Cyberangriff auf Sharepoint-Server des Bundesamts für Informatik gemeldet
Nach einem Cyberangriff auf die durch das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) betriebenen Sharepoint-Server ist der Zugriff für bundesexterne Personen via Internet gesperrt worden. Rund 200 Konten wurden bei dem Vorfall kompromittiert. Hinweise auf weiteren Datenabfluss gibt es nicht.
Die unbekannten Angreifer nutzten mutmasslich Schwachstellen in der Sharepoint-Software von Microsoft aus, schrieb das BIT am Dienstag. Der Softwarehersteller hatte Mitte Juli über mehrere solcher Lücken informiert. Das BIT betrieb die Server in den eigenen Datenzentren des Bundes und hatte nach eigenen Angaben umgehend mit der Installation der bereitgestellten Sicherheits-Updates begonnen. Sharepoint ist eine Webanwendung, die zur Zusammenarbeit und als Dateiablage dient.
Im Verlauf der Analyse stellten die Fachleute am 31. Juli fest, dass die Zugangsdaten von rund 200 Benutzer- und technischen Konten betroffen sind. Das BIT setzte laut eigenen Angaben die entsprechenden Passwörter umgehend zurück. Gemäss den bisherigen Untersuchungen, bei denen das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) und Microsoft unterstützen, gibt es keine Hinweise auf einen Abfluss von weiteren Daten. Die Analysearbeiten dauern aber an.
Das BIT setzt die betroffenen Sharepoint-Server derzeit präventiv neu auf. Der Internet-Zugriff für externe Personen bleibt bis zum Abschluss dieser Arbeiten gesperrt. Mitarbeitende der Bundesverwaltung können weiterhin auf ihre Dokumente zugreifen und diese über alternative Wege austauschen. Laut dem BIT dürfen auf der Sharepoint-Plattform keine vertraulichen Informationen oder besonders schützenswerte Personendaten gespeichert werden.
28 Angriffe auf Bundesverwaltung 2025
Das BACS registrierte allein im vergangenen Jahr 28 Cyberangriffe auf die Bundesverwaltung. Insgesamt wurden letztes Jahr 325 Angriffe auf kritische Infrastrukturen gemeldet. Bei rund jeder vierten Meldung war eine öffentliche Verwaltung, die Bundesverwaltung oder eine Kantons- und Gemeindeverwaltung betroffen.
Der wohl bekannteste Fall betraf den bundeseigene Rüstungskonzern Ruag. Im Herbst 2025 hatte die Hackergruppe Akira die IT-Systeme der Ruag-Tochter LLC im US-Bundesstaat Virginia angegriffen. Dabei wurden Daten aus den Systemen der Tochtergesellschaft entwendet. Anschliessend drohten die Angreifer mit deren Veröffentlichung im Darknet und forderten Lösegeld. Ruag zahlte die Erpresser schliesslich aus und erhielt die Daten zurück. (dab/sda)
