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Corona-Impfzertifikat: Bund muss einen Zacken zulegen

ARCHIV - Ein Impfbuch mit markierten Feldern Diphterie (l-r), Tetanus (Wundstarrkrampf), Pertussis (Keuchhusten), Polio und Masern liegt am 23.02.2015 in Nürnberg (Bayern) auf einem Tisch. (zu dpa «Le ...
Eine digitale Version eines Impfzertifikats ist noch nicht vorhanden.Bild: DPA
Kommentar

Die Zeit drängt: Beim Impfzertifikat muss der Bund einen Zacken zulegen

Dass die Ärzte und Apotheker ihre eigene Version eines digitalen Impfpasses vorwärtstreiben, ist zu begrüssen. Die Zeit drängt, dieses Dokument spielt bei der Öffnungsstrategie schliesslich eine Schlüsselrolle.
02.05.2021, 21:4403.05.2021, 11:23
Roman Schenkel / ch media

Das Impftempo hat hierzulande angezogen. Endlich. Die Schweiz gehörte zwar zu den ersten Ländern, die Impfdosen ver­piksen liessen, doch der schleppende Fortschritt strapazierte die Geduld der Bürgerinnen und Bürger. Klar, das Tempo ist abhängig von der Belieferung durch die Impfstoffproduzenten. Doch es gab da und dort Pannen, die den Fortschritt unnötig verlangsamt haben. Zum Beispiel, dass es der Bund verschlief, rechtzeitig eine entsprechende IT-Plattform fürs Impfen auf die Beine zu stellen.

Das gleiche Szenario droht nun auch beim Impfpass. In diesem digitalen Dokument soll einsehbar sein, ob jemand an Covid-19 genesen, geimpft oder eben erst getestet worden ist. Der Bund lässt sich bei der Entwicklung Zeit. Erst Mitte Mai soll entschieden werden, welcher Anbieter das Impfzertifikat anbieten darf. Erst Ende Juni soll es erhältlich sein.

Dabei drängt die Zeit. Der Impfpass spielt bei den geplanten Öffnungsschritten eine Schlüsselrolle. Wer sich etwa an einem Konzert in die Ränge setzen will, muss vorweisen, dass er immun oder coronafrei ist. Wer in den Sommerferien ins Ausland reisen will, muss ein Dokument vorzeigen können, das beispielsweise die EU akzeptiert.

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Die Ansprüche für den Impfpass sind hoch. Er muss fälschungssicher sein. Dass nun die Apotheker und Ärzte eine eigene Lösung vorwärtstreiben, ist aber zu begrüssen. Es zwingt den Bund, einen Zacken zuzulegen. Auch bei der Beantwortung der zentralen Frage, inwiefern Geimpfte überhaupt noch in ihren Grundrechten eingeschränkt werden dürfen.

(aargauerzeitung.ch)

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