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Zwei St. Moritzer Nobel-Hotels unter Quarantäne – das Wichtigste in 7 Punkten

18.01.2021, 11:3318.01.2021, 17:29

Was ist passiert?

Das Gesundheitsamt des Kantons Graubünden stellt zwei Hotelbetriebe in St. Moritz unter Quarantäne. Die südafrikanische Variante des mutierten Coronavirus wurde dort festgestellt.

Wie viele Menschen haben sich angesteckt?

Die Behörden schreiben von rund einem Dutzend Fälle. Das gehäufte Auftreten des mutierten Virus wurde am Sonntagabend in St. Moritz festgestellt. Laut Christian Gartmann, Leiter der Taskforce «Corona II» Engadin, seien es vor allem Hotelangestellte, die positiv getestet wurden. Im «Blick» sagt Gartmann: «Es handelt sich um keinen wilden Ausbruch, sondern um eine Häufung von Fällen.» Er sieht die angeordnete Quarantäne als Vorsichtsmassnahme.

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Welche Hotels sind betroffen?

Das «Badrutt's Palace» mit seinen markanten Türmen.
Das «Badrutt's Palace» mit seinen markanten Türmen.Bild: shutterstock.com

Die gehäuften Ansteckungen sind gemäss übereinstimmenden Medienberichten in zwei Nobelhotels aufgetreten: dem «Kempinski» und dem «Badrutt's Palace».

Zuletzt hatte das «Kempinski» gemäss eigenen Angaben in der ersten Januarwoche einen Massentest bei den Mitarbeitenden durchgeführt. An zwei Tagen seien 180 Personen durch das mobile Testcenter Graubünden in einem Ballsaal des Hotels getestet worden. Alle 180 Tests seien negativ ausgefallen. Insgesamt habe das Hotel seit Beginn der Wintersaison rund 300 Tests von Mitarbeitern veranlasst.

Das «Badrutt's Palace» liess auf Anfrage verlauten, dass seit Mitte Dezember über 1500 Tests in Zusammenarbeit mit der Poly Clinic St.Moritz und dem Gesundheitsamt Graubünden durchgeführt worden seien. «Zudem verlangen wir als einziger uns bekannter Betrieb in St.Moritz von den Gästen bei Ankunft im Hotel und vor dem Check-in den Nachweis eines negativen Covid-Tests», schrieb das Hotel weiter. Alle bisher gemachten Tests würden nun auch auf die mutierte Variante des Virus untersucht.

Was passiert nun in den Hotels?

Das «Kempinski» steht in St. Moritz Bad.
Das «Kempinski» steht in St. Moritz Bad.Bild: shutterstock.com

In beiden Hotels ordnete das Gesundheitsamt Massentests an. Wie Fabrizio D'Aloisio, Medienverantwortlicher von St. Moritz Tourismus, gegenüber «20 Minuten» sagt, würden alle Hotelgäste und Mitarbeiter getestet. Zum Einsatz kommen PCR-Tests, mit denen man den neuen Virusstrang nachweisen kann. Man wolle die Quarantäne der Gäste, die nicht betroffen sind, so kurz wie möglich halten, so D’Aloisio weiter.

Das «Badrutt's Palace» schreibt in einer Medienmitteilung, Gäste, die ihre Abreise für heute Montag geplant haben, dürfen das Hotel erst nach einem negativen Test verlassen. Die Tests würden direkt im Hotel durchgeführt.

Wie begründen die Behörden das Vorgehen?

Das Bündner Gesundheitsamt ist laut eigenen Angaben besorgt. Die südafrikanische Virusmutation (501.V2) sei deutlich ansteckender als jene Variante, die bisher weltweit vorgeherrscht habe. Sie ist ähnlich wie die britische Variante (B.1.1.7) , dürfte aber unabhängig von ihr entstanden sein.

Gibt es weitere Massnahmen?

Ja. In St. Moritz sind die Schulen sowie die Skischulen bis auf weiteres geschlossen. Zudem sind Vereinsaktivitäten und Sporttrainings mit Jugendlichen gestrichen. Auf dem gesamten Gemeindegebiet besteht neu eine Maskentragpflicht.

Das Gesundheitsamt empfiehlt den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Gästen dringend, auf alle nicht notwendigen Kontakte mit anderen Personen zu verzichten. Die Abstands- und Hygieneregeln seien konsequent einzuhalten. Die Skilifte laufen im Moment aber weiter.

Wie gehts es jetzt weiter?

Morgen Dienstag werden in St. Moritz Flächentests für die Bevölkerung und Touristen durchgeführt. Der Test ist freiwillig. Das Gesundheitsamt empfiehlt aber dringend, an diesem Test teilzunehmen. Dank der aktiven Teststrategie und der Erfahrungen aus den Pilottests vom letzten Dezember sei es laut dem Gesundheitsamt möglich, rasch gezielt Massnahmen gegen die Ausbreitung des mutierten Virus in St. Moritz umzusetzen, hiess es weiter. (mlu/sda)

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65 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Andi Weibel
18.01.2021 11:50registriert März 2018
Schulen zu, Ski-Lifte offen. Man muss halt Prioritäten setzen.
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c_meier
18.01.2021 11:47registriert März 2015
war in St. Moritz am Samstag/Sonntag nicht gerade ein Weltcup im Bob-Sport wahrscheinlich mit Teilnehmern aus ziemlich vielen Nationen?

aber klar, in der Schweiz muss bei der Einreise aus dem Ausland auch nach 1 Jahr Pandemie ja immer noch kein negativer Test vorgewiesen werden....
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Eisvogel
18.01.2021 12:20registriert Februar 2019
Kinder und Jugendliche zahlen - wie auch in Wengen - den Preis, weil die Erwachsenen nicht aufs Skifahren verzichten wollen. Schliesst doch endlich die Skipisten!
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Mit der Gründung ihres Gemeinschaftsunternehmens haben AZ und NZZ ihre Kräfte gebündelt und damit den Grundstein gelegt für eine erfolgreiche Weiterentwicklung ihres Regionalmediengeschäfts sowie den Aufbau einer starken Marktposition von CH Media im Entertainment-Bereich. Die ursprüngliche Vereinbarung unter den Partnern sah vor, dass AZ mittelfristig die Mehrheit an CH Media übernehmen kann, während NZZ die Möglichkeit zustand, ihren Anteil an AZ zu verkaufen. Die beiden Aktionäre haben in den letzten Monaten partnerschaftlich über die zukünftige Governance und die Eigentumsverhältnisse von CH Media verhandelt. Dabei wurde entschieden, dass AZ die Mehrheit an CH Media übernimmt und NZZ ihren Anteil auf 35 % reduziert. Mittelfristig steht es beiden Aktionären frei, die restlichen NZZ-Anteile zu kaufen respektive zu verkaufen.

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