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Schweiz verpasst ihre E-Auto-Ziele

Die Auswahl an bezahlbaren E-Autos wächst, aber die Kunden bleiben zurückhaltend.
Die Auswahl an bezahlbaren E-Autos wächst, aber die Kunden bleiben zurückhaltend.bild: adac

Schweizer kaufen zu wenig E-Autos – diese Länder sind uns weit voraus

Der Absatz von Elektroautos kommt zu langsam in Schwung. Bund und Wirtschaft verfehlen ihre eigenen Vorsätze bis Ende Jahr deutlich.
03.12.2025, 19:5703.12.2025, 22:22

E-Autos haben in der Schweiz im November einen Marktanteil von 24,3 Prozent erreicht. Teilelektrische Plug-in-Hybride, die ebenfalls an Ladestationen geladen werden können, erreichten einen Marktanteil von 11,5 Prozent, was zusammen einen Anteil von 35,8 Prozent für voll- und teilelektrische Autos ergibt.

Kumuliert seit Jahresbeginn machen diese Steckerfahrzeuge (reine E-Autos und Plug-in-Hybride) mit einem Anteil von 32,8 Prozent aber noch immer nur knapp einen Drittel der verkauften Neuwagen aus.

Das moderate Wachstum der vergangenen Monate könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass das politische Ziel der Roadmap Elektromobilität 2025 von 50 Prozent Steckerfahrzeugen bis Ende 2025 ein unerfüllter Weihnachtswunsch bleibe, so der Importverband Auto Schweiz.

Funke der E-Mobilität noch nicht übergesprungen

Die Zielverfehlung werde deshalb Sanktionsfolgen für die Schweizer Wirtschaft in dreistelliger Millionenhöhe fürs Jahr 2025 verursachen. Der Funke der E-Mobilität sei offenbar noch immer nicht auf die Konsumenten übergesprungen, was der Verband mit den hohen Strompreisen, unzureichender Ladeinfrastruktur und fehlenden marktwirtschaftlichen Anreizen begründet.

Was ist die Roadmap Elektromobilität?
Die Roadmap Elektromobilität verfolgt die Ziele, dass bis Ende 2025 die Hälfte der Pkw-Neuzulassungen Steckerfahrzeuge (reine E-Autos und Plug-in-Hybride) ausmachen, 20'000 allgemein zugängliche Ladestationen aufgebaut werden und das Laden nutzerfreundlich und netzdienlich funktioniert. Diese Ziele werden deutlich verfehlt. So stehen aktuell laut Bund gut 15'000 Ladepunkte zur Verfügung und nur jede dritte Neuzulassung ist ein Steckerfahrzeug.

Die Roadmap Elektromobilität ist eine freiwillige Initiative, getragen von über 60 Partnern aus Wirtschaft, öffentlicher Hand und Forschung. Sie soll bis 2030 verlängert werden.
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Bild: watson

Diese Länder gehen bei der Antriebswende voran

Andere Länder sind der Schweiz voraus: In Norwegen erreichen E-Autos (ohne Plug-in-Hybride) im November einen Marktanteil von 97,6 Prozent an den Neuzulassungen. Der Markt für Verbrenner-Autos ist praktisch tot. In Dänemark waren 73,7 Prozent aller Neuzulassungen vollelektrische E-Autos (91,2 Prozent bei Privatkunden).

In Schweden erreichen E-Autos und Plug-in-Hybride zusammen inzwischen einen Anteil von 65,7 Prozent an den Neuzulassungen. Auch in Finnland und den Niederlanden kommen E-Autos und Plug-in-Hybride Ende 2025 auf einen Anteil von über 50 Prozent.

Marktanteil von E-Autos inklusive Plug-in-Hybride von 2017 bis 2024

Die Schweiz kann mit dem Wachstum von E-Autos und Plug-in-Hybriden in Skandinavien, den Niederlanden oder China nicht mithalten. Die Daten für 2025 sind in der Grafik noch nicht enthalten.
Die Schweiz kann mit dem Wachstum von E-Autos und Plug-in-Hybriden in Skandinavien, den Niederlanden oder China nicht mithalten. Die Daten für 2025 sind in der Grafik noch nicht enthalten.bild: ourworldindata / quelle: International energy agency

Schweizer kaufen weniger Autos

Während E-Autos in der Schweiz im laufenden Jahr langsam zulegen, schwächelt der gesamte Automarkt weiterhin. Insgesamt hat die Zahl der neuen Personenwagen in der Schweiz im November leicht abgenommen. Nur die Verkaufs-Initiativen und Aktionen der Händler verhinderten noch grössere Einbussen.

So wurden im November 19'615 neue Autos zugelassen, wie Auto Schweiz Anfang Woche mitteilte. Dank der grossen Verkaufsanstrengungen der Importeure und Händler, welche mit Aktionen versucht hätten, ein weiteres schlechtes Jahr noch zu drehen, habe damit lediglich ein moderateres Minus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat resultiert.

Das Minus des Gesamtmarktes seit Jahresbeginn von 3,4 Prozent lasse indes keine Erholung erkennen.

(sda/awp/oli)

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