Schweiz
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Der Waadtländer CVP-Nationalrat Claude Béglé macht in den Parlamentsferien mit umstrittenen Tweets über Nordkorea von sich reden. Seine Kantonalpartei distanziert sich von den Äusserungen. (Archivbild)

Der Waadtländer CVP-Nationalrat Claude Béglé nimmt Stellung nach umstrittenen Nordkorea-Tweets (Archivbild). Bild: KEYSTONE

So verteidigt CVP-Nationalrat Béglé seine Nordkorea-Tweets



Vor drei Tagen twitterte der CVP-Nationalrat Claude Béglé begeistert über seinen Besuch in einer Seidenspinnerei während seiner Ferien in Nordkorea.

Er bemerkte zwar, dass die Löhne tief sind – hob jedoch positiv hervor, dass «alles kostenlos vom Staat zur Verfügung gestellt wird: der Reis und die wichtigsten Grundnahrungsmittel, die Unterkunft, die Gesundheit, die Bildung. Und es funktioniert um einiges besser, als man es sich hätte vorstellen können.»

Die Aussagen sorgten für Kritik von verschiedenen Seiten. Charles Juillard, Vizepräsident der CVP, sagte zu Béglés Tweets: «Das ist nicht das Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell, das die CVP verteidigt.» Auch auf Twitter hagelte es Kritik. Nun sah sich Béglé in Erklärungsnot und nahm dazu Stellung – via Twitter:

Er erklärt, dass er Nordkorea mit der Absicht bereise, sich ein eigenes Bild machen zu können. Seine Twitter-Kommentare würden einzig seinen persönlichen Eindruck widerspiegeln. Béglé beschreibt, dass er sich jederzeit frei bewegen könne – obschon die Reise vom Regime sichergestellt werde. «Ich bin in Fabriken, auf Märkte und aufs Land gegangen.»

Es sei bei ihm nicht der Eindruck eines unterdrückten Volkes entstanden. Im Gegenteil: Es handle sich um ein Volk, das sich zu amüsieren scheint. «Sie mögen es, Bier zu trinken und sich zu amüsieren.»

Die Kritik an seinen Tweets lässt er unkommentiert. Stattdessen verweist er auf die schwierige Geschichte des Landes und bemerkt die Komplexität der Situation in Nordkorea: Auf die Kritik an den Tweets geht er nicht ein, schreibt aber, die Situation in Nordkorea sei viel komplexer, als man sich vorstellen könne, schliesslich «[...] handelt es sich um ein kommunistisches System, das sich von der Öffentlichkeit abschottet».

Abschliessend hält er fest, dass die Kommunikation nach wie vor schwierig sei, da er sich noch immer in Nordkorea befinde. Es werde einfacher sein, nach seiner Rückkehr ausführlicher Stellung zu nehmen. (mim)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Amos Zweig 25.07.2019 08:04
    Highlight Highlight Da fehlen einem die Worte. Hat Herr Béglé noch nie davon gehört, dass menschenrechtsverachtende Despoten gerne prunkvolle Vorzeigebauten und schön gepflegte Vorzeige-Menschen haben, mit denen sie der Welt demonstrieren möchten, wie toll es in ihrem Land ist? Nur weil er die Arbeitslager nicht selber besucht hat, heisst das nicht, dass sie nicht existieren! https://www.amoszweig.com/2019/07/25/die-gute-seite-des-sozialismus/
  • Basti Spiesser 24.07.2019 11:16
    Highlight Highlight Wie kann er nur eine andere Meinung haben... unverschämt. Wieso geht man auch in ein anderes Land um sich ein Bild zu machen. Für das gibts doch Zeitungen.
  • Pafeld 24.07.2019 06:42
    Highlight Highlight "Abschliessend hält er fest, dass die Kommunikation nach wie vor schwierig sei, da er sich noch immer in Nordkorea befinde. Es werde einfacher sein, nach seiner Rückkehr ausführlicher Stellung zu nehmen. "

    Eine ehrliche Antwort gibt es also, wenn ihm keine Gefahr mehr droht, in einem Nordkoreanischen Gulag zu "verschwinden".
  • Mira Bond 23.07.2019 18:58
    Highlight Highlight Unverschämt, wie er sich aufs leichteste blenden lässt; die WHO und die UNO haben klar aufgezeigt, dass es dort Konzentrationsähnliche Lager gibt, über 20% der Bevölkerung unterernährt ist und zur Erinnerung: 98% Wahlerfolg erreicht kein Politiker auf normalem Weg! Ich könnte noch ewigs weitermachen....
    er sollte eigentlich zurücktreten.
  • Fredz 23.07.2019 18:42
    Highlight Highlight "Die Kommunikation sei schwierig". Er hat Angst, etwas falsches zu sagen, also alles loben.
    Naja, Nordkorea halt. Er kann ja bleiben, wenn's ihm so gefällt. Vielleicht die CVP Nordkorea gründen.
  • Pinkerton 23.07.2019 18:08
    Highlight Highlight Unfassbar. Einmal mehr zeigt sich, dass eine Position in Amt und Würden (Nationalrat, Ex-VRP Post) nicht vor Dummheit und komplett beeinträchtigtem Urteilsvermögen schützt.
  • Charlie1 23.07.2019 17:52
    Highlight Highlight Als VR-Präsident der Post? Na, dann passt doch alles bestens. Auf den kurzen Nenner gebracht: Fern von ...allem!
  • eliS 23.07.2019 17:29
    Highlight Highlight Titel: „So verteidigt CVP-Nationalrat Béglé seine Nordkorea-Tweets“

    Text: „Die Kritik an seinen Tweets lässt er unkommentiert (...) Auf die Kritik an den Tweets geht er nicht ein“

    Wieder mal zu viel vom Titel erhofft. Passiert mir in letzter Zeit leider des Öftern auf watson...
  • Magnum44 23.07.2019 17:13
    Highlight Highlight Omg, wie kann man so naiv sein?
  • Gurgelhals 23.07.2019 17:01
    Highlight Highlight Diese Faszination von gewissen bürgerlichen Politikern für autoritäre Unrechtsstaaten (Saudi Arabien, China, Nordkorea, Kasachstan) ist schon sehr ... ähm ... speziell. Da fragt man sich halt gezwungenermassen schon, wie tief bei denen die freiheitliche Grundprinzipien, auf die sie sich sonst ja permanent berufen, tatsächlich verwurzelt sind.
    • Toerpe Zwerg 23.07.2019 19:37
      Highlight Highlight Sie haben da was falsch. Das ist die Faszination aller Politiker - regieren ohne die unsägliche Zumutung, dass das Volk dreinredet.

      Gönnerhaft Bier und Reis verteilen, Privilegien abschöpfen und mächtig sein. Links wie Rechts.
    • Selbst-Verantwortin 24.07.2019 00:13
      Highlight Highlight Du hast völlig recht, ausser dass es links aussen ebenso diese Faszination für Kommunismus und Sozialismus gibt, die zwangsläufig auch in Diktaturen landen.
      Benutzer Bild
  • El Vals del Obrero 23.07.2019 16:58
    Highlight Highlight Der letzte Absatz ist aber gut: wahrscheinlich haben die nordkoreanischen Touristenführer/Überwacher die Geschichte auch mitbekommen und schauen nun genau, was er sagt, solange er noch im Land ist.
  • Fanta20 23.07.2019 16:50
    Highlight Highlight Er war mal VR-Präsident der Schweizerischen Post. Ich hätte daher ein etwas besser ausgeprägtes Urteilsvermögen erwartet.
    • Elke Wolke 23.07.2019 18:35
      Highlight Highlight Äh nein, er war auch bei der Post desaströs.
    • Fanta20 23.07.2019 20:45
      Highlight Highlight Das kann ich nicht beurteilen, aber die Zeit unter seiner Ägide wird tatsächlich nicht nur gerühmt.
  • Tiben 23.07.2019 16:47
    Highlight Highlight Um ein guter Christ zu sein, muss man ja mindestens auf einem Auge blind sein.
  • Roboterschwein 23.07.2019 16:47
    Highlight Highlight "Es handle sich um ein Volk, das sich zu amüsieren scheint. «Sie mögen es, Bier zu trinken und sich zu amüsieren.»"

    Deshalb ist Nordkorea ja auch als "Oktoberfest Asiens" bekannt... Hat's dem Mann ins Hirn geregnet?
  • Now 23.07.2019 16:41
    Highlight Highlight einfach naiv oder bezahlt?
    • Scipia della Rovere 23.07.2019 16:58
      Highlight Highlight Wohl bezahlt, so naiv ist doch keiner!
    • DemonCore 23.07.2019 18:09
      Highlight Highlight Er ist Christ...
  • Armend Shala 23.07.2019 16:37
    Highlight Highlight Alors Monsieur auf nach Nordkorea in die demokratische Volksrepublik ;-) als normaler Bürger, Sozialismus ist doch so wunderschön, ich rate es Ihnen nicht zu fliehen, falls es Ihnen nicht gefällt.
    • El Vals del Obrero 23.07.2019 17:06
      Highlight Highlight Hier ein Beispiel von einem, der das tatsächlich getan hat:

      Play Icon


      Seine Kinder leben weiterhin dort:
      Play Icon


      Aus seiner (reichlich naiven) Sicht kam es sogar gut: In den USA war er ein Looser, in Nordkorea wurde er Filmstar und Universitätsprofessor.
    • El Vals del Obrero 23.07.2019 17:27
      Highlight Highlight Das Buch von Jenkins, der ebenfalls in diesem Film noch in Nordkorea auftratt und nach Jahrzehnten wieder ausreisen konnte (und ein sehr gespanntes Verhältniss zu Dresnok hatte), ist auch sehr zu empfehlen (leider nur auf Englisch erhältlich).

Zwei Skitourenfahrer am Albristhorn abgestürzt – Ein Toter

Am Samstagnachmittag sind zwei Skitourenfahrer am Albristhorn im Berner Oberland unabhängig voneinander abgestürzt. Ein Mann konnte nur noch tot geborgen werden. Der andere Mann wurde schwer verletzt mit einem Rettungshelikopter ins Spital geflogen.

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