«MOBILO 26»: Schweizer Armee verlegt bei Übung Panzer quer durch die Schweiz
Vom 21. bis zum 25. September 2026 trainiert die Schweizer Armee mit der Volltruppenübung «MOBILO 26» die Mobilmachung und die anschliessende Verlegung eines mechanisierten Verbandes von der West- in die Ostschweiz.
Dabei werden unter anderem Panzer, Artillerie, Drohnen und Luftverteidigungssysteme eingesetzt. Für die Bevölkerung in mehreren Regionen bedeutet die Übung vor allem mehr Militärverkehr und teilweise auch Lärm.
In 24 Stunden bereit
Das Motto der Übung lautet «Bereit in 24 Stunden». Nach dem Einrücken müssen Soldaten, Fahrzeuge und Material bereitstehen. Auch Führung, Versorgung und Schutz der Truppe müssen organisiert werden.
Innerhalb von 24 Stunden soll der Verband bereit sein, sich geschlossen auf den Weg zu machen. Die anschliessende Verschiebung in die Ostschweiz erfolgt in mehreren Etappen und dauert mehrere Tage. Auf einzelnen Strecken setzt die Armee auch die Aufklärungsdrohne ADS 15 ein. Sie soll Informationen über die Bewegungen der Truppen liefern.
Panzer und Drohnen im Mittelpunkt
Bei «MOBILO 26» geht es nicht nur um die schnelle Mobilmachung. Die Armee will auch trainieren, wie unterschiedliche militärische Mittel während einer längeren Verlegung zusammenspielen. Neben Panzern, Artillerie, Drohnen und Systemen zur Luftverteidigung werden auch mobile Kommunikations- und Führungsmittel sowie Fahrzeuge für Transport, Versorgung und medizinische Hilfe die Truppen begleiten.
Auch das Überqueren von Gewässern wird geübt. Dafür kommen mobile Brücken zum Einsatz. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Schutz vor gegnerischer Beobachtung durch Drohnen und Satelliten.
Ukraine-Krieg als Anlass
Als Hintergrund verweist die Armee auf den Krieg in der Ukraine. Dieser zeige, dass konventionelle militärische Konflikte in Europa weiterhin Realität seien. Panzer spielen dabei aus Sicht der Armee weiterhin eine wichtige Rolle, weil sie Schutz, Mobilität und Feuerkraft verbinden. Gleichzeitig betont sie, dass Panzer nur im Zusammenspiel mit anderen Kräften wie Infanterie, Artillerie, Aufklärung, Drohnen und Luftverteidigung eingesetzt werden können.
Als Szenario für die Übung, beschreibt die Armee die Situation vor einem möglichen bewaffneten Konflikt. Mit «MOBILO 26» will die Armee deshalb vor allem überprüfen und nachweisen, wie schnell grössere Verbände mobilisiert, ausgerüstet und über längere Distanzen verschoben werden können.
Dies trage gemäss Armee zur Abschreckung bei – getreu dem Leitspruch «Verteidigen können, um nicht zu müssen».
Wo ist mit Militärverkehr zu rechnen?
Die grössten Truppenbewegungen finden vom 22. bis 25. September 2026 statt. Betroffen seien vor allem diese Regionen:
- die Genferseeregion im Kanton Waadt
- das Freiburger Mittelland
- das Berner Seeland
- der Solothurner Jurasüdfuss
- das Emmental
- der Oberaargau
In diesen Gebieten kann es vorübergehend zu zusätzlichem Militärverkehr und Lärm kommen. Teilweise finden die Bewegungen auch nachts statt.
