-online
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t-online

Die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner werden am Sonntag nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew erwartet. Zuvor sollen die beiden Vertrauten von US-Präsident Donald Trump Moskau besuchen, wie Selenskyj am Freitag mitteilte. Trump bestätigte die Reise am Freitagabend (Schweizer Zeit) auf Nachfrage gegenüber Reportern.

Einen konkreten Zeitpunkt nannte er dabei aber nicht. Sie würden einen Vorschlag mitbringen, um den Ukraine-Krieg zu beenden, sagte Trump – auch in diesem Fall, ohne ins Detail zu gehen. «Wir haben sie dorthin geschickt, um zu prüfen, ob wir etwas erreichen können.» Wie bereits bei vorherigen Vermittlungsbemühungen seines Landes in dem Krieg gab sich Trump optimistisch, dass das gelingen könnte. Ein echter Durchbruch wurde dabei bislang aber nicht erreicht.

Jared Kushner, left, and Steve Witkoff, Special Envoy for Peace Missions listen as Vice President JD Vance speaks during a news conference after meeting with representatives from Pakistan and Iran, Su ...
Waren bisher häufiger in Russland als in der Ukraine: Jared Kushner und Steve Witkoff.Bild: keystone

Zuvor waren Zweifel daran publik geworden, ob die Reise tatsächlich stattfindet. Eine mit der Situation vertraute Person hatte Reuters gesagt: «Der Plan sieht vor, Moskau und Kiew zu besuchen, aber es heisst, dass Witkoff nervös ist», zitierte die Nachrichtenagentur. «Es gibt Signale, dass sich Witkoff nicht mehr so sicher ist wie noch vor einigen Tagen.» Der «Kyiv Independent» berichtete, er sei aus Russland vor Gefahren in Kiew gewarnt worden. Eine von dem Portal zitierte Person wertete dies als Versuch Moskaus, den Besuch zu verhindern. Unabhängig bestätigen liess sich diese Einschätzung nicht.

Russland greift Kiew weiter an

Die US-Regierung hatte Insidern zufolge von beiden Seiten Sicherheitszusagen verlangt. Selenskyj erklärte nun, die Ukraine werde während des Moskau-Aufenthalts der Gesandten keine Luftangriffe ausführen. Russland müsse im Gegenzug seine Angriffe während des Besuchs in Kiew einstellen. Ob Moskau dem zugestimmt hat, blieb zunächst offen.

Der Besuch wäre die erste Reise Witkoffs und Kushners in die Ukraine seit Trumps Rückkehr ins Weisse Haus. Beide haben bereits mehrfach Moskau besucht und dort Gespräche mit Kremlchef Wladimir Putin geführt. Nach Angaben des Portals «Axios» sollen sie am Samstag mit Putin und am Sonntag mit Selenskyj sprechen.

Die Ankündigung fällt in eine Phase schwerer russischer Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt. Kiew war zuletzt tagelang in Folge Ziel russischer Drohnen- und Raketenangriffe. Am Donnerstag meldeten die ukrainischen Behörden erneut Schäden an Lagerhallen und einen Brand. Am Freitag traf eine Drohne nach ukrainischen Angaben die Zentrale des Inlandsgeheimdienstes SBU in Kiew.

Nach Angaben des «Kyiv Independent» hatte das Weisse Haus Russland gebeten, während eines möglichen Besuchs der US-Gesandten keine Angriffe auf Kiew zu fliegen. Moskau hatte sich dazu zunächst nicht verpflichtet. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte zugleich, Washington habe auch die Ukraine gebeten, während der Reise keine Angriffe auf Moskau auszuführen.

Diplomatie unter Druck

Die geplante Reise ist Teil neuer Bemühungen der Trump-Regierung, Gespräche über ein Ende des Kriegs voranzubringen. «Axios» berichtet, Witkoff und Kushner hätten sich am Donnerstag im Weissen Haus mit Trump getroffen, um den Besuch vorzubereiten. Die Vermittlungsbemühungen Washingtons zwischen Russland und der Ukraine sind seit Februar weitgehend ins Stocken geraten, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des von den USA und Israel begonnenen Kriegs gegen den Iran.

Die Aussichten auf einen diplomatischen Durchbruch bleiben gering. Putin hält weiter an Forderungen fest, die Kiew ablehnt: darunter Gebietsabtretungen, ein Verzicht auf eine Nato-Perspektive und eine starke Verkleinerung der ukrainischen Streitkräfte. Zugleich hat Russland seine Angriffe auf ukrainische Städte verstärkt.

Verwendete Quellen:

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