«The Gentlemen»: Die Action-Serie schlägt neue Töne bei Netflix an
Mit der zweiten Staffel hebt «The Gentlemen» das Serien-Universum von Guy Ritchie auf ein völlig neues Level. Die Netflix-Produktion legt an Tempo, Härte und dramaturgischer Konsequenz spürbar zu und entfernt sich deutlich vom lockeren Heist-Komödienton der Auftaktstaffel.
Was als launiges Gangster-Abenteuer begann, verwandelt sich nun in ein düsteres Crime-Epos im Stil von «Breaking Bad», und das gefällt dem Publikum durchaus. Die Konsequenz: Platz eins in den offiziellen Netflix-Charts.
«The Gentlemen» Staffel 2: Darum geht's
Direkt ab Folge eins macht Staffel zwei von «The Gentlemen» klar: Hier geht es nicht mehr nur um smarte Sprüche, schicke Anzüge und britischen Humor auf dem prachtvollen Anwesen – sondern um Macht, Gier und den gnadenlosen Abstieg eines ehemals tugendhaften Helden in die Abgründe des organisierten Verbrechens.
Nach einem Zeitsprung finden sich Eddie Horniman (Theo James) und Susie Glass (Kaya Scodelario) mitten im internationalen Drogenkrieg wieder und müssen mit ansehen, wie Bobby Glass (Ray Winstone) immer unberechenbarer wird.
Eddie, angetrieben von Ehrgeiz und zunehmend moralischer Flexibilität, rutscht im Stil von Walter White immer weiter in kriminelle Sphären ab. Dass bereits die Auftaktfolge mit einer verstörenden Verletzungssequenz eröffnet, ist mehr als nur ein Schockeffekt: Es ist das Signal, wie radikal der Tonwechsel in dieser Staffel ist.
Von Rückkehrern wie Joely Richardson und Daniel Ings über neue Figuren wie die italienische Contessa Bella (Benedetta Porcaroli) und Lords in Konkurrenz- oder Allianzstellung (unter anderem Hugh Bonneville) bietet die Serie ein prall gefülltes Ensemble.
Besonders beeindruckend bleibt aber Theo James, der Eddies Wandel von der britischen Noblesse zum eiskalten Strippenzieher glaubwürdig und mitreissend verkörpert.
Netflix-Serie zieht neue Saiten auf
Auch stilistisch setzt Guy Ritchie wieder Akzente. On-Screen-Text, rasante Schnittfolgen, dynamische Kamerafahrten und eine messerscharfe Inszenierung lassen keine Langeweile aufkommen.
Die Action ist härter, die Gewalt expliziter und die Konflikte existenzieller. Gerade zum Finale hin wird deutlich: Hier regieren nun Dramatik und Bitternis, die Komik rückt merklich in den Hintergrund. Es ist dieser Mut, die Tonalität der Reihe konsequent zu verschieben, der die zweite Staffel zur vielleicht besten Arbeit Ritchies seit «Snatch» macht.
Schaut man sich die Reaktionen auf die neuen Folgen an, geht die Rechnung auf: Die Kritiker-Stimmen zur zweiten Staffel auf Rotten Tomatoes fallen mit 79 Prozent positiver aus als noch bei der ersten (75 Prozent).
Die Kommentare des Publikums können sich ebenfalls sehen lassen. «Eine der besten Serien des Jahres», lautet der Beitrag eines Zuschauers. An anderer Stelle heisst es: «Die zweite Staffel von ‹The Gentlemen› ist absolut spektakulär! Sie bewahrt den Stil, den schwarzen Humor und die Spannung, die schon die erste Staffel so fesselnd gemacht haben, und hebt die Geschichte, die Charaktere sowie die unerwarteten Wendungen auf ein noch höheres Niveau.»
