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Schweizer kaufen zu wenig E-Autos: Autobranche hat Schuldige gefunden

Bis 2030 sollen elektrifizierte Autos in der Schweiz die Hälfte der Neuzulassungen ausmachen.
Bis 2030 sollen elektrifizierte Autos in der Schweiz die Hälfte der Neuzulassungen ausmachen.Bild: Shutterstock

Schweizer kaufen zu wenig E-Autos – die Autobranche hat die Schuldigen gefunden

Der Absatz von Elektroautos kommt in der Schweiz zu langsam in Schwung. Die Autobranche verfehlt ihre eigenen Vorsätze deutlich und fordert Massnahmen von Bund und Gemeinden.
20.01.2026, 16:3620.01.2026, 21:19

Die Schweizer Autobranche hat die Ziele des Bundes, die einen Anteil von 50 Prozent elektrifizierten Autos an den Neuwagenverkäufen vorsahen, im vergangenen Jahr weit verfehlt. Nun soll das Ziel 2030 erreicht werden, statt wie ursprünglich geplant 2025.

Ein Anteil von Steckerfahrzeugen (Plug-in-Hybriden und reinen Batterieautos) von der Hälfte der Neuzulassungen sei erst im Jahr 2030 realistisch, sagte der Direktor des Importverbands Auto-Schweiz, Thomas Rücker, am Dienstag vor den Medien in Zürich. Das wäre eine Verspätung von fünf Jahren auf die ursprüngliche Vorgabe der Roadmap Elektromobilität des Bundes.

Im vergangenen Jahr kamen die Steckerfahrzeuge auf einen Marktanteil an den Neuzulassungen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein von 34 Prozent. Insgesamt wurden 79'439 Plug-in-Hybride und reine Elektroautos verkauft. Während die Plug-in-Hybriden um gut ein Viertel zulegten, stiegen die Verkäufe von reinen E-Autos über 15 Prozent.

23 Prozent der 2025 gekauften Neuwagen sind vollelektrische E-Autos (BEV). Aber E-Autos setzen sich in der Schweiz langsamer durch als in vielen anderen Ländern.

Aber das Tempo sei viel langsamer als ursprünglich erwartet. Grund dafür sei nicht etwa ein gesättigter Markt und auch nicht ein plötzlicher Kaufkraftverlust der Konsumenten, sagte Auto-Schweiz-Präsident Peter Grünenfelder. Grund sei der unermüdliche Regulierungseifer. «Wir sind leider Regulierungsweltmeister. Auf diesen Podestplatz würden wir gerne verzichten.»

Ganzer Forderungskatalog

Das Problem liege bei den politisch gesetzten Rahmenbedingungen und den zu ambitionierten Fristen: hohe Strompreise, ungenügende städtische Ladeinfrastruktur, regulatorische Unsicherheit sowie neue Steuer- und Abgabepläne würden Private ebenso verunsichern wie Firmenkunden.

Unter anderem forderte Auto-Schweiz erneut den Verzicht auf neue Steuern wie der Ersatzabgabe auf E-Autos. Zudem solle die Autosteuer von 4 Prozent abgeschafft werden. Um den Verkauf von E-Autos anzukurbeln brauche es auch günstigen Strom. Auto-Schweiz verlangt deshalb Preiswettbewerb am Strommarkt.

Auch der CO2-Sanktionsmechanismus müsse überarbeitet werden. Weil die Flotten-Emissionsziele verfehlt werden, muss die Branche Strafen im dreistelligen Millionenbereich zahlen. Im vergangenen Jahr hätten die Emissionen im Schnitt 93,6 g CO2 pro Kilometer betragen dürfen. Der Verband rechnet damit, dass die Branche knapp unter die Marke von 100 g/km kam.

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Eine weitere Forderung ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur durch Städte und Gemeinden. Die Stadt Zürich habe 16 Ladestationen auf 10'000 Einwohner, während es in London 28 seien und in Oslo gar 46, sagte Amag-Chef Helmut Ruhl. Es brauche eine Umsetzung des Parlamentsbeschlusses «Recht auf Laden». (sda/awp)

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