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Strandbetreiber in Italien verbieten mitgebrachtes Essen

Ein Strand in Apulien mit vielen Besucherinnen und Besuchern.
Ein Strand in Apulien: Viele Besucher bringen eigenes Essen und Getränke mit.Bild: Imago

Strandbetreiber in Italien verbieten mitgebrachtes Essen

In Apulien entbrennt ein Streit ums Essen am Strand. Strandbadbetreiber wollen Gästen verbieten, eigene Speisen mitzubringen. Das Gesetz sagt etwas anderes.
12.07.2026, 07:1612.07.2026, 07:16
Laura Helbig / t-online
Ein Artikel von
t-online

Pack die Badehose ein … und genügend Wasser, ein Handtuch, Sonnencreme und vielleicht den einen oder anderen Snack. Wer an den Strand geht, hat meistens etwas Proviant dabei – ein paar belegte Brötchen, Kekse, etwas Obst. Essen und Getränke vor Ort zu kaufen, ist oft teuer, gerade in den Touristenhochburgen am Mittelmeer.

Doch die Gepflogenheit, sich Proviant einzupacken, scheint mancherorts ein Ausmass angenommen zu haben, das einige Strandbadbetreiber nicht mehr tolerieren. In der italienischen Region Apulien sind viele Betreiber so verärgert, dass sie das Mitbringen von Getränken und Lebensmitteln untersagt haben. Das berichten italienische Medien wie der «Corriere della Sera». Der Kritikpunkt: Die Versorgung beschränke sich nicht mehr nur auf belegte Brote; stattdessen würden die Mahlzeiten der Strandbesucher in «Gelage» ausarten.

«Oft werden in den Strandbädern komplette Mittagessen mit Pasta, Hauptgerichten, Obst, Desserts und Getränken mitgebracht», wie ein Mitarbeiter des regionalen Tourismusverbands der «Corriere della Sera» erzählt. Dies führe zu Problemen mit «Hygiene, Abfallentsorgung, Sauberkeit und Anstand». Zudem fürchten einige Betreiber von Strandbädern einen «Imageverlust» und Geldeinbussen. Wer sich etwas zu essen und trinken mitnimmt, gibt vor Ort schliesslich kein Geld mehr aus.

«Meer darf nicht zum Luxus werden»

Verbraucherschützer und einige Politiker halten dagegen. Antonio Decaro, Präsident der Region Apulien, hat in den sozialen Medien klar Stellung bezogen und die Haltung der Betreiber scharf kritisiert. «Schon die Kosten für Sonnenschirme und Liegestühle sind exorbitant. Können wir wirklich von denjenigen, die sich für ein Strandbad entscheiden, verlangen, dass sie ausschliesslich in der Bar oder im Restaurant essen?», sagte Decaro in einem Video. Er fügte hinzu: «Das Meer ist ein Allgemeingut und darf nicht zum Luxus werden.»

Decaro verwies dabei auf die apulische Strandverordnung, die bereits seit Jahren ausdrücklich erlaubt, eigene Speisen und Getränke an den Strand mitzubringen – auch an konzessionierten Stränden. Seit 2019 gilt allerdings: Wer Essen von zu Hause mitbringt, muss biologisch abbaubares Besteck und Geschirr verwenden.

Was sagt das Gesetz?

Laut Massimiliano Dona, Vorsitzender der nationalen Verbrauchervereinigung Unione Nazionale Consumatori, bezieht sich die staatliche Konzession eines Strandbads auf Dienstleistungen wie Liegen und Sonnenschirme, nicht auf die Gastronomie. Ein Betreiber darf seinen Gästen daher nicht vorschreiben, ausschliesslich an der hauseigenen Bar oder im Restaurant zu kaufen.

Das Recht, eigenes Essen mitzubringen, bedeutet jedoch nicht, dass alles erlaubt ist. Dona selbst betont, dass Badegäste den Anstand wahren und andere Gäste respektieren müssen. Wer regelrechte Picknicks mit Tischen, Stühlen, Grills oder grossen Kühltaschen aufbaut und damit Gemeinschaftsbereiche blockiert, muss damit rechnen, dass der Betreiber eingreift. Hinzu kommt die Pflicht, den Strand sauber zu halten und den eigenen Müll mitzunehmen.

Das Fazit ist also klar: Ein Brötchen, etwas Obst und ein kühles Getränk – das ist vollkommen in Ordnung. Ein mehrgängiges Mittagessen hingegen nicht.

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