Fast die Hälfte der unter 43-jährigen Schweizer lebt von Lohnzahlung zu Lohnzahlung
Junge Menschen in der Schweiz stehen unter wachsendem finanziellen Druck – und passen ihre Lebens- und Karriereentscheidungen entsprechend an. Das zeigt die neue Deloitte-Studie «Gen Z und Millennials», die in der Schweiz 400 Teilnehmende mit Jahrgängen zwischen 1983 und 2007 befragte.
Die Ergebnisse zeichnen ein Bild einer Generation im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlicher Unsicherheit und neuen Prioritäten. Laut der Studie haben 46 Prozent der Gen Z und 60 Prozent der Millennials in der Schweiz wichtige Lebensentscheidungen wie Heirat, Familienplanung oder Ausbildung aufgrund ihrer finanziellen Situation verschoben.
Gleichzeitig geben 54 Prozent der Gen Z und 53 Prozent der Millennials an, sich kein Eigenheim leisten zu können. Die Bezahlbarkeit von Wohnraum beeinflusst zudem die Karrierepläne stark – insbesondere bei der Gen Z (78 Prozent) und den Millennials (67 Prozent). Fast die Hälfte der Befragten gibt zudem an, von Lohnzahlung zu Lohnzahlung zu leben.
Diese finanziellen Belastungen wirken sich auch auf die Arbeitswelt aus. Viele Befragte priorisieren Stabilität, Flexibilität und Work-Life-Balance stärker als klassische Karriereambitionen. So nennen 23 Prozent der Gen Z und 20 Prozent der Millennials die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben als wichtigstes Karriereziel – noch vor Führungsaufstieg oder schneller Karriereentwicklung.
Parallel dazu verändert sich die Einstellung zur Karriere: Zwar sind viele grundsätzlich an einer Führungsposition interessiert, doch nur eine Minderheit sieht dies als primäres Karriereziel. Stattdessen gewinnen kontinuierliches Lernen, finanzielle Unabhängigkeit und sinnstiftende Arbeit an Bedeutung.
Sorgen um finanzielle Zukunft
Finanzthemen sind bei den Sorgen der jungen Generationen stark vertreten. So verursacht die finanzielle Zukunft bei 36 Prozent der Genz Z und 33 Prozent der Millenialls Angst oder Stress. Doch auch wenn sie sich um ihre finanzielle Lage sorgen, arbeitet jeweils fast ein Fünftel der befragten Gen Z und Millennials nicht in Vollzeit oder in einer Festanstellung.
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten bleibt der Blick nach vorn vergleichsweise optimistisch – insbesondere im Hinblick auf Technologie. Künstliche Intelligenz wird von der Mehrheit als Chance gesehen. In der Schweiz nutzen 73 Prozent der Gen Z und 67 Prozent der Millennials KI bereits im Arbeitsalltag. 81 Prozent der Gen Z und 77 Prozent der Millennials bewerten ihren Einfluss auf das Arbeitsleben positiv; auch im Privatleben überwiegt eine optimistische Einschätzung (87 bzw. 80 Prozent).
Gleichzeitig zeigt die Studie eine zunehmende Sensibilisierung für mentale Gesundheit. Rund ein Viertel der Befragten gibt an, sich häufig gestresst zu fühlen. Dennoch berichten viele auch von Fortschritten: Arbeitgeber werden zunehmend als unterstützend wahrgenommen, und die Bereitschaft, offen über psychische Belastungen zu sprechen, steigt. (pre)
