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GAU in Silvesternacht: In Altersheimen dauert Notfallnopf-Panne an

Mache Altersheim-Bewohner können das Pflegepersonal auch am Dienstag noch nicht wieder per Notfallknopf alarmieren.
Mache Altersheim-Bewohner können das Pflegepersonal auch am Dienstag noch nicht wieder per Notfallknopf alarmieren.symbolbild: shutterstock

Hoffen, dass der Arzt kommt: Der Notfall-Knopf funktioniert immer noch nicht

Klara Rochat musste während einer Schmerzattacke im Altersheim über eine halbe Stunde ausharren, bis sie Hilfe bekam. Schuld war das Notfallknopf-System, das in zahlreichen Spitälern und Heimen nach Neujahr gestreikt hat – und dies in gewissen Altersheimen bis heute tut. 
08.01.2019, 16:4408.01.2019, 17:11

Wer im Spital oder im Altersheim liegt, zählt auf den am Bett installierten Notfallknopf, um wenn nötig das Pflegepersonal zu alarmieren. 

Wie watson publik machte, fiel dieser in der Silvesternacht in vielen Schweizer Spitälern und Heimen wegen eines Softwarefehlers aus. Auch am Dienstag funktioniert das Notruf-System in mehreren Alters- und Pflegeheimen noch immer nicht. 

Die Herstellerfirma des Systems, Gets MSS SA in Lausanne, behandelte die Spitäler bei der Bewältigung des Bugs prioritär. Eine Sprecherin des Unternehmens sagt: «Wir überprüfen derzeit mit unseren Partnerfirmen, wie viele Institutionen genau betroffen waren und wie viele noch auf eine Behebung der Panne warten.» Laut bisherigen Schätzungen der Firma streikte das System schweizweit in rund 400 Spitälern, Alters- und Behindertenheimen.

Inzwischen wird klar, dass die Panne zu heiklen Situationen geführt hat. Bei watson meldete sich eine Person aus dem Umfeld des Altersheims Gäu in Egerkingen SO und der von Osteoporose geplagten Klara Rochat* (94). Rochat musste laut Schilderungen des watson-Lesers über 30 Minuten warten, bis sie nach einer Schmerzattacke Hilfe bekam. Sie befürchtete eine Fraktur. Passiert sei der Vorfall am 2. Januar. 

Klara hatte Glück im Unglück: Eine – ebenfalls betagte – Freundin war während des Vorfalls zu Besuch. Sie eilte laut Aussage des watson-Lesers durch die Korridore, um Hilfe zu holen, stiess jedoch auf kein Pflegepersonal. Schlussendlich lief die Dame zu sich nach Hause und alarmierte von ihrem Festnetztelefon aus die Zentrale des Altersheims – denn ein Handy besitzt sie nicht.

Die Panne sei in den Einrichtungen der Alterszentren Gäu inzwischen behoben, sagt Sprecherin Sandra Lovizio. Der erwähnte Vorfall sei nicht gemeldet worden, deswegen könne sie dazu keine weiteren Auskünfte geben. Um die Sicherheit der Bewohner zu gewährleisten, habe das Pflegepersonal die Türen zu den Zimmern offen gelassen und häufiger bei jedem Bewohner vorbeischaut. 

Dass es zu brenzligen Situationen kam, bestreiten die angefragten Spitäler und Heime. Viele verteilten Babyphones oder Glocken und vermehrten ihre Rundgänge in den Zimmern. 

Warst auch du oder jemand in deinem Umfeld von der Panne betroffen? Schreib uns auf redaktion@watson.ch

*Name geändert. 

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Video: srf

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