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Azoren-Insel Corvo: Utopia mit realem Sozialismus und glücklichen Kühen

Corvo Island with french girl, Corvo Island is the most Western point in Europe which is part of Azores islands - Portugal. This view is from a yacht with a french girl.
Eine Yacht nimmt Kurs auf die Azoren-Insel Corvo.Bild: www.imago-images.de

Corvo – «Utopia» mit realem Sozialismus und glücklichen Schweinen und Kühen

Auf Corvo wird für die Vögel das Licht ausgeschaltet und der wahre Sozialismus gelebt. Eine Reise an eines der wundersamsten Enden der alten Welt. Mit glücklichen Kühen und Schweinen, aber unglücklichen Ziegen.
01.11.2026, 18:3801.11.2026, 18:38

Der Gelbschnabel-Sturmtaucher ist ein Seevogel und im Atlantik heimisch. Die Jungvögel verbringen drei Monate im Nest und orientieren sich bei ihrem ersten Flug Richtung Meer an den Sternen. Künstliches Licht bringt sie vom Kurs ab.

Eine Meldung des «Guardian» vom 25. Oktober stimmt mich melancholisch: 1991 bemerkten die Bewohnerinnen und Bewohner auf Corvo, dass sehr viele junge Sturmtaucher starben, weil sie – statt aufs offene Meer hinauszufliegen – durch das Licht der Strassenlaternen verwirrt in Häuser und andere Hindernisse prallten und in die engen Gassen von Vila do Corvo stürzten. Inzwischen wird auf Corvo die öffentliche Beleuchtung im Herbst jeweils für fünf Nächte vollständig abschaltet, um die Jungvögel vom Absturz zu bewahren. Dieses Jahr bis zum 10. November.

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Ein Gelbschnabel-Sturmtaucher fliegt über den Atlantik.Bild: www.imago-images.de

Ob die Lichter auch tatsächlich abgeschaltet werden, lassen wir mal offen. Ich war im Sommer dort und habe es nicht überprüft. Aber die Geschichte passt wunderbar zu dieser Insel, die zu den ungewöhnlichsten der Welt gehört. Hier ist nämlich eine Utopie Wirklichkeit geworden.

Eine Utopie ist eine Idee, die nur in Gedanken, jedoch nicht in der Wirklichkeit lebt. Aber es gibt eine gesellschaftliche Utopie, die Wirklichkeit geworden ist. Auf Corvo. Ich war dort und in der Erinnerung kommt mir Corvo noch immer unwirklich vor: als Utopia im 21. Jahrhundert.

Wir fragen uns: Ist es möglich, ein ruhiges Leben in einer nahezu klassenlosen Gesellschaft ohne Hast und Hetze zu führen, mit allen Nachbarn in Frieden zu leben, es mit der Arbeit nicht zu übertreiben und sich (fast) alles vom Staat subventionieren zu lassen? Gibt es ein Paradies auf Erden für Bauern und Kühe und Polizisten? Das Land Utopia sozusagen?

Ja, es ist möglich. Corvo ist der Name dieses Paradieses. Die kleinste, ganz im Westen gelegene der neun Insel der Azoren. Sie liegt fast in der Mitte des Atlantiks, auf halbem Weg zwischen Lissabon und New York. Man sagt, dies sei nicht das Ende der Welt. Aber von hier aus könne man es sehen.

Insel Corvo im Atlantik
Corvo, 17 Quadratkilometer klein, liegt mitten im Atlantik.karte: bing

Eigentlich gehört Corvo als ein Teil Europas und der EU schon zu Amerika. Denn die Vulkaninsel ist Teil der amerikanischen Kontinentalplatte und steht damit nicht mehr auf europäischem Boden. Angeblich driftet die Insel jedes Jahr zwei bis drei Zentimeter nach Westen Richtung Amerika. Auf jeden Fall ist es das westliche Ende von Europa, sozusagen das Ende der alten Welt.

Die Lage draussen im Atlantik macht dieses Eiland zu einem Paradies für die Ornithologen, also der Vogelkundler. Corvo (was übersetzt «Rabe» bedeutet) ist offenbar so etwas wie eine «Rettungsinsel» mitten im Atlantik. Zugvögel, die auf ihren langen Reisen ein wenig rasten wollen oder irgendwie vom Kurs abgekommen sind, landen auf Corvo.

Die Insel ist auch der Brutplatz des Gelbschnabel-Sturmtauchers. Deshalb können hier viele seltene Vögel beobachtet werden. Und deshalb dürfte die Geschichte mit dem Abschalten der Lichter bis am 10. November wahr sein.

Vogelbeobachter am Waldrand, Azoren, Corvo birder at the forest edge, Azores, Corvo BLWS536228 Copyright: xblickwinkel/AGAMI/V.xLegrandx
Ein Ornithologe auf der Pirsch.Bild: www.imago-images.de

Weil meine Lebenspartnerin Wanda und ich einmal Ferien an einem wirklich ruhigen Ort und abseits aller Touristenströme verbringen wollten, kamen wir, auch inspiriert vom Buch von Ralph Roger Glöckler («Corvo – eine Azoren-Utopie») überhaupt auf die Idee, diese Inseln anzufliegen. Es hat dort tatsächlich ein Flugfeld und es gibt Verbindungen zur Nachbarinsel Flores sowie zur Azoren-Hauptstadt Ponta Delgada. Die Reise nach Corvo ist mit einer schönen Prise Aviatik-Romantik verbunden.

Der Pilot braust erst über die Piste hinweg, als wollte er durchstarten, statt zu landen, zieht die kleine Maschine wieder hoch und wendet dann, um schliesslich zu landen. Der Grund für das Manöver sei kein technisches oder ein sonstiges Problem. Der Pilot habe nur die Pflicht, sich vor der Landung davon zu überzeugen, dass das knapp 800 Meter lange und 30 Meter breite Flugfeld gleich neben dem Friedhof wirklich frei sei und sich nicht beispielsweise eine Ziege, ein Schwein, eine Kuh oder ein Esel verbotenerweise dort aufhalte. So wird es uns jedenfalls erzählt.

Vila do Corvo village and airstrip, Corvo island, The Azores, Portugal.
Eine kleine Propellermaschine im Landeanflug.Bild: www.imago-images.de

Und als wir nach einer Woche wieder wegfliegen, sitzen wir vor dem Abflug auf der Treppe des Flughafengebäudes in der Sonne. Der Pilot kommt und meldet, alle seien nun da und fragt freundlich, ob wir einverstanden seien, dass man ein bisschen früher als im Flugplan vorgesehen abfliege. Sind wir. Wahrlich, echte Aviatik-Romantik.

Touristen reisen sowieso eher selten mit dem Flugzeug an. Meistens kommen sie mit der Fähre in anderthalb Stunden von der rund 15 Kilometer entfernten Nachbarinsel Flores, spazieren durchs Dorf, lassen sich mit dem Geländewagen zum Kratersee chauffieren und verlassen die Insel nach ein paar Stunden wieder. So merken sie nichts vom wahren Zauber des wahren Sozialismus.

Die Insel Corvo ist eigentlich ein grosser, schweigender Vulkan («Monte Gordo») dessen Gipfel oft in den Wolken verschwindet. Der riesige Kraterberg erhebt sich direkt aus dem Meer. In seiner Caldera befindet sich ein wunderschöner See («Lagoa do Caldeirao»). Eine Landschaft wie auf Mittelerde im Film «Herr der Ringe».

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Der Blick auf die einzige Siedlung der Insel, Vila do Corvo.Bild: www.imago-images.de

Noch rund 400 Menschen leben auf der Insel, halb so viele wie vor 200 Jahren und Elektrizität gibt es erst seit 1963. Sie wohnen fast alle in Vila Nova do Corvo, dem einzigen Dorf auf der Insel. Es gibt hier ein wunderschönes Gästehaus, das der Bürgermeister führt. Es ist das beste Haus am Platz. Es gibt keine Hotel-Kästen, keine Hamburgerbrathäuser, keine Leuchtreklameschilder, keine Ampeln, keine Verkehrsstaus. Alle Strassen und Wege führen nicht nach Rom, sondern ins einzige Dorf auf der Insel. Zum beschaulichen Leben passt auch, dass die Strassen nicht von struppigem Gebüsch, sondern über weite Strecken von Blumen, von Hortensien begrenzt und gesäumt werden.

Corvo ist mit rund 17 Quadratkilometern der kleinste Verwaltungskreis von Portugal und auf dieser Fläche weiden etwa 1500 Kühe. Sie gelten als die glücklichsten der Welt. Tests haben ergeben, dass sie das beste Rindfleisch der gesamten EU liefern (verkauft wird es vor allem in Lissabon) und ihre Milch dürfte die beste in Europa sein.

Hill of farm fields and cows in the Corvo island in Azores, Portugal, Hill of farm fields and cows in the Corvo island in Azores, Portugal.
Kein schöner Leben: Eine Kuh grast auf Corvo, am Horizont die Nachbarinsel Flores.Bild: www.imago-images.de

Es gibt auch viele Schweine, die im Dorf gehalten werden. Sie riechen aber bei Weitem nicht so penetrant wie bei uns. Offensichtlich leben auch sie glücklich, und glückliche Schweine riechen besser oder gar nicht. Mit der überschüssigen Milch werden diese Schweine gemästet (oder sie laben sich an dieser Milch) und deshalb sagen die Corvinos, ihre Schweine bekämen die bessere Milch als die Menschen auf dem Festland. All das erzählt uns der Bürgermeister. Ob er heute noch im Amt ist, weiss ich nicht.

Auf den Azoren-Inseln wird eigentlich unser Wetter gemacht (Stichwort: Azoren-Hoch), aber auf Corvo gibt es eigentlich kein Wetter. Weil es ständig ändert. An einem Tag gibt es so weit entfernt vom Festland das ganze meteorologische Kino: Sonne, Wind, Wolken, Regen, Nebel. Kein Berg, der Wolken und Wind aufhält. Eine Wetterprognose erübrigt sich.

Seltsamerweise gibt es weder Mücken noch Fliegen noch sonstiges Getier, das die Ruhe des Viehs und der Menschen stört. Deshalb bleiben die Kühe immer draussen. Die Bauern haben nichts anderes zu tun, als zweimal am Tag mit dem Geländewagen zu den auf den Weiden installierten Melkständen zu fahren und die Kühe zu melken. Auf Wanderungen treffen wir immer wieder friedlich schlafende Bauern auf den Ladebrücken ihrer Toyotas. Der schöne Brauch der Siesta, des traditionellen Mittagsschlafes der Lateiner, wird mit viel Hingabe kultiviert.

Luftaufnahme der Caldera von Corvo, Azoren, Corvo Aerial view of the Caldeira of Corvo, Azores, Corvo BLWS536558 Copyright: xblickwinkel/AGAMI/V.xLegrandx
Der Blick auf die Caldera von Corvo.Bild: www.imago-images.de

Der Bürgermeister ist ein interessanter Gesprächspartner und ein weiser Mann. Er erzählt uns auch, dass man hier einst viel Mais angebaut habe. Aber das sei den Bauern zu arbeitsaufwändig geworden und deshalb habe man auf Milchwirtschaft umgestellt und pflanze nur noch so viel Mais an, wie für dem Eigenbedarf und die Schweine benötigt wird. Mit allergrösster Mühe und Not sei es gelungen, eine Käserei aufzubauen. Aber so recht komme die Sache nicht in die Gänge. Die Befürchtungen seien einfach zu gross, es könnte irgendetwas in Arbeit ausarten. Bereits seien viele drauf und dran, auf Rindermast umzustellen: das lästige Melken entfällt dann.

Klug wie die Menschen von Corvo nun mal sind, haben sie offenbar längst etwas Besseres entdeckt als die mühselige Feld- und Melk-Arbeit. Sie haben 2007 ihre Insel zur Biosphäre erklären lassen und ihre Heimat ist eines von weltweit 784 UNESCO-Biosphärenreservaten in 140 Ländern. Nun fliessen allerlei Subventionen. Der schlaue Bürgermeister hat ausgerechnet, dass es den Staat Portugal (und die EU) billiger käme, jeden der rund 400 Einwohner lebenslänglich im teuersten Luxushotel von Lissabon bei Vollpension unterzubringen, als hier die Biosphäre zu finanzieren.

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Zu behaupten, dass am Hafen der Insel der Bär steppt, wäre wohl übertrieben.Bild: www.imago-images.de

Mit dem vielen Geld ist unter anderem ein wunderschönes Altersheim gebaut worden. Aus Lissabon komme nun regelmässig das Geld für die Angestellten dieses Altersheims und dieses Geld werde unter den Inselbewohnerinnen und Bewohnern verteilt. Diese Angestellten gibt es nämlich offenbar gar nicht. Die alten Leute wohnen zu Hause und werden dort, wenn nötig, von ihren Angehörigen gepflegt. Im Altersheim treffen sich die Rentnerinnen und Rentner nur, um Karten zu spielen oder zu plaudern. Es gibt ein Gesundheitszentrum mit einem Arzt und eine Schule, in der 15 Lehrer rund 40 Kinder unterrichten.

Die Türen der Häuser sind immer offen und wir werden im schönen Gästehaus des Bürgermeisters darauf hingewiesen, dass es nicht notwendig sei, die Zimmertüre abzuschliessen. Hätten wir es trotzdem getan, wäre das wohl als Unhöflichkeit sondergleichen aufgefasst worden. Denn hier gibt es augenscheinlich kaum Kriminalität. Wer die Türe zusperrt, schliesst sich vom Gesellschaftsleben aus. Es gibt auf Corvo keine für den Besucher erkennbaren sozialen Gegensätze, kein gesellschaftliches «oben» und «unten», kein «arm» und «reich».

Das Gemeindeoberhaupt erklärt uns, es sei zwar auch hier so, dass einige mehr als andere hätten. Aber grundsätzlich besitze jede Familie einfach genug Land, um sich zu ernähren und oben auf dem Berg gebe es die grosse Gemeinschaftsweide für Kühe. Die Stellung in der Gesellschaft sei nicht durch Besitz bestimmt, sondern durch Lebenserfahrung und Fähigkeiten, die für alle nützlich sind. Materielle Not gebe es keine, die gegenseitige Hilfe sei selbstverständlich und wenn eine Kuh notgeschlachtet werden müsse (wenn sie beispielsweise ein Bein gebrochen hat), dann kaufen die Leute im Dorf das Fleisch und helfen so über den Verlust hinweg. Ich habe dem Bürgermeister erzählt, dass wir im Emmental früher diese besondere Art der Viehversicherung auch pflegten.

Die Alten stehen auf Corvo hoch in Ehren und sie haben das Recht, jüngere Personen zu duzen – aber nicht umgekehrt. All das erklärt uns der Bürgermeister und nach allem, was wir so gesehen und gehört haben, gibt es keinen Grund, an seinen Schilderungen oder am Inhalt des erwähnten Buches von Ralph Roger Glöckler ernsthaft zu zweifeln. Alles in allem gibt es hier offensichtlich eine Art funktionierenden Sozialismus. Eine gesellschaftliche Utopie.

Summertime Beach on Corvo Island, Relaxing at a black sand beach in Vila do Corvo on the island of Corvo in the Azores, Portugal
Zwei Frauen geniessen das süsse Nichtstun in Vila do Corvo. Bild: www.imago-images.de

Oder doch nicht ganz? Der Bürgermeister macht sich ein wenig Sorgen. Seit das Geld aus den Subventions-Töpfen so reichlich fliesse, spüre er einen Trend zum Egoismus und es könne sein, dass der soziale Zusammenhalt, über die Jahrhunderte gewachsen, weil hier draussen alle aufeinander angewiesen sind, bröckeln könnte.

Aber wenigstens gibt es noch keine Sünde. Oder? Doch, doch, es gibt schon Sünde. Fast verschwörerisch verrät uns der Bürgermeister das heimliche Vergnügen der Männer: Die Jagd. Jagd? Wie denn das? Es gibt doch keine wilden Tiere auf Corvo! Keine Hirsche, keine Wildschweine, keine Rehe, keine jagdbaren Raubtiere, keine Füchse, keine Dachse, keine Marder, ja nicht einmal Hasen oder wilde Kaninchen. Ja, ja, sagt der Bürgermeister, das sei so. Aber man wisse sich zu helfen. Ziegen werden ausgesetzt. Man lasse sie verwildern, um sie dann jagen zu können.

Was also dem Bünder die Jagd auf Steinbock und Gämse, das ist dem Corvino die Pirsch auf Ziegen. Das sei wegen der steil abfallenden Küste und dem immer wieder heraufziehenden Nebel nicht ganz ungefährlich. Schliesslich ist es Ehrensache, die erlegten Tiere auch zu bergen und es wäre ein gar schmachvoller Unfall, auf der Ziegenjagd zu verunglücken. Alles in allem weit draussen im Atlantik ein bisschen Jagdromantik wie in den Bündner Bergen.

Faial POR, Themenbild Reisen, Insel Pico, Azoren, Portugal, 05.06.2025. Ziegen an einem Wanderweg bei Santa Luzia POR, Themenbild Reisen, Insel Pico, Azoren, Portugal, 05.06.2025. *** Faial POR, Theme ...
Auf den Azoren wird nicht jede Ziege auf einem Hof gehalten …Bild: www.imago-images.de

Und noch etwas ist nicht ganz paradiesisch. Ich wollte im Hafenbecken baden. Der Zugang zum Meer ist wegen der Steilküste fast nur hier möglich. Und als ich von der Hafenmauer ins glasklare Wasser springen will, höre ich aufgeregte Rufe («Nao! Nao! Nao!»). Verbotsschilder hatte ich aber keine gesehen und wollte die Warnung schon ignorieren.

In letzter Sekunde hält mich ein aufgeregter Mann gerade noch davon ab, per Kopfsprung ins kühle Nass einzutauchen. Er fordert mich auf, doch mal genau hinzusehen. Tatsächlich erkenne ich nun im Wasser wunderschönes, fast durchsichtiges, betörend schönes Getier. Das seien portugiesische Galeeren. Eine Quallenart. Der Kontakt mit deren giftigen Armen könne einen toxischen Schock, ja einen Herzstillstand auslösen und Verbrennungen im Quadrat schlimmer als Nesseln seien unvermeidlich. Glück gehabt.

Wenn nicht Ziegenjäger oder Bauer, so möchte ich in meinem nächsten Leben wenigstens einer der beiden Polizisten auf Corvo sein. Ob es inzwischen mehr Ordnungshüter gibt, weiss ich nicht. Grund für mehr Polizeipräsenz dürfte es kaum geben. Weil es kaum Kriminalität, Verkehrsunfälle und Streit unter den Menschen gibt, folglich auch kein örtliches Gericht und kein Gefängnis, haben Polizisten eigentlich nichts zu tun – ausser ihre schmucke Uniform zu tragen.

Und der Gedanke lässt mich seither nicht los: Könnten wir nicht im Oberaargau oder im Emmental oder im Zürcher Oberland oder irgendwo in der Innerschweiz oder im Jura auch ein kleines Corvo schaffen? Eine Biosphäre, die wir mit Subventionen aus Bern oder Brüssel finanzieren?

Wir müssten dann zur Erholung und zum Studium der sozialistischen Utopie nicht mehr nach Corvo fliegen.

DANKE FÜR DIE ♥
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