Diese 13 Alltagsgegenstände haben geheime Funktionen
Das Loch im Pfannengriff ist der Klassiker unter den Geheimfunktionen alltäglicher Gegenstände. So klassisch, dass es schon gar nicht mehr so geheim ist. Oder wer von euch wusste nicht, dass das Loch nicht nur zum Aufhängen der Pfanne dient, sondern dass man da den Kochlöffel reinstecken kann, damit er nicht mitgekocht wird oder gar die Ablage mit dem an ihm klebenden Pfanneninhalt einsaut?
Nun gut. Dann wollen wir mal versuchen, euch mit ein paar anderen, hoffentlich besseren Alltagsgeheimnissen zu beeindrucken.
Die Knubbel oder Mulden auf der Pralinenpackung
Diese kleinen Mulden, die sich zwischen den süssen Schokoladenstücklein auf dem oft goldfarbenen Pralinenbett befinden, sind keine blosse ästhetische Spielerei. Sie dienen als Auswurfhilfe. Keine Sorge, mit dem Auswurf sind hier die einzelnen Konfekte gemeint, die einem entgegenspringen, sobald man die integrierte Geheimfunktion einmal richtig nutzt. Toffifee ist der Klassiker unter den stramm sitzenden Süssigkeiten, drücke also fortan mit Daumen und Zeigefinger in die einander gegenüberliegenden Mulden der auserwählten Nusshalbkugel, und zack, springt das Toffifee heraus, ohne dass dir die Hälfte seines Caramelmantels unter dem Fingernagel klebt.
Hier noch im Video:
Manchmal handelt es sich bei solchen Auswurfhilfen auch um Noppen oder kleine Erhebungen, bei anderen Verpackungen fehlen sie auch ganz. Man kann dann einfach auf den äussersten Rand drücken, der die Praline umgibt, und schwupps, hüpft sie dir entgegen!
Der Bommel auf der Bommelmütze
Das Militär – allen voran das französische – setzte den Bommel im 19. Jahrhundert als Kleiderornament ein. Die Farbe und Form des Pompons verriet, zu welcher Truppengattung ein Soldat gehörte.
Für die Seeleute aber war er viel mehr als nur Erkennungsmerkmal. Er diente ihnen als Stossdämpfer. Denn unter Deck der alten Holzschiffe war es nicht gerade geräumig, die Gänge waren verwinkelt, schmal und niedrig. Die raue See schaffte es dadurch umso leichter, die Köpfe der armen Männer mit voller Wucht an die Deckenbalken zu hauen. Blutende Platzwunden und Beulen waren die Folge. Der Puschel aber schützte sie vor gröberen Verletzungen.
Einer Legende nach gab gar Napoleons III. Gattin Eugénie de Montijo den Anstoss für die Erfindung.
Ein Matrose habe sich bei einer Schiffsführung für die Kaiserin den Schädel blutig salutiert. Von Mitleid ergriffen, platzierte sie daraufhin ein weisses Taschentuch auf seinem Kopf, aus dem dann durch ein paar weiterführende Gedanken ebenjene flauschige Pufferzone entsprungen sei.
Der winzige Pfeil an der Tankanzeige
Beim eigenen Auto wirst du es mit grösster Wahrscheinlichkeit wissen. Aber wenn du eines mietest, kann dieser Pfeil dir dein Leben erleichtern. Er zeigt dir nämlich an, auf welcher Fahrzeugseite sich der Tankdeckel befindet.
Die Rillen am Boden des Salz- und Pfefferstreuers
Auch hier: Das geht natürlich bloss mit solch klassischen Restaurant-Gewürzstreuern aus Glas. Die meisten Menschen drehen den Gewürzspender um und klopfen dann auf seine Unterseite, bis sich ihrem Geschmack entsprechend eine zufriedenstellende Menge Salz auf ihrer Speise und wohl auch in ordentlichem Radius drumherum niedergelegt hat. Andere tippen etwas geruhsamer mit dem Zeigefinger auf den Rücken des Glases, um selbiges zu verrichten. Und dann gibt es diejenigen, die die geheime Funktion dieser geschmacksspendenden Behältnisse kennen.
Sie kennen ihre Rillen an der Unterseite und nutzen sie dazu, die Salzmenge nicht nur auf besonders elegante, sondern ebenso säuberliche und präzise Weise zu dosieren. Wer nämlich nun den Pfefferstreuer auf den umgedrehten, auf den Teller zeigenden Salzstreuer türmt und damit beginnt, ihn kreisend über dessen Rillen zu führen, zaubert eine leichte Vibration, welche die Körnchen schön gleichmässig aus den Löchern herauskitzelt.
Funktioniert natürlich auch umgekehrt – mit dem Pfefferstreuer an der Front.
Das Loch in der Spaghettikelle
Ein weiteres Loch mit geheimer Funktion befindet sich in der Spaghettikelle. Die dient nämlich nicht (nur) dazu, dass das Wasser abfliessen kann, sondern um eine Portion Spaghetti abzumessen. Im ungekochten Zustand natürlich, schwups durchs Loch direkt in die Pfanne rutschen lassen. Allerdings fragt sich, wer jemals bloss eine Portion Spaghetti kocht und nicht einfach die ganze Packung reinkippt und mit dem Rest, falls vorhanden, andere Dinge zaubert. Auflauf zum Beispiel, mit den drei Rüebli, die ganz links hinten im Kühlschrank vor sich hin gümmeln.
Gewogen sind es übrigens ca. 100 bis 150 Gramm, je nach Nudeldicke und Kellenlochgrösse.
Die gewellte Seite vom Haarspängeli
Die gewellte Seite kommt, Freundinnen und Freunde der Steckfrisuren, nicht nach oben, sondern nach unten! Dann hält der Frisurenturm viel besser, weil die Hügelchen mehr Reibung erzeugen und so auch besonders seidige Haarsträhnen am Herausrutschen hindern. Laut Theorie zumindest.
Der obere Teil von Einweg-Essstäbchen
Vorausgeschickt sei hier: Es funktioniert nicht mit allen Essstäbchen. Aber mit solchen, deren Ende so hübsch abgeflacht ist wie auf dem Bild, wird sich Wundersames ereignen! Diese muss man nämlich nicht der Länge nach auseinanderbrechen. Man bricht bloss das flache Stück horizontal ab – und kann es während des asiatischen Mahles als Ablage für die Stäbchen verwenden.
Die Seitenlöcher der Chucks
Die zwei unteren Löcher, die da so leer über der Sohle des wohl berühmtesten Turnschuhs der Welt prangen, sind nicht nur dazu da, deine schwitzigen Füsse zu belüften. Weil er ursprünglich als Basketballschuh gedacht war, dienten die Löcher einer besonderen Schnürtechnik, mit der man den Sneaker fester an den Fuss zurren kann, was besseren Halt versprach.

Das Hinterteil eines Cutters
Wenn der Cutter nicht mehr tut, was er soll, ist es Zeit, den vordersten Teil der Klinge auszuwechseln. Die ganze Klinge ist in Abschnitte geteilt, die an der schräg verlaufenden Bruchstelle abgeknipst werden können. Am besten geht das mit dem in den meisten Cuttern integrierten Kunststoffclip, der dafür abgenommen werden kann. Halt die Klinge in den dafür vorgesehenen Spalt und brich die unscharfe Spitze einfach weg.
Hier noch im Video:
Das Loch im Kulideckel
Es gibt ja reichlich Menschen, die beim Denken, Schreiben oder Zeichnen an ihrem Stift herumkauen. Und wenn es ganz blöd kommt, könnte man bei dieser Knabberei sogar den Deckel verschlucken. Für diesen Fall gibt es das Loch: Es soll dafür sorgen, dass die Luftzufuhr nicht gänzlich unterbrochen wird – dadurch wird das Erstickungsrisiko zumindest leicht vermindert.
Toblerone richtig abbrechen
Toffifee können wir nun also korrekt mampfen, was ist aber mit der hiesigen Toblerone? Diesem bergigen Schokoladenriemen, der gar nicht mehr so hiesig ist?
Sie verfügt zwar über keine eigentliche versteckte Funktion, aber dafür gibt es eine korrekte Art, einen solchen Spitzgipfel vom anderen zu trennen. Nämlich nicht, indem du ihn gleich ins Maul stopfst und dir dabei den Gaumen brichst. Mühe und Not bereitet es auch, ihn nach aussen hin abzubrechen. Du musst also genau das Gegenteil – und deiner Intuition wahrscheinlich widersprechende – tun: Schlag die Berge einfach gegeneinander – so wie Bud Spencer das mit den Köpfen zweier Widersacher täte.
Hier noch im Video:
@aboutmalte Toblerone Lifehack 💩😅
♬ Löwenzahn - Kiddy Club
Das Metallding zwischen Schlauch und Zapfpistole
Dieses metallene Teil existiert, weil wir vergessliche Wesen sind. Wer sein Auto tankt und währenddessen wegfährt, hat ein Problem, das durch die sogenannte Abreisskupplung gelöst wird. Bei zu viel Zugkraft trennt sie sich – und verhindert damit, dass der Schlauch reisst oder gar die ganze Zapfsäule beschädigt wird. Ebenso wird die Gefahr von ungehindert auslaufendem und entzündbarem Kraftstoff sofort gebannt.
Die Rillen in den Münzrändern
Wir verdanken sie Isaac Newton. Er bekam nämlich nicht nur einen Apfel auf den Kopf und formulierte daraus das Gravitationsgesetz, als Münzmeister von London musste er sich auch um Geldfälscher und Währungsbetrüger kümmern. Denn 1695 machten gefälschte Münzen mehr als ein Zehntel des gesamten englischen Geldumlaufs aus – und die Engländer bezahlten damit mit Vorliebe ihre Steuern.
Und nicht nur das. Auch das Beschneiden der Silbermünzen erfreute sich grösster Beliebtheit; man feilte den unebenen Rand der Edelmetall-Münzen ab, um damit einen zusätzlichen Gewinn zu machen, während die abgespeckte Münze zum vollen Nennwert weiter in Umlauf gebracht wurde.
Dem wollte das Universalgenie ein Ende setzen. Er baute ein Spionagenetzwerk auf und verkleidete sich gelegentlich selbst, um Betrüger in Gasthäusern aufzuspüren – und dem Scharfrichter zu übergeben. Doch das allein reichte nicht. Er befahl also, alle vor 1662 und darum noch von Hand gehämmerten Münzen aus dem Verkehr zu ziehen, einzuschmelzen und maschinell mit einheitlichen Rillen am Rand zu versehen. Dieser Riffelrand sollte das Beschneiden künftig verhindern.
Heute schützt dieser nicht nur vor Fälschungen, sondern hilft Menschen mit Sehbehinderung auch beim Erkennen der Münzen.
(rof)
