Schweiz
Extremsport

Nylonfäden in Lauterbrunnen gespannt: Gefahr für Basejumper

Gespannte Nylonfäden verunsichern Basejumper in Lauterbrunnen: Das ist bekannt

Seit Wochen tauchen im Lauterbrunnental immer wieder gespannte Nylonfäden auf, die Gleitschirmflieger gefährden. Nun äussert sich der Gemeindepräsident.
23.10.2026, 12:3423.10.2026, 12:34

Gespannte Nylonfäden bei Start- und Landeplätzen sorgen unter Basejumpern, Speedflyern und Gleitschirmfliegerinnen und -fliegern für Angst. Treffen sie beim Landen auf solche Fäden, können sie schwer verletzt werden. Beim Startplatz könnten solche Fäden zu unkontrollierten Absprüngen oder gar Abstürzen führen, wie Karl Näpflin, Gemeindepräsident von Lauterbrunnen, gegenüber SRF sagt.

Er spricht von einer Serie von fünf Vorfällen, was uns grosse Sorgen macht. «Wir bedauern, dass die Täterschaft immer wieder aktiv wird, und es ist höchst bedenklich, dass die Täterschaft einen Todesfall in Kauf nimmt.»

Wer dahinter steckt, ist bis heute unklar. Die Polizei ermittelt. Näpflin ruft die Bevölkerung auf: «Spitzt die Ohren und haltet die Augen offen, auch in der Nacht, weil die Fäden meistens in der Nacht gespannt werden.»

Bauern erhalten Geld für Landungen

Tatsächlich sind Basejumper und Gleitschirmfliegende in der Region nicht unumstritten. Besonders das Lauterbrunnental zieht Jahr für Jahr viele Extremsportlerinnen und Extremsportler an. Verbieten könne man den Sport nicht einfach, sagt Näpflin. Mittlerweile habe man jedoch mit Grundeigentümern, Bauern und der Schweizerischen Base Association (SBA) eine gute Lösung gefunden. Wie die SBA-Präsidentin Jenna Gygi gegenüber der Berner Zeitung sagte, werden die Bauern für die Landungen entschädigt.

Gygi hat für die Fäden kein Verständnis: «Meinungsverschiedenheiten oder Konflikte rund um den Basejump-Sport dürfen niemals auf Kosten der Sicherheit von Menschen ausgetragen werden. Wer Bedenken oder Kritik hat, soll diese auf sachlichem und konstruktivem Weg äussern», sagte sie zur Berner Zeitung. Dennoch betont sie auch, dass nicht sicher sei, ob sich die Aktionen gegen die Szene richten.

Fäden an verschiedenen Orten

Zunächst tauchten die Fäden im September bei den Landeplätzen auf. Anfang Oktober berichtete die SBA auf Social Media, dass die Polizei die Plätze in Lauterbrunnen und Stechelberg täglich kontrollieren würde.

Vor einer Woche dann tauchte plötzlich auch beim Absprungplatz La Mousse ein gespannter Faden auf. Auch darüber sei die Polizei informiert worden.

Bis die Täterschaft gefasst ist, bleibt viel Verunsicherung unter Gleitschirmfliegenden und Basejumpern. Nur mit Glück wurde bis heute niemand ernsthaft verletzt. (vro)

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