Der Streaming-Riese Netflix hat dank Serien- und Filmhits wie «The Witcher» oder «The Irishman» zum Jahresende überraschend viele neue Kunden angelockt. Die Anzahl der Bezahlabos stieg in den drei Monaten bis Ende Dezember weltweit um 8.8 Millionen, wie der Online-Videodienst am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte.
Damit übertraf Netflix die eigene Prognose und auch die Markterwartungen. Zum Quartalsende brachte es das Unternehmen auf gut 167 Millionen bezahlte Mitgliedschaften.
Allerdings tut sich Netflix im US-Heimatmarkt weiterhin schwer – dort sind seit jüngstem auch der Hollywood-Gigant Disney und Apple mit Streaming-Diensten am Start.
Hier kamen im vierten Quartal nur 423'000 Abo-Kunden hinzu. Das waren deutlich weniger als angenommen, was die Aktie nachbörslich zwischenzeitlich etwas unter Druck brachte. Auch beim Ausblick auf das laufende Vierteljahr blieb Netflix mit einem globalen Zuwachs von sieben Millionen Kunden unter den Erwartungen.
Gewinn und Umsatz überraschten im Schlussquartal positiv. Netflix erzielte einen Überschuss von 587 Millionen Dollar. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen lediglich 134 Millionen verdient. Die Erlöse wuchsen auf 5.5 Milliarden Dollar – ein deutliches Plus von 31 Prozent im Jahresvergleich.
Im Zuge der Quartalszahlen hat Netflix bekanntgegeben, dass die User-Zahlen nach einem neuen Verfahren ermittelt werden, wie golem.de berichtet:
Auf Smart-TVs und Streaminggeräten habe Netflix seit langem eine automatische Wiedergabe implementiert, ruft das deutsche Techportal in Erinnerung. Sobald die User einige Sekunden auf dem Icon für einen Film oder eine Serie bleiben, starte umgehend die Wiedergabe. Dies könne man nicht abschalten. Netflix mache jedoch keine Angaben dazu, «ob bei der Zählung auch Inhalte berücksichtigt werden, die lediglich aufgrund dieses Mechanismus abgespielt werden.»
Obwohl Netflix wegen des Streamings unternehmensintern ganz genau wisse, welche Filme und welche Serien von den Abonnenten bis zum Ende angeschaut werden, veröffentliche der Anbieter solche Zahlen nicht.
Vergangene Woche haben 24 Netflix-Produktionen Oscar-Nominierungen erhalten. Damit sticht der Streaming-Dienst alle anderen grossen Filmstudios aus.
Die 92. Verleihung der Academy Awards findet am 9. Februar 2020 im Dolby Theatre in Los Angeles statt.
(dsc/sda/dpa)