Sonnenschirm-Zoff an Portugals Stränden
Es ist Ferienzeit, und auch an den Stränden Portugals tummelt sich wieder eine Horde Urlauberinnen und Urlauber. Die Ferienstimmung wird nun aber getrübt, denn es gibt Streit. Grund sind Sonnenschirme.
Genauer ärgern sich diejenigen, die für etwa 90 Franken Badebuden mieten und die Sicht von denjenigen versperrt bekommen, die sich mit ihren mitgebrachten Sonnenschirmen vor sie hinpflanzen und die Sicht versperren.
Strandgängerin Dona Regina empört sich gegenüber dem SRF: «Das ist doch unerhört! Von meiner Badebude aus kann ich nicht einmal mehr das Meer sehen. Alles ist voller Sonnenschirme. Und während wir hier teuer bezahlen, zahlen die mit ihren Sonnenschirmen gar nichts!»
Umweltministerin mischt sich ein
In die Diskussion schaltete sich auch Umweltministerin Maria da Graça Carvalho ein. In einer Erklärung von ihr heisst es: «Die Gesetzesvorschriften sind klar und einfach: Es gibt konzessionierte Strandabschnitte und Sicherheitszonen, wo niemand seinen Sonnenschirm aufstellen darf. An allen anderen Orten darf man das.»
An vielen Stränden wiesen Schilder bis dahin auf eine Aufteilung des Sandstrands in eine konzessionierte Zone, also einen Strandabschnitt, wo Liegen und Sonnenschirme vermietet werden, und eine Sonnenschirm-Zone hin. Jahrelang glaubten Strandbesucherinnen und Strandbesucher, dass nur Mieter von Sonnenschirmen oder Liegestühlen ihren Platz frei wählen dürfen, während andere ihre mitgebrachten Schirme nur in ausgewiesenen Bereichen aufstellen dürfen. Eine gesetzliche Grundlage dafür gab es aber nie. Der Streit spitzte sich zu, als José Pimenta Machado, der Präsident der portugiesischen Umweltbehörde, das Verbot des Aufstellens von Sonnenschirmen vor Konzessionsflächen einen Missbrauch nannte.
Ein neuer Plan soll nun an den Strandzugängen zeigen, welche Bereiche konzessioniert sind, wo Durchgänge und Sicherheitszonen liegen und welche Flächen frei genutzt werden können, schreibt Euronews.
Laut der Ministerin soll der Plan die bestehenden Regeln nicht verändern. Konzessionsflächen dürfen höchstens 30 Prozent der nutzbaren Strandfläche und 50 Prozent der Strandfront einnehmen. Sicherheits- und Durchgangsbereiche müssen aber frei bleiben. Beim Reststrand dürfen mitgebrachte Sonnenschirme aufgestellt werden.
Nicht für alle ein Problem
Nicht alle regen sich über die Situation auf. Bürgermeister Serafim Silva meint, es gebe viel Lärm um nichts. «In Nazaré haben wir lange Strände mit viel Platz», sagt er dem SRF.
Auch Rettungsschwimmerin Samanta Cardoso meint: «Ich habe noch niemanden klagen hören. Viele Leute mieten die Badebuden nach wie vor, und die Konzessionsinhaber sind zufrieden. Bis jetzt gab es hier keinen Stress.»
(kek)
