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Emma Amour

Nach dem Sex mit dem DJ heule ich – an der Brust seines Dads!

Eigentlich will ich nur ein bisschen Spass mit Rick, dem DJ. Den ich auch habe. Warum ich danach in seiner Küche weine, was sein Vater damit zu tun hat und wie ich auf den Aff komme: Willkommen zur neusten Episode aus der Vita Emma.
05.09.2019, 09:4406.09.2019, 10:20

Ich bin immer noch sehr beflügelt. Auch habe ich das Gefühl, dass ich diesen strahlenden Teint habe, der Frauen nach enorm guten Sex noch tagelang rote Bäckchen zaubert.

Es ist sehr toll. Die Bäckchen. Der Teint. Die Seelen-Party. Und Ricks Penis. Der ist King. Der kann vieles. Und er kann vieles sehr lange. Dazu kann Rick richtig gut küssen. Knutschen ist eine meiner absoluten Lieblingsbeschäftigungen. Rick gehts auch so.

Also Match. Spätsommer-Affäre vom Feinsten. Wahrscheinlich werden wir es nicht bis zum Winter schaffen. Rick ist DJ. Snowboarder. Surfer. Finde ich alles geil. Bin ich aber alles nicht. Leider. Ich hol mir ja schon fast auf einem E-Trottinett den Tod.

Sein «Mitbewohner» ist sein Vater!!!

Also sind sich Rick und ich sehr schnell einig, dass unsere Geschichte zum einen temporär und zum anderen rein sexuell ist. Nach dem letzten Sex jedenfalls liege ich wach in seinem Bett und finde keinen Schlaf. Sein Mitbewohner sei verreist, sagte Rick. Also schlurfe ich in Unterhosen und Trägershirt an den Kühlschrank, um mir ein Wasser zu holen.

«Hallo», sagt eine Männer-Stimme. Ich zucke zusammen. «Sorry, ich wollte dich nicht erschrecken», sagt der Mensch zur Stimme und schaltet das Licht in der Küche ein. «Ich bin Ricks Papa», sagt er.

Ich schaue ihn mit riesigen Augen an. «Muss dir nicht unangenehm sein, wir haben eine lockere Männer-WG, da liegt halbnackter Damenbesuch mitten in der Nacht gut drin.»

«Grüezi», sage ich. «Ich heisse Emma, ich hoffe sehr, dass ich Sie nicht geweckt habe.» Ich soll ihn duzen, sagt Peter. Und ich habe ihn keinesfalls geweckt. Er sei erst gerade nach Hause gekommen. Einen Tag früher als geplant. Ich soll mich zu ihm setzen, wenn ich mag.

Die Welpen geben mir den Rest!

Eigentlich will ich nur eines. Im Boden versinken. Oder zumindest meine Jeans holen. Aber wenn ich mich jetzt umdrehe, stehe ich quasi mit nacktem Hintern da. Auch Scheisse. Also setzte ich mich zögerlich an den Küchentisch meiner Affäre. Morgens um vier Uhr. Mit dem Vater meiner Affäre. Ohne Hosen.

Wer ich denn sei, woher ich komme, was ich mache, fragt Peter. Ich antworte anfangs zögerlich. Diese Situation schüchtert mich ein. Als er mir dann eine Zigi und ein Hanf-Bier anbietet, werde ich etwas lockerer. Nach zwei Dosen Bier bin ich sogar richtig locker.

Peter erzählt mir aus seinem Leben. Er ist Umweltaktivist. Einer, der sich vor allem für bedrohte Tierarten einsetzt. Peter erzählt mir vom Schicksal der Wale, von Elefanten und gefangenen Bären und Affen, die in gewissen Ländern als Touristenattraktion herhalten müssen.

«Und dann erst das Drecksgeschäft mit den Welpen», erzürnt er sich, während er an seiner selber gedrehten Zigi zieht. Oft würden diese viel zu schnell nach der Geburt von ihrer Mama getrennt, in verdreckte Käfige gesperrt und an Märkten ungeimpft und misshandelt zum Verkauf angeboten.

Peters Geschichten treffen mich mitten ins Herz. «Schau da», sagt er und hält mir sein Handy vors Gesicht. «So sieht das aus. Zehn Welpen in einem winzigen Käfig. Alle kurz vor dem Verhungern.» Die «Scheissregierung» würden tatenlos zusehen. Peters Zornfalte vergrössert sich, während sich meine Augen nicht nur mit Tränen füllen, nein, ich flenne los.

Und zwar richtig.

Es brechen alle Dämme.

Hier in dieser Küche mit dem Vater meiner Affäre am Tisch fühle ich das ganze Weltelend auf meiner Schulter und in meinem Herz.

Die Hunde. Die Wale. Plastik im Meer. Die Elefanten. Die Affen. Die Bären.

Ich kann nicht mehr.

Peter holt eine XL-Packung Kleenex. Die haben hier Unmengen davon. Zwei Packungen liegen neben Ricks Bett. Wäre ich nicht so beelendet, wäre mir das eventuell wieder kurz unangenehm.

So aber bin ich einfach nur froh um die Nastüechli und Peters rechten Arm, der mich an seine Brust drückt. Wo ich mich noch einmal nicht unter Kontrolle habe und erneut zum sehr heftigen Weinkrampf aushole.

Das Szenario endet damit, dass Peters weisses T-Shirt nun braune und schwarze Flecken von meinem Make-up und meiner Mascara hat. Und damit, dass Rick irgendwann sehr verstört und verpennt im Türrahmen stand.

Mit einer Morgenlatte.

Ich würde die Geschichte in der geschriebenen Form an dieser Stelle gerne beenden. Ich habe auch Gefühle. Was ich seit neustem auch habe, ist ein Paten-Äffli in einer Auffangstation für Tiere am anderen Ende der Welt.

Und Sex mit Rick habe ich auch immer noch.

Affe und Sex. Wenn ich es mir richtig überlege, ist das hier am Ende doch eine meiner glücklichsten Geschichten.

Danke, Rick.

Merci, Peter.

I love you, Herr Nilsson.

(Muss jetzt jemand «Herr Nilsson» googeln!?)

Adieu,

«Ich habe einfach kein Verständnis für Leute, die Pelz tragen»

Video: watson/Angelina Graf, Emily Engkent
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Die Geschichten aus dem Leben von Emma Amour:

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.bild: watson
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