Mehrere Dachbrände während Hitzeperiode: Diese Rolle spielen Solaranlagen
Die Hitze sorgt bei Feuerwehren für viel Arbeit. Doch nicht nur Feuer in Ballenpressen auf Feldern oder Flur- und Waldbrände fordern ihren Einsatz, in den vergangenen Wochen kam es wiederholt auch zu Bränden auf Dächern. In mehreren Fällen waren Solaranlagen installiert.
Eine eigene Statistik dazu gibt es allerdings nicht, wie der Tages-Anzeiger schreibt. Die Vereinigung der 19 Kantonalen Gebäudeversicherungen (VKG) begründet gegenüber der Zeitung die Zunahme der Brände, bei denen Solaranlagen eine Rolle spielten, mit der gestiegenen Zahl an installierten Anlagen. Diese hat sich von 2017 bis 2025 verfünffacht.
Das Problem sind aber laut VKG nicht unbedingt die Solarpanels selbst und auch nicht, ob es sich um günstige oder teure handelt. «Wenn Ereignisse von den Solaranlagen selbst ausgehen, liegen die Ursachen oft bei fehlerhaften Kabelverbindungen oder Defekten an Komponenten, die aufgrund der ständig wechselnden Belastung versagen», erklärt etwa Philipp Zeier, Leiter Prävention der Gebäudeversicherung Luzern, gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Mit anderen Worten: Nicht fachgerecht installierte und betriebene Anlagen erhöhen die Gefahr.
So könne beispielsweise der Standort der Wechselrichter, Steckerverbindungen, aber auch der Einfluss auf Brandmauern oder Wärmeabzugsanlagen eine Rolle spielen, wie Wieland Hintz, stellvertretender Geschäftsführer von Swissolar, zur Zeitung sagt. Da bei Bränden auch die Zeit eine entscheidende Rolle spielt, sind auch wichtige Informationen für die Feuerwehr ausschlaggebend, um Schäden zu minimieren.
Auch wenn Solaranlagen nur für eine geringe Zahl von Bränden verantwortlich sind, haben sie einen Einfluss auf die Versicherung. Bei der Gebäudeversicherung Luzern beispielsweise zahlt man 0,51 Promille des Gebäudeversicherungswerts mehr. Ein Versicherungsfall kann laut der Experten jedoch vermieden werden, wenn schon vor der Installation die Brandschutzvorschriften berücksichtigt werden. (vro)
