Nach holpriger Vorgeschichte: «The Odyssey» sammelt begeisterte Kritiken
Jeder Trailer, den die Produzentinnen und Produzenten rund um Christopher Nolans neustes Kinoepos «The Odyssey» veröffentlichten, zog neue Kontroversen nach sich. Die Leute waren unzufrieden mit dem Cast, mit den Kostümen, mit der Sprache. Seit Donnerstag läuft der Streifen auch in der Schweiz in den Kinos – und wird mit Lob überhäuft.
Auf der Review-Sammelseite Rotten Tomatoes erzielt der Kinofilm aktuell eine Zustimmungsrate von 96 Prozent – sowohl bei Filmkritikerinnen und -kritikern als auch beim Publikum. Damit reiht sich Nolans Meisterwerk zwischen «Jaws» und «Sinners» in eine ziemlich illustre Reihe von Titeln ein.
Die Homer-Verfilmung kam auch bei watson-Filmkritikerin Simone Meier gut an. «Sie könnte auch 4 Stunden lang dauern», schreibt sie dazu. Das komplette Review findest du hier:
Bildgewaltig, aber emotional zu kühl
Ähnlich begeistert zeigen sich beispielsweise auch «The Times», «The Guardian» oder «The Telegraph». Sie alle loben die physische Wucht der Bilder sowie Nolans Deutung von Homers Epos. Die dafür gewählte, nichtlineare Erzählweise, die oft als «traumartig» oder gar «wahnhaft» beschrieben wird, kommt ebenfalls gut an.
Unter den vielen positiven Reviews gibt es aber auch feine Kritik, dabei geht es besonders häufig um die fehlende Emotionalität des Filmes. So habe Nolan Homers Humor völlig aussen vor gelassen, schreibt etwa die «Financial Times». Unter der kühlen Erzählweise litten besonders die Charaktere, die davon regelrecht erdrückt würden, schreibt «Le Monde».
So ginge unter der ganzen Grandiosität von Musik und Bild etwa Odysseus' Listigkeit komplett verloren. Die sensorische Überwältigung würde teilweise auch zu einer Unübersichtlichkeit führen, die die Zuschauerinnen und Zuschauer etwas ratlos zurückliesse, kritisiert denn auch «El País». (leo)
