Der Nationalrat und Lastwagenunternehmer Benjamin Giezendanner fordert einen Ausbau des Strassennetzes.Bild: keystone
SVP-Giezendanner will mehr Autobahnen – und kritisiert den eigenen Bundesrat
Die Schweiz steuere direkt auf einen Kollaps zu, sagt der SVP-Verkehrspolitiker. Albert Rösti fehle der Mut.
Autobahnen ausbauen. Weniger Tempo 30-Zonen in den Städten. Und verhindern, dass Parkplätze abgebaut werden. Das fordert die SVP in einem neuen Positionspapier, das dem Blick vorliegt.
Mitverfasser des Positionspapiers ist der SVP-Verkehrspolitiker Benjamin Giezendanner, der als Lastwagenunternehmer tätig ist. Im Interview mit der Boulevard-Zeitung sagt Giezendanner...
- ...warum die SVP einen Strassenausbau fordert:
«Es reicht einfach nicht, einzelne Engpässe zu beseitigen. Das Autobahnnetz wurde für 5 bis 5,5 Millionen Einwohner konstruiert. Jetzt sind wir bei über 9 Millionen, und unser Mobilitätsbedürfnis hat sich stark verändert. Züge und Autobahnen sind heute oft auch am Wochenende voll. Wir steuern direkt auf einen Kollaps zu.» - ...warum er von seinem eigenen Bundesrat Albert Rösti enttäuscht ist:
«Es fehlt ihm in diesem Punkt der Mut, bei der Strasse auszubauen. Das hat wohl damit zu tun, dass das Volk das letzte Ausbaupaket ablehnte. Die Kantone haben Albert Rösti damals allein gelassen. Aber es ist der falsche Schluss, deshalb jetzt mit einem Minimalprogramm zu kommen.» - ...über den öffentlichen Verkehr:
«Wir kommen nicht umhin, gewisse Projekte zu streichen. Die SBB brauchen allein für den Substanzerhalt bis zu zehn Milliarden Franken. Es konnte mir noch niemand sagen, woher dieses Geld kommt. Wenn wir nicht deutsche Verhältnisse wollen, müssen wir zuerst bei der Substanz Geld investieren, bevor wir gewisse neue Projekte realisieren. Alles andere wäre verantwortungslos.»
(her)
