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Schweizer Hoteliers treten eBookers und Co. mit Discover Swiss entgegen

Die Hotelbranche hat die Schnauze voll, von Buchungsplattformen abgezockt zu werden

25.12.2019, 14:2825.12.2019, 15:34

Buchungsplattformen wie ebookers, Booking oder Expedia machen der Schweizer Hotelbranche zu schaffen. Die Plattformen steuern nicht nur das Angebot, sondern machen den Hotels mit hohen Gebühren das Leben schwer.

Da immer mehr Touristen ausschliesslich über solche Portale buchen, ist die Schweizer Hotellandschaft unter Druck. Am Anfang seien die Gebühren, die die Buchungsplattformen verlangten noch gering, meint Andreas Züllig, Präsident des Branchenverbandes HotellerieSuisse, gegenüber SRF. Doch je grösser die Anbieter werden, desto höher würden die Abgaben ausfallen.

Andreas Züllig Präsident von Hoteliersuisse
Bild: Screenshot SRF-Video

Eigene Buchungsplattform soll helfen

Um diesem Trend entgegenzuwirken will Züllig mit einer eigenen Buchungsplattform gegen die internationalen Anbieter antreten. Diese nennt sich «Discover Swiss» und soll zeitnah im nächsten Jahr online gehen.

Das Ziel von Züllig ist dabei eine Art elektronischer Concierge, der den Touristen hilft, durch die Schweiz zu reisen. Gleichzeitig will man den teilnehmenden Anbietern horrende Gebühren ersparen. Davon sollen vor allem auch kleinere Betriebe profitieren, die die hohen Abgaben der Buchungsplattformen selten stemmen können – doch wer auf den Plattformen nicht präsent ist, büsst massiv an Reichweite ein.

Eine Million Franken Förderung

Auch beim Bund sieht man Handlungsbedarf und unterstützt das Projekt daher mit einer Million Franken. Der Betrag stammt aus einem Tourismus-Innovationsfonds. Das ganze Projekt sei nur schon deswegen unterstützungswürdig, weil viele Destinationen für «Discover Swiss» zusammenspannen würden.

discover swiss
Noch gibt es auf der Website von discover.swiss nicht viel zu sehen.Bild: Screenshot discover.swiss

Ausserdem sei die Plattform auch ein gute Basislösung für Betriebe, die nicht mit innovativen, neuen Konzepten auffallen können. Vor allem aber wolle man helfen, die Digitalisierung der Tourismusbranche in der Schweiz voranzutreiben.

Eine weitere Million hat Züllig von privaten Geldgebern erhalten. Für ein Projekt dieser Grössenordnung sind zwei Millionen aber ein bescheidener Betrag. Das weiss auch Züllig und formuliert es gegenüber SRF so: «Wir fangen mit dem Skateboard an und werden dann irgendwann einmal ein Auto konstruieren.» Im Moment sehe man das Portal aber noch eher als Nische an.

Datenschutz soll überzeugen

Ein Startdatum für das neue Portal ist bisher noch nicht kommuniziert worden. Erste Destinationen sollen das System aber zeitnah im Jahr 2020 aufschalten. Allerdings werden die Gäste zu Beginn nicht viel davon mitbekommen, denn das System laufe noch im Hintergrund der bestehenden Websites der Tourismus-Destinationen.

Erst einmal wird das System Daten über die Nutzer sammeln. Angst haben, dass HotellerieSuisse nun aber zu einer Datenkrake à la Google wird, muss man nicht. Nutzerdaten werden nur erhoben, wenn man einwilligt. «Wir haben ein nordisches Datenschutz-System, welches viel strenger ist», so Züllig. Wenn erwünscht, könne man auch im Nachhinein alles löschen lassen.

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