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China-Autos in Europa: Experte entlarvt Preisaufschlag von 118 Prozent

Chinesische Hersteller verkaufen ihre E-Autos mit einem Preisaufschlag von 100 Prozent bei uns.
Chinesische Hersteller verkaufen ihre E-Autos mit einem Preisaufschlag von 100 Prozent bei uns.Bild: Shutterstock

Der grosse Billig-Bluff der China-Autos

Die EU will ihre Autoindustrie mit Mindestpreisen für subventionierte E-Autos aus Fernost schützen. Dafür entfallen die Strafzölle für China-Stromer. Doch die befürchtete Dumping-Gefahr ist ein Phantom.
17.01.2026, 18:1817.01.2026, 18:18
Markus Abrahamczyk / t-online
Ein Artikel von
t-online

Brüssel hält an seinen Schutzwällen fest. Um die Strafzölle zu umgehen, können chinesische E-Auto-Hersteller künftig aber Mindestpreise akzeptieren. Wer vom chinesischen Staat subventionierte E-Autos trotzdem zu billig anbietet, wird abgestraft. Der Grund: Die EU-Kommission fürchtet unfaire Finanzspritzen aus Peking, die China-Autos einen deutlichen Preisvorteil verschaffen. Doch ein Experte warnt vor einem gewaltigen Denkfehler der Politik.

Der grosse Billig-Bluff

Von Dumping fehle in Europa jede Spur, sagt Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Center Automotive Research (CAR). Im Gegenteil: Chinesische Marken wie BYD oder MG verkaufen ihre Autos bei uns als Luxusware.

In einer Studie rechnet er vor, wie absurd die Lage ist: 13 untersuchte Modelle kosten in China netto durchschnittlich 14'936 Euro. In Europa verlangen die Händler für dieselben Autos im Schnitt 32'573 Euro – plus Mehrwertsteuer. Das ist ein Aufschlag von 118 Prozent.

China-Stromer bis zu 154 Prozent teurer in der Schweiz

Zum gleichen Ergebnis kam ein Preisvergleich vom SRF für die Schweiz: «Chinesische Autos kosten in der Schweiz bis zu 154 Prozent mehr als in China. Die Hersteller schöpfen massiv Kaufkraft ab», berichtete SRF im Oktober 2025. Der chinesische Elektro-Kleinwagen Leapmotor T03 kostet in China umgerechnet 6'700 Franken, bei uns wird er ab 16'990 angeboten (+ 154 %). Dies, obwohl die Schweiz anders als die EU keine Strafzölle auf in China produzierte Elektroautos erhebt.

Elektroauto

Dudenhöffer räumt mit dem Dumping-Mythos auf: «Beim aktuellen Preisniveau in Europa dürfte es für die chinesischen Hersteller noch deutliche Spielräume für Preissenkungen geben.» Die Hersteller könnten ihre Preise also massiv senken und lägen trotzdem noch weit über den EU-Mindestpreisen. Dies dürfte auch der Grund sein, warum auch Peking die neuen Leitlinien für Mindestpreise begrüsst.

Warum China-Stromer in Europa nicht günstig sind

Billig-Angebote planten die Autokonzerne aus China derzeit jedoch nicht. Die Gründe lägen in der teuren Markteinführung: «Hohe Werbe- und Vertriebskosten erlauben bei den kleinen Verkaufszahlen derzeit keinen Preiskrieg.»

Autohändler hoffen auf Ende des Chaos

Für europäische Autohändler sind Marken aus China längst eine Überlebensstrategie. Die Strafzölle der vergangenen Jahre trafen die Branche hart. Auch deutsche Firmen, die im Fernen Osten produzieren und die E-Autos zurück nach Europa importieren, gerieten ins Visier. Die Folgen: Preis-Chaos und verunsicherte Kunden.

Deshalb bewertet das deutsche Kraftfahrzeuggewerbe die neue EU-Leitlinie für Mindestpreise positiv. Die Branche sieht darin einen Rettungsanker für die Planungssicherheit: Mindestpreise könnten hier Stabilität schaffen, ohne den Wettbewerb grundsätzlich auszuschalten.

Ob die von der EU geplanten Mindestpreise den Markt beruhigen und die europäische Autoindustrie vor Preisdumping schützen oder am Ende nur die Preise für die Autofahrer künstlich hochhalten, bleibt abzuwarten.

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97 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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HEUREKAonTOURS
18.01.2026 01:19registriert Mai 2025
Die Europäer müssen rigoros aufhören immer von morgen zu sprechen. Mehr als zwei Jahrzehnte lang hat man nichts anderes gehört als: Neue Batterien sind in der Entwicklung, neue eAutos kommen in 5 bis 10 Jahren usw. Das waren alles Lügen. Wo ist JETZT die Feststoffbatterie mit 1000 Km Reichweite und 15 Minuten Ladezeit? Die Chinesen und die Koreaner kommen damit, nicht in 10 Jahren, jetzt. Die Europ. Autoindustrie hat sich laufend Zeit verschaft und ein Diesel SUV nach dem anderen auf den Markt geworfen und dabei die ganze EV Welt vor sich her geschoben. Jetzt wird geheult wegen den Chinesen.
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Sharkdiver
17.01.2026 18:56registriert März 2017
Die Chinesen versuchen wohl ihre zu tiefen Preise in China in Europa zu subventionieren
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Barth Simpson
18.01.2026 09:22registriert August 2020
Es ist schon richtig Chinas Akkuforschung und die ganze Hochskalierung in der Elektromobilität massiv subventioniert wurde. Aber dies macht eben genau den Unterschied zur EU aus, wo man einfach plump Neuzulassungen von Elektroautos zu subventionieren versucht - meiner Ansicht nach die falsche Strategie. Dass China nun nicht nur preislich, sondern nun auch technolgisch und sogar qulitativ eine Macht ist, hat schon seine Gründe. Und ja, klar wird hier nun auch geerntet was das Zeug her gibt - nicht nur bei den Herstellern aus China, sondern auch von Europas Importeuren.
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6,6 Millionen neue E-Autos weltweit, aber Stromer setzen sich noch nicht überall durch
Weil China und die USA schwächeln, geht es auch weltweit nur noch langsamer mit der E-Mobilität voran. In Europa läuft es deutlich besser.
Weltweit werden immer mehr Elektroautos zugelassen. Die Wachstumsgeschwindigkeit lässt aber nach: In einer Untersuchung von 43 wichtigen Märkten kommt die Unternehmensberatung PwC auf rund 6,6 Millionen Neuzulassungen rein batteriebetriebener Stromer (BEVs). Das ist zwar immer noch ein Plus von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, es geht aber bei Weitem nicht mehr so schnell nach oben wie früher. Noch im ersten Halbjahr 2025 hatte ein Plus von mehr als einem Drittel gestanden, im Gesamtjahr 2025 war es noch knapp ein Drittel.
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