Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die Verhandlungen zwischen der Schweiz und der EU über ein Abkommen zur künftigen Beziehung sind ins Stocken geraten. (Symbolbild)

Wie weiter im Verhältnis der Schweiz mit der EU? Bild: KEYSTONE

Die Mehrheit der Schweizer will stabile Beziehungen zur EU – aber nicht um jeden Preis



Eine deutliche Mehrheit der Schweizerinnen und Schweiz erachtet stabile Beziehungen mit der Europäischen Union (EU) als wichtig. Das Rahmenabkommen geniesst bei der Weiterentwicklung der Beziehungen Priorität – jedoch nicht um jeden Preis. Dies zeigt das Europabarometer, eine jährlich veröffentlichte Umfrage der Grossbank Credit Suisse und des Europa Forums Luzern.

Das sagen die Befragten …

… zur grundsätzlichen Haltung gegenüber der EU

Eine klare Mehrheit von 65 Prozent wünscht sich, dass die Schweiz und die EU ihre Beziehungen weiterentwickeln. Das entspricht einer beachtlichen Zunahme um 13 Prozentpunkte gegenüber der letzten Umfrage im Jahr 2019. Nur 18 Prozent sprechen sich für den Status Quo aus.

… zum Rahmenabkommen

Das institutionelle Rahmenabkommen hat an Zustimmung eingebüsst. Eine knappe Mehrheit von 53 Prozent favorisiert die Fortsetzung der bilateralen Verträge über das Rahmenabkommen in erster Priorität. Das sind 10 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Neuverhandlungen des Abkommens wünschen sich 27 Prozent (+10 Prozentpunkte).

… zum EU-Beitritt

Ein EWR-Beitritt oder ein Beitritt zur EU ist nach wie vor kein Thema. «Insgesamt wird das institutionelle Rahmenabkommen mit der EU zwar mehrheitlich wahrgenommen. Im Verlauf des letzten Jahres konnte das Vertragswerk jedoch nicht weiter an Profil gewinnen», wird Studienautor Lukas Golder in der Mitteilung zitiert.

… zur Haltung der Schweiz

Das Stimmvolk ist jedoch zunehmend der Meinung, dass sich die Schweizer Politik gegenüber dem Ausland zu defensiv verhält. Knapp drei Viertel der Befragten wünschen sich mehr Selbstbewusstsein gegenüber den internationalen Handels- und Verhandlungspartnern. Das Selbstbewusstsein wird zudem durch die Erkenntnis gestützt, dass neun von zehn Schweizerinnen und Schweizern das Ansehen des eigenen Landes im Ausland als gut einschätzen. Gut ein Viertel der befragten Personen empfindet das Image der Schweiz gar als sehr gut.

… zur Entwicklung der EU:

Kritisch sehen die Schweizerinnen und Schweizer die Entwicklung innerhalb der EU. Drei Viertel der befragten Personen sind der Meinung, die EU sei durch die Ereignisse in den letzten zwölf Monaten sehr oder eher geschwächt worden. Christoph Wicki, Direktor des Europa Forums Luzern, sieht vor allem die hohe Verschuldung vieler EU-Mitgliedstaaten, die Flüchtlingskrise, den Brexit und die schwierigen Beziehungen zu den Partnern USA und China als Grund für diese Einschätzung.

Das Verfahren

Das gfs.bern hat im Auftrag der Credit Suisse und in Zusammenarbeit mit dem Europa Forum Luzern rund 1800 Schweizer Stimmberechtigte zwischen Juli und August 2020 in einem Mixed-Mode-Verfahren befragt. Das Europa-Barometer wird seit 2017 erhoben.

(sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Wir erklären dir das institutionelle Rahmenabkommen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Hände weg von Telegram? Darum soll die App ein «Datenschutz-Albtraum» sein

Telegram gilt speziell bei jüngeren Smartphone-Usern als hip und ist in Corona-Skeptiker-Kreisen ein bevorzugtes Kommunikationsmittel. Doch in Bezug auf die Privatsphäre sei der Dienst eine Katastrophe, warnt heise.de.

Der deutsche Techjournalist Jürgen Schmidt hat mit einer kritischen Analyse zur Telegram-App in ein Wespennest gestochen. Am vergangenen Freitag wurde sein Beitrag bei Heise Security veröffentlicht. Im Titel ist von einem «sicheren Datenschutz-Albtraum» für die Nutzer die Rede.

Schmidt schreibt, zwar setze sich Telegram in bestimmten Kreisen mehr und mehr als Synonym für «sicheren Chat» und «Chat mit Privatsphäre» durch. Doch schon ganz einfache Tests, die jeder selbst durchführen könne, …

Artikel lesen
Link zum Artikel