Wie knapp wird es wirklich? Das willst du vor dem Abstimmungssonntag wissen
Ein hart geführter Abstimmungskampf findet am Sonntag sein Ende. Dann befinden die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über die SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» und neue Zivildienstregeln. Alle Umfrageinstitute sind sich einig: Es könnte eine enge Sache geben. Hier erfährst du, worum es geht und wer laut Umfragen vor dem Abstimmungssonntag die Nase vorn hat:
«Keine 10-Millionen-Schweiz»
Darum geht es: Die Initiative der SVP verlangt, dass Bundesrat und Parlament einen Bevölkerungsdeckel für die Schweiz einführen. So soll die ständige Wohnbevölkerung bis 2050 nicht die 10-Millionen-Marke überschreiten. Wie das genau funktionieren soll, erfährst du im Video unten:
Das sagen die Umfragen: Wie bei vielen Initiativen ging die Zustimmung auch zum SVP-Begehren «Keine 10-Millionen-Schweiz» im Laufe des Abstimmungskampfes immer weiter zurück. Der deutlichste Rückgang ist zwischen den beiden Umfragewellen von YouGov Schweiz zu beobachten. Die Zustimmungsrate ging hier innert etwa eines Monats von 45 auf 38 Prozentpunkte zurück. «Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Initiative an der Urne scheitert», schreibt das Meinungsforschungsinstitut in einer dazugehörenden Mitteilung.
Was ebenfalls für eine Ablehnung der Initiative spricht: Da es sich um eine Initiative handelt, muss das SVP-Begehren auch ein Ständemehr erreichen. Wie sieht es also in den einzelnen Kantonen aus? «In der grossen Mehrheit der Kantone, insbesondere in der Westschweiz und im urbanen Raum, bleibt der Ja-Anteil eindeutig unter der 50-Prozent-Grenze», schreibt YouGov Schweiz dazu. Der Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» droht also nicht nur ein Scheitern am Volks-, sondern auch am Ständemehr.
Der Hauptgrund für ein starkes Wachstum im Ja-Lager liegt laut YouGov Schweiz darin, dass die Sorgen vor einem Chaos nach einer Annahme der Initiative zugenommen haben. Auch die Bedenken bezüglich wirtschaftlicher Folgen und Diskriminierung sind Treiber dieser Entwicklung.
Die Chancen einer Annahme dieser Initiative sind aus all diesen Gründen als gering einzuschätzen.
Die Resultate:
Findest du am Sonntag ab 12 Uhr hier.
Zivildienstgesetz
Darum geht es: Bund und Parlament finden, dass zu viele Männer vom Armee- in den Zivildienst wechseln. Deshalb soll der Zivildienst unattraktiver gestaltet werden. Welche Massnahmen im neuen Gesetz genau drinstehen, erfährst du hier:
Das sagen die Umfragen: Ein Abstimmungskrimi könnte es hingegen beim Zivildienstgesetz geben. Nur in der letzten Umfrage von YouGov Schweiz liegen die Gegner des Gesetzes deutlich vor den Befürwortern (37 vs. 49 Prozent). Aber auch YouGov schreibt: «Insbesondere aufgrund des vergleichsweise hohen Anteils Unentschlossener unter den Stimmberechtigten ist das aktuelle Bild weniger eindeutig als bei der Nachhaltigkeitsinitiative.»
Ein Blick in die Kantone und auf die Gründe für oder gegen das Zivildienstgesetz weist derzeit eher auf eine Ablehnung hin: «In keinem einzigen Kanton liegt der geschätzte aktuelle Ja-Stimmenanteil eindeutig über der Marke von 50 Prozent. Die Wahrnehmung, dass die Gesetzesänderung unnötig sei, hat dabei als Grund für die Ablehnung an Bedeutung gewonnen, während die Einschätzung des gesellschaftlichen Werts des Zivildienstes leicht an Relevanz verliert», so das Meinungsforschungsinstitut.
Die Resultate:
Findest du am Sonntag ab 12 Uhr hier.
