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Bundesrats-PK verpasst? Das sind die 5 wichtigsten Punkte

Zuletzt schwand die Unterstützung für das Covid-Zertifikat in der Schweiz. Mit grosser Spannung wurden also die Beschlüsse des Bundesrats erwartet. Hier findest du die wichtigsten Punkte der Pressekonferenz.
20.10.2021, 18:22

Was hat der Bundesrat entschieden?

Der Bundesrat will Genesenen den Zugang zum Covid-Zertifikat erleichtern. Bisher für Genesene ausgestellte Zertifikate sollen nicht mehr ein halbes, sondern neu ein ganzes Jahr gelten. Diese und weitere Neuerungen werden aber nur im Inland gelten.

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Konkret plant der Bundesrat, dass die bisher für Genesene ausgestellten Covid-Zertifikate statt 180 Tage neu 365 Tage gelten. Die verfügbaren Daten belegten eine ausreichende Schutzwirkung vor schweren Erkrankungen und Spitaleinweisungen, schreibt er dazu.

Wieso wird die Zertifikatspflicht nicht aufgehoben?

Der Bundesrat hält vorläufig an der Covid-Zertifikatspflicht fest, wie sie seit dem 13. September besteht. Das hat er an seiner Sitzung nach einer Diskussion entschieden. Es gelte, die Kontrolle über die Lage nicht zu verlieren, sagte Gesundheitsminister Alain Berset.

Die epidemiologische Lage habe sich in den vergangenen Wochen zwar entspannt, die Corona-Fallzahlen gingen aber nicht mehr zurück, sagte Berset am Mittwoch in Bern vor den Medien. Und weiter:

«Die Situation ist ziemlich stabil, aber fragil.»

Der Bundesrat habe daher nach einer Diskussion über Lockerungen und Aufhebungen entschieden, bei der Zertifikatspflicht zu bleiben. Die Überlastung der Intensivstationen sei immer noch eine Bedrohung, sagte Berset.

Eine Lockerung scheine verfrüht, auch wenn die Zahlen tiefer seien als vor sechs Wochen. Aber es stünden kühlere Tage und Wochen bevor, die Ferien endeten, und die Deltavariante sei ansteckender als die früheren. «Und noch immer sind zu wenige Personen immunisiert», stellte Berset fest. Noch immer könnten sich zu viele Menschen mit Covid-19 anstecken.

Bild: keystone

In der Mehrheit der Kantone liege der R-Wert, der angibt, wie viele Menschen eine infizierte Person im Mittel ansteckt, über 1. Alle Massnahmen aufheben und nachher wieder korrigieren zu müssen, wolle der Bundesrat nicht. Mitte November soll die Lage neu beurteilt werden.

Wann kommen die Lockerungen?

Das Drei-Phasen-Modell sei noch immer gültig, sagte Gesundheitsminister Berset. Eine Lockerung der Massnahmen sei aber erst möglich, wenn eine Überlastung des Gesundheitswesens ausgeschlossen werden könne.

«Das Merkmal dieser Pandemie ist die Ungewissheit», sagte Berset am Mittwoch vor den Medien in Bern. «Wir wissen nicht, was kommt.» Das Drei-Phasen-Modell sei noch immer gültig.

In der geltenden Phase drei werde nur noch interveniert, wenn die Gefahr bestehe, dass das Gesundheitssystem überlastet werden könnte. Mit der Delta-Variante, der tiefen Impfrate und den tieferen Temperaturen sei dies noch immer möglich. Weiter sagte Berset:

«Wir machen mindestens alle drei, vier Wochen eine vertiefte Analyse. Wenn wir sehen, es droht keine Überlastung mehr, werden wir lockern.»

Wie sieht's mit den Skigebieten aus?

Gemäss Berset ist es nicht möglich, Skigebieten für den ganzen Winter eine Regelung ohne Zertifikat für Geimpfte, Genesene und Getestete zu garantieren. Doch was die Seilbahnen kommuniziert hätten, sei «im Moment» eine gute Lösung.

Maske auf in Bergbahnen.
Maske auf in Bergbahnen.Bild: keystone

Der Branchenverband Seilbahnen Schweiz hatte am Dienstag mitgeteilt, dass in der Wintersaison vorerst keine generelle Zertifikatspflicht gelte auf den Pisten. Die Bahnen könnten zu den gleichen Bedingungen in die Wintersaison starten wie der öffentliche Verkehr. In Kabinen und geschlossenen Räumen gilt ein Maskenobligatorium.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hatte entgegnet, dass der Bundesrat und nicht die Branche über die Massnahmen gegen das Coronavirus entscheide. Dass beim Skifahren nun vorderhand dieselben Regeln gelten würden wie überall im Land, sei «im Moment eine gute Lösung», sagte Berset

Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im BAG.
Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im BAG.Bild: keystone

Was am Dienstag präsentiert worden sei, nannte er «absolut vernünftig». Im vergangenen Winter seien die Erfahrungen mit dieser Regelung nicht schlecht gewesen. Doch er mahnte:

«Man kann nie eine Garantie abgeben für das, was den ganzen Winter über gelten wird.»

Sollte die Lage bleiben, wie sie sei, und sich auch nicht massiv verschlechtern, könne man mit der von den Seilbahnen kommunizierten Lösung durch den Winter gehen, wie es die Branche skizziert habe, fügte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im BAG, an. Darüber gebe es eine Einigung der Behörden mit den Bahnen.

Was sagt Berset zur Impf-Kampagne?

Laut Berset versuchen Bund und Kantone alles Mögliche, um alle Impfwilligen zu erreichen. Die Impfung sei und bleibe der einfachste Weg, um die Pandemie zu bekämpfen.

Berset gab am Mittwoch vor den Medien in Bern zu bedenken, dass es eine Korrelation gebe zwischen Impfquote und Inzidenz pro Kanton. In Kantonen mit tieferer Impfquote stiegen die Fallzahlen derzeit stärker an als in Kantonen mit höherer Impfquote. «Das zeigt, dass die Impfung wirkt.» In 90 Prozent der Fälle verhindere eine Impfung einen Aufenthalt auf der Intensivstation.

Der Bundesrat werde die Situation weiter beobachten, sagte Berset. Falls die nationale Impfquote steige, seien auch Lockerungen wie die Aufhebung der Zertifikatspflicht denkbar. Aktuell sei dies aber noch nicht angezeigt.

(jaw/sda)

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