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Emirates lanciert Komfort-Neuheit – die Swiss wartet ab

Emirates lanciert Komfort-Neuheit – die Swiss wartet ab

Die Wüsten-Airline denkt den Sitz für seine Fluggäste in den günstigeren Reihen neu. Das dürfte die Fluggäste freuen, aber nicht alle Flughafengeschäfte.
22.07.2026, 05:1022.07.2026, 05:10
Benjamin Weinmann
Benjamin Weinmann
Auch an Bord der A380-Flotte von Emirates soll die Neuheit installiert werden.
Auch an Bord der A380-Flotte von Emirates soll die Neuheit installiert werden.Bild: Imago/Olaf Schuelke

Acht Stunden im gleichen Sitz, oder gar neun, zehn oder mehr Stunden – es ist eine notwendige Tortur für alle Passagiere, die sich den Komfort in den vordersten Reihen auf Langstreckenflügen nicht leisten können. Nebst dem minimalen Sitzabstand kommt der Mangel an Liegeflächen für den Kopf hinzu. Das kleine Kissen mag zwar den Hinterkopf stützen, doch sobald man einnickt und sich der Kopf zur Seite neigt, nützt es herzlich wenig.

Nun reagiert die arabische Airline Emirates. Sie lanciert ein neues Konzept für die Economy-Reihen namens U-Dream. Dabei handelt es sich um eine mehrfach verstellbare Kopfstütze, die den Kopf und Nacken beim Schlafen oder Entspannen umfassend stützt. Sie wird in allen Economy-Sitzen der A350-Flotte von Emirates eingebaut sowie in den meisten Boeing-777 und den Riesenvögeln, den Airbus A380. Die Airline ist mit dieser Innovation laut eigenen Angaben Branchenpionier.

Economy-Class-Komfort neu definiert? Emirates führt die weltweit erste «U-Dream»-Kopfstütze ein.
Economy-Class-Komfort neu definiert? Emirates führt die weltweit erste «U-Dream»-Kopfstütze ein.Bild: zvg

Die Kopfstütze aus Leder lasse sich vertikal verstellen und neigen, sodass sie an Passagiere unterschiedlicher Körpergrösse und Statur angepasst werden kann und während des gesamten Fluges individuellen Komfort biete, heisst es in einer Mitteilung. Zudem erfülle sie die strengen Sicherheitsstandards der Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit.

Bad News für Duty-Free-Shops

«Wir haben eine Möglichkeit gefunden, den Komfort für Passagiere der Economy Class deutlich zu verbessern, insbesondere auf Langstreckenflügen», sagt Emirates-Chef Tim Clark. Und er betont, was viele Duty-Free-Shops wohl nicht gerne hören: «Ein Nackenkissen ist nicht mehr erforderlich.» Viele Geschäfte an Flughäfen machen Geld mit dem Verkauf von solchen Kissen an kurzentschlossene Passagiere. Simple Modelle gibt es teils bereits ab 10 Franken, modernere können hingegen auch mal 50 Franken kosten.

Die Swiss hat derweil keine ähnlichen Kopfstützen-Pläne, wie Sprecher Remo Müller sagt. Man habe erst vor kurzem ein neues Kabinenkonzept lanciert. Man verfolge aber kontinuierlich Innovationen, die auf den Markt kommen.

Tatsächlich zeigen die Weiterentwicklungen in der Branche, dass die Economy bei vielen Airlines nicht oberste Priorität geniesst – abgesehen vom Ziel, möglichst viele Sitze auf engem Raum zu platzieren. Signifikante Verbesserungen, abgesehen von grösseren Bildschirmen, sind ausgeblieben. Das neue Kabinenkonzept der Swiss, das seit einigen Monaten zum Einsatz kommt, beinhaltet keine Revolution.

Massage, Bar und Dusche

Gegenüber «Schweiz heute» wollte Swiss-Chef Jens Fehlinger auf einem Presseflug Anfang Jahr diese Kritik allerdings nicht so stehen lassen. «Wir haben stark auch in die Economy Class investiert.» Es gebe auffällige Neuerungen, wie die grösseren Bildschirme, die bequemeren Sitze und die grössere Kniefreiheit. «Da setzen wir neue Massstäbe.» Eine Economy-Sitzprobe wurde für die mitfliegenden Journalisten an Bord jedoch nicht eingeplant.

Fakt ist: Die ganz grossen Investitionen stecken jeweils in den vorderen Reihen. Dort sind die Bildschirme für die gutbetuchte Klientel noch grösser, die Sitze noch komfortabler, zu einem Bett umfunktionierbar und zuweilen sogar mit Massagefunktionen und Sitzheizung ausgerüstet. Bei Emirates gibt es auf dem Oberdeck des A380 gar eine Bar und eine Dusche, bei Singapore Airlines eine Privatsuite.

Dagegen kann Fehlinger nichts einwenden. Auch bei der Swiss verspüre man in der Tat eine verstärkte Nachfrage nach Individualität und Privatsphäre. «Auf dieses Bedürfnis unserer Gäste haben wir in der First und Business reagiert.» In der First Class gibt es sogar ein Doppelbett für die Luxus-Passagiere.

Economy-Passagiere müssen sich derweil mit kleinen Verbesserungen zufrieden geben, wie der Kopfstütze bei Emirates. Kein beheizbares Bett – aber immerhin. (schweizheute.ch)

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Die beliebtesten Kommentare
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RicoH
22.07.2026 06:37registriert Mai 2019
Natürlich liegt der Fokus der Fluggesellschaften bei First und Business. Das sind die Plätze, bei denen sie einen satten Gewinn einfahren. Eco Passagiere hingegen fliegen nur mit, wenn der Preis möglichst billig ist.
Es ist irgendwie absurd, sich über mangelnden Komfort zu beklagen, wenn man billig fliegen will. Komfort hat überall seinen Preis.
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