Schweiz
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Hacker-Angriff: Aargauer Altersheim bezahlte Erpresser mit Bitcoin

Das Alterszentrum Schöftland wurde Ziel eines Cyber-Angriffs. Die Hacker forderten ein Lösegeld und das Altersheim zahlte – genau einen Bitcoin.

Rahel Plüss / az



Cyber-Angriff: Das Regionale Alterszentrum Schöftland bezahlte einen Bitcoin. (Bild: Mario Fuchs/az)

Cyber-Angriff auf das Regionale Alterszentrum Schöftland. Bild: Mario Fuchs/az

Das Alterszentrum Schöftland wurde Ziel eines Cyber-Angriffs. Unbekannte schleusten eine Schadsoftware ins System der Institution ein und blockierten Bewohnerdaten. Für deren Rückgabe forderten die Hacker ein Lösegeld - das Altersheim liess sich erpressen.

Bund und Polizei raten dringend davon ab, Lösegelder zu bezahlen. Das amerikanische FBI etwa empfahl die Zahlung, weil die Verschlüsselung der Hacker nicht zu knacken sei.

1 Bitcoin oder 7800 Dollar

Tatsache ist, das Alterszentrum Schöftland hat gezahlt. Und dafür seine Daten in vollem Umfang zurück erhalten. Zur Polizei ging die Institutsleitung erst später. Die AZ hat mit dem Verwaltungsratspräsident Hans Rudolf Würgler gesprochen. Er sagt: «Es war eine Risiko-Abwägung. Unser Aufwand, die Daten wieder herzustellen, wäre relativ hoch gewesen. Uns war bewusst, dass die Behörden davon abraten, zu zahlen.»

Trotzdem habe man sich nicht zuletzt auch auf Anraten des externen IT-Supporters entschieden, das Risiko einzugehen, am Ende trotz Zahlung doch ohne Daten dazustehen. Doch der Deal hat geklappt.

Sämtliche Daten zurückerhalten

Das Alterszentrum konnte sämtliche Daten wieder entschlüsseln. Gezahlt hat man die unbekannten Hacker in der Cyber-Währung Bitcoin. Die Forderung betrug einen Bitcoin, was zum damaligen Zeitpunkt einem Wert von 7800 Dollar entsprach, wie Verwaltungsratspräsident Hans Rudolf Würgler sagt.

Bei einem Jahresumsatz von zehn Millionen Franken für die Institution eine tragbare Summe. «Wir haben keine Veranlassung gesehen, eine grosse Sache aus dem Vorfall zu machen, solange keine Gefährdung für Personen oder für den Betrieb bestand.»

  (aargauerzeitung.ch)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • seventhinkingsteps 19.12.2017 19:05
    Highlight Highlight Wetten an der IT-Security wurde nichts geändert?
  • DocM 19.12.2017 18:53
    Highlight Highlight Ich bin nur ein Normalanwender. Doch ich habe zwei physisch getrennt Netze. Das eine für Internet, TV, Radio, keine Daten, das andere für reine Privatanwendungen ohne Internetzugriff. Wird das Nichtdatennetz gehackt, harter Reset, kein Datenverlust; das Andere hat keinen direkten Internetzugang und Backups werden dennoch erstellt.
  • zialo 19.12.2017 16:33
    Highlight Highlight Das Geld geht oft nach Nordkorea und fliesst dort in Korruption und Nukleare Aufüstung. Ein Grund nicht zu zahlen.
  • Raffaele Merminod 19.12.2017 15:10
    Highlight Highlight Die berühmten letzten Worten eines Systemadministrators: Natürlich haben wir ein Backup.
    • Globidobi 19.12.2017 19:36
      Highlight Highlight Es reicht halt nicht nur ein Backup einzurichten, dieses muss geprüft werden und auch geschult werden. Zu oft treffe ich Firmen, bei welchen das letzte erfolgreiche Backup 2-3 Jahre zurück liegt. Schlussfolgerung, Konkurs des Unternehmen.
  • Ihr Kommentar hat 20min Niveau 19.12.2017 14:12
    Highlight Highlight "Das amerikanische FBI etwa empfahl die Zahlung, weil die Verschlüsselung der Hacker nicht zu knacken sei." Bei diesem Statement gibts entweder Verdacht oder ein Armutszeugnis
    • xHascox 19.12.2017 16:49
      Highlight Highlight Verstehe nicht was du sagen wilst
  • Gringoooo 19.12.2017 13:47
    Highlight Highlight Scheint wohl ein gezielter Angriff gewesen zu sein. Bei flächendeckenden Angriffen, wie Wannacry bringt eine solche Zahlung jedoch wohl kaum was. Wenn die Zahlung von allen an das gleiche Wallet gehen soll, wäre es für die Angreifer schwer herauszufinden, wer bezahlt hat und wer nicht. Geld dann verloren, Daten aber auch.

    Daher für den Otto Normalverbraucher: wichtige Daten immer auf physisch getrennten Datenträgern sichern - so dass man schlimmstenfalls den Rechner jederzeit neu aufsetzen könnte ohne schlimme Verluste.
    • xHascox 19.12.2017 16:51
      Highlight Highlight Benutzte Wannacry nur eine Adresse? Ich würde für jeden 'Kunden' (eher opfer hehe) eine neue Adresse generieren. Dann sieht man sehr einfach wer bezahlt und wer nicht.
    • Gringoooo 19.12.2017 21:21
      Highlight Highlight Technisch gesehen durchaus möglich - wurde aber meines Wissens nicht gemacht (also alles die selbe Adresse). Sind ja auch keine Wohltäter die 'Hacker' - die wollen nur das Geld.

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