US-Militär greift Iran wieder an – trotz Waffenruhe
US-Streitkräfte haben eine Reihe von «heftigen Angriffen» gegen den Iran gestartet. Damit sollen iranische Angriffe auf Schiffe in der Strasse von Hormus vergolten werden.
Das regionale US-Kommando CENTCOM erklärte, dass man seit Mittwoch (Ortszeit) die Angriffe wieder aufgenommen habe, um dem Iran «schwere Verluste für die Angriffe auf den internationalen Handel und unschuldige Zivilisten» zuzufügen.
U.S. Central Command forces have begun launching a series of powerful strikes against Iran to impose heavy costs for targeting and attacking commercial shipping crewed by innocent civilians in an international waterway. The U.S. strikes are in response to Iranian attacks on three…
— U.S. Central Command (@CENTCOM) July 7, 2026
Laut iranischen Staatsmedien seien im Süden des Landes Explosionen zu hören. Mehr zu den US-Angriffen in Kürze.
US-Sanktionen wieder aufgenommen
Die USA haben die zuvor gelockerten Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft gesetzt. Eine vor gut zwei Wochen erteilte Ausnahmegenehmigung werde wieder zurückgenommen, teilte das US-Finanzministerium mit. Neue Geschäfte mit Rohöl, Petrochemie- und Erdölprodukten iranischen Ursprungs sind damit wieder untersagt.
Ein US-Regierungsbeamter erklärte, die Ausnahmegenehmigung werde aufgehoben, weil sich das Rahmenabkommen mit dem Iran an dessen Verhalten orientiere. Der Iran profitiere nur dann von wirtschaftlichen Erleichterungen, wenn er seinen Verpflichtungen nachkomme. Das Verhalten Teherans in der Strasse von Hormus sei für die USA «völlig inakzeptabel».
Die Ölmärkte reagierten umgehend. Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent zur Lieferung im August legte zuletzt um 5,63 Prozent auf 76,04 US-Dollar zu.
Angriffe auf Tanker in der Strasse von Hormus
Zuletzt waren mehrere Tanker in der Strasse von Hormus angegriffen worden. Teheran hatte sich zunächst nicht offiziell zu den Vorwürfen geäussert oder Verantwortung reklamiert. Der Iran hatte aber in den vergangenen Tagen wiederholt erklärt, nur die von ihm vorgegebene Route durch die Strasse von Hormus sei sicher.
Bereits begonnene und zuvor genehmigte Geschäfte dürfen lediglich noch bis zum 17. Juli abgewickelt werden. Neue Käufe oder das Beladen von Schiffen mit iranischem Öl sind nach Angaben des Ministeriums nicht mehr erlaubt.
Sanktionen wurden als Teil des Rahmenabkommens gelockert
Die ursprüngliche Ausnahmegenehmigung war am 21. Juni nach Gesprächen zwischen Washington und Teheran erteilt worden. Damit wurden US-Verbote im Zusammenhang mit Produktion, Lieferung und Verkauf iranischen Rohöls und anderer Erdölprodukte vorübergehend ausgesetzt. Das galt zunächst bis zum 21. August. Die Lockerung war Teil einer vorläufigen Vereinbarung, mit der beide Seiten Verhandlungen über ein dauerhaftes Abkommen ermöglichen wollten.
Mit der neuen Genehmigung verschärft Washington den wirtschaftlichen Druck auf Teheran. Die Strasse von Hormus ist für den Ölhandel enorm wichtig. Weil während des Krieges die Durchfahrt von Tankern faktisch kaum möglich war, waren die Preise weltweit nach oben geschossen. Mit der Ausnahmegenehmigung hatten die USA die Energiemärkte zwischenzeitlich beruhigt. (cpf/sda/dpa)
